Frauenarzt-Sprechstunde Wechseljahre Teil 4: ENTSCHEIDUNGSHILFE – Welche Therapie ist die richtige für mich?

WICHTIG: Vor Anwendung jeder Therapie müssen die Gegenanzeigen geprüft werden und eine (gynäkologische und ggf. weiterführende) Untersuchung durchgeführt werden! Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung und Behandlung des Gynäkologen! Auch sind zwar die Inhalte nach bestem Wissen zusammengetragen worden, dennoch übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit oder die Wirksamkeit der Therapien!
Ich zeige im folgenden verschiedene Beispiele von eingesetzten Medikamenten.  Dadurch habe ich allerdings keinerlei pekuniären Nutzen! Ist das Werbung? Wenn ja deklariere ich den Text hiermit!

Inhaltsverzeichnis

4.1. Was sagen die Leitlinien?

4.2. Auch ohne  Hormontherapie kann man relativ lange eine gute Lebensqualität bewahren!

 

4.1. Was sagen die Leitlinien?

Die ,,alten“Leitlinien (siehe oben) sprechen klare Worte – eine HRT ist nur dann empfehlenswert, wenn man unter Wechseljahresbeschwerden leidet, die man anders nicht in den Griff bekommt. Im Klartext heißt das: Wenn als Beschwerden da sind, ist es okay und sonst nicht?  ,,Aber“, werdet Ihr zu recht fragen, ,,was ist, wenn ich keine Beschwerden habe, mir aber die Vorteile durch eine HRT nicht entgehen lassen möchte?

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Das Bild drückt es aus: Nicht immer ist der Himmel nur Grau oder Blau … Es gibt -wie auch bei vielen Entscheidungen – viele ,,Zwischentöne“…

Ehrliche Meinung? Wer gerne Hormone nehmen möchte und wenn tatsächlich nichts dagegen spricht, man sich außerdem bewußt ist, dass ein Restrisiko immer vorhanden sein kann (siehe Kapitel Nebenwirkungen) , der sollte mit seinem Frauenarzt darüber sprechen, ob eine Hormontherapie nicht trotzdem sinnvoll sein könnte. Denn nur er kennt seine Patienten individuell und kann sie dementsprechend beraten!

Zwar hat die Natur solche langen Lebensspannen, wie wir sie momentan schon erreichen, eigentlich auch nicht vorgesehen. Das sollte aber kein Kriterium für eine HRT sein …  Denn das Ganze soll keinesfalls ins Gegenteil umschlagen! 

Auch, wenn man sich einfach nur unwohl bei dem Gedanken fühlt, der Natur ,,ins Handwerk zu pfuschen“, sollte man von einer HRT absehen, denn häufig merkt der Körper selbst ganz gut, was ihm gut tut, und was nicht. Denn viel zu oft unterdrücken wir dieses ,,natürliche Regulat“, den man auch ,,Instinkt“ nennt!  Zwar nicht immer, aber doch oft ist es nämlich gar nicht so verkehrt, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen!  Dabei sollten wir uns auch Folgendes vor Augen halten:

4.2. Auch ohne  Hormontherapie kann man relativ lange eine gute Lebensqualität bewahren!

Das oben geschriebene heißt nicht, dass es nicht möglich ist, auch ohne Hormontherapie nur langsam zu altern. Es gibt nämlich tatsächlich eine ganze Reihe Frauen, die Wechseljahresbeschwerden im typischen Sinn (s.o.) mit Schwitzen etc. überhaupt nicht durchmachen müssen und deren Körper sich gut an die wechselnden Umstände anpassen kann! Ob der Alterungsprozeß  schneller abläuft, wenn man keine Hormone nimmt, könnte zwar sein, allerdings sind die Geschlechts-Hormone nur einer von vielen Faktoren, die das Altern vorantreibt! Es ist auf der anderen Seite auch wichtig, dem Körper mit einer gewissen Disziplin all´ das zukommen zu lassen, was er benötigt (siehe unten). Dabei kann auch der Hausarzt immer wieder durch Blut- und Urinuntersuchungen feststellen, ob alles in Ordnung ist. Manchmal sind auch Zusatzuntersuchungen, die Auskunft über Vitaminmängel, Schilddrüsenzustand oder Knochenbeschaffenheit geben, sinnvoll. Leider zahlt diese Untersuchungen die Krankenkasse nicht immer ….

Setzt Euch also mit einem Frauenarzt, dem Ihr vertraut, zusammen und überlegt gemeinsam, was für Euch ganz allein das Richtige ist! Kommt Ihr gut klar? Habt Ihr Euer Leben auch ohne Hormone gut im Griff?

Oder habt Ihr selbst deutliche Risikofaktoren für vorzeitiges Altern wie Rauchen, gehäuften Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Psychostress, Fehlernährung etc. , … die vorderdringlich angegegangen werden müssten,?

Auch wer gehäuft Erbkrankheiten, die in hormonellen Zusammenhang stehen,  wie gehäuft Brustkrebs, in der Familie hat, sollte genau mit dem Arzt seines Vertrauens besprechen, ob eine HRT wirklich von Nutzen ist oder sich vielleicht sogar eher ungünstig auswirkt!?

Seid Ihr unsicher? Schaut Euch die Vor- und Nachteile an, die ich Euch hier (mit zugegeben einiger Mühe, denn alleine die Überarbeitung und Literaturrecherche hat mich Tage  gekostet!) zusammengesucht habe und stellt Eurem Frauenarzt noch einmal die Fragen, die Euch wichtig sind und überlegt dann gemeinsam mit ihm, was für Euch am besten ist. Auch ich empfehle vielen Patienten keine Hormone. Denn nicht immer überwiegen die Vorteile! Auf der anderen Seite lasst Euch auch nicht in eine Ecke drängen! Wenn Ihr unter den Folgen des Älterwerdens leidet, habt Ihr mit einer ordentlichen, natürlichen Hormonersatztherapie eine Option, die man durchaus, ohne schlechtes Gewissen nutzen kann! Ob Ich 100% sagen kann, dass Ihr keine Schäden davon erleidet? Nein! Denn nichts in der Medizin, auch nicht im Leben, ist 100% sicher!  Aber ich kann aus Erfahrung sagen, dass die meisten Frauen, die deutliche Beschwerden hatten, nach etwa 2-12 Wochen beschwerdefrei waren und nicht mehr auf ihre HRT verzichten wollten!

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