Frauenarzt – Sprechstunde Wechseljahre Teil 7 : Wie es kam, dass die Hormonersatztherapie so in Verruf geriet, nachdem anfänglich Begeisterung herrschte …

WICHTIG: Vor Anwendung jeder Therapie müssen die Gegenanzeigen geprüft werden und eine (gynäkologische und ggf. weiterführende) Untersuchung durchgeführt werden! Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung und Behandlung des Gynäkologen! Auch sind zwar die Inhalte nach bestem Wissen zusammengetragen worden, dennoch übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit oder die Wirksamkeit der Therapien!
Ich zeige im folgenden verschiedene Beispiele von eingesetzten Medikamenten.  Dadurch habe ich allerdings keinerlei pekuniären Nutzen! Ist das Werbung? Wenn ja deklariere ich den Text hiermit!

Inhaltsverzeichnis:

7.1. Auswertung der WHI Studie

7.2. Folge

7.2. Ursachen der Fehlinterpretationen der WHI-Studie

7.3. Zum Schluss war es doch wieder  anders …

Wie es kam, dass die Hormonersatztherapie so in Verruf geriet, nachdem anfänglich Begeisterung herrschte …

7.1. Auswertung der WHI Studie

Mehr als 16.000 Frauen nach den Wechseljahren hatten
sich freiwillig an der Studie beteiligt. Durchschnittlich 5,2 Jahre nahm die eine Hälfte der Frauen eine
Hormonkombination, die in Deutschland wenig gebräuchlich ist (Östrogene aus Stutenharn plus das Gestagen
Medroxyprogesteron MPA). Die Ergebnisse aus der Hormongruppe waren „ernüchternd“, wie der
Bundesverband der Frauenärzte feststellte.

Trotz der  offensichtlichen Vorteile einer Hormonersatztherapie war sie aber in der Vergangenheit  wegen ihrer vermeintlichen riskanter Nebenwirkungen in Verruf gekommen. Und zwar waren im Jahr 2002 die ersten Auswertungen der WHI-Studie für viele erschreckend gewesen, da die erhofften Vorteile  so  nicht eingetreten waren. Im Gegenteil! Manche Risiken hatten sich sogar nach einer HET erhöht!

In einer im März publizierten Artikels des angesehenen New England Journal of Medicine weisen nun Joann E. Manson und Andrew M. Kaunitz, zwei der maßgeblichen StudienautorInnen der WHI-Studie selbst, auf die Folgen der jahrelangen, fehlerhaften Interpretation ihrer Studiendaten hin:

7.2. Folge

IMG_7465Hunderttausende von Frauen hatten in der Folge der Studie, deren Auswertungen seit 2002 publiziert werden, die Hormonpräparate abgesetzt oder wurden nicht angemessen behandelt, weil die Annahme vorherrschte, dass die Hormonersatzbehandlung (HET) durchweg gesundheitliche Risiken berge.

,,Aber“, so schrieben die Autorinnen der Studie selbst, ,,Der Nutzen der Hormon- Ersatzbehandlung übersteigt bei weitem mögliche Risiken“,

Denn seit kurzem wissen wir nun aber , dass es bei der WHI-Studie, auf der diese Aussagen beruhen, doch zu einigen Mängeln sowohl beim Studiendesign als auch bei der Auswertung gekommen war! Da hierüber in der Presse recht viel berichtet wurde, möchte ich kurz erklären, was es mit dieser

7.2. Ursachen der Fehlinterpretationen der WHI-Studie

 WIe kam es zu den, zum Teil hohe Nebenwirkungsraten  bei der HET, die zur restriktiven Anwendungsempfehlungen der Hormone auch in den deutschen Richtlinen führte?

Nun war das durchschnittliche Alter der Frauen bei Beginn der HET 63 Jahre und nicht wie normalerweise üblich um den Zeitpunkt der Menopause (durchschnittlich im Alter von 51 Jahren). Zudem hatten ca. 50% der Teilnehmer Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen, wie starkes Übergewicht,Bluthochdruck, Raucherinnen und es gabVorerkrankungen wie Diabetes oder koronare HerzerkrankungenZudem war das in der Studie verwendete Hormonpräparat etwa doppelt zu hoch dosiert wie bei einer HET normalerweise üblich!

 Nun ist es so, dass, solange die Geschlechtshormone noch aktiv sind (als bis ca.   um 50 Jahre) , sie die Gefäße von Ablagerungen freihalten können! Dadurch kommt es zu einem Schutz vor Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.Wenn Hormone nun schon einige Jahre fehlen (was bei dem durchschnittlichen Alter von 63 Jahren der Fall ist), können sich zwischenzeitlich arterielle Plaques gebildet haben! Gibt man erneut Hormone, können sich Ablagerungen ablösen und durch das Gefäßsystem in Lunge, Herz oder Hirn gelangen und dort Infarkte auslösen, die schlimmstenfalls tödlich enden können. 

Wenn man das weiß. erklären die oben beschriebenen Studienfakten natürlich , warum es bei Beginn der Einnahme zunächst zu einer Erhöhung des Neuauftretens  von kadiovaskulären Ereignissen kam!

7.3. Zum Schluss war es doch wieder  anders …

Auch das folgende  Detail der Studie ist wichtig : In der kleinen Gruppe der 50- bis 59-Jährigen gab es unter den Teilnehmerinnen der WHI-Studie auch  positive Effekte:

Neben der Beseitigung der typischen Mangelsymptome wurde eine geringere Zahl an Knochenbrüchen, Diabetes-Erkrankungen und Todesfällen allgemein beobachtet, und bei der Untergruppe mit einer alleinigen Östrogentherapie sogar eine Senkung der Brustkrebs-Rate im Vergleich zu der mit einem Plazebo behandelten Gruppe.

Im Idealfall sollte also sofort beim Eintreten der Wechseljahre  mit einer Hormonersatztherapie begonnen werden!

Nachdem sich wieder einmal zeigt, wie wichtig doch genaue Recherche ist und dass sich sogar gegenteilige Schlüsse aus derselben Studie ableiten lassen, möchte ich mit dem Zitat von Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte zu den Vorfällen im Zusammenhang mit der WHI-Studie diesen Artikel schließen:

„Es ist sehr erfreulich, dass die Autoren der WHI-Studie selbst soeben im ‚New England Journal of Medicine‘ die Aussagefähigkeit ihrer eigenen Studie zurechtgerückt haben, mindestens ein Drittel aller Frauen in den Wechseljahren ist durch den Verlust der Hormonproduktion so sehr beeinträchtigt, dass sie eine medizinische Unterstützung brauchen, die über allgemeine Tipps zur Lebensführung und pflanzliche Plazebos aus dem Drogeriemarkt hinausgeht.

Viele von ihnen haben jahrelang um ihre Gesundheit gefürchtet, wenn wir ihnen einen Ersatz ihrer Hormone empfohlen und verordnet haben. All diese Frauen können jetzt wirklich erleichtert sein, und wir als ihre behandelnden Frauenärztinnen und -ärzte sind es auch.“

Frauenarzt – Sprechstunde Wechseljahre Teil 5 : Was passiert mit dem Körper und wie kann ich ihn unterstützen

WICHTIG: Vor Anwendung jeder Therapie müssen die Gegenanzeigen geprüft werden und eine (gynäkologische und ggf. weiterführende) Untersuchung durchgeführt werden! Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung und Behandlung des Gynäkologen! Auch sind zwar die Inhalte nach bestem Wissen zusammengetragen worden, dennoch übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit oder die Wirksamkeit der Therapien!
Ich zeige im folgenden verschiedene Beispiele von eingesetzten Medikamenten.  Dadurch habe ich allerdings keinerlei pekuniären Nutzen! Ist das Werbung? Wenn ja deklariere ich den Text hiermit!

Inhaltsverzeichnis

5.1.Haut 

5.2. Haare 

5.3. Gewicht

5.4. Ernährung

5.5. leichter Sport

 

Was passiert mit dem Körper während der Wechseljahre und wie kann ich ihn unterstützen?

5.1. Haut 

Die Haut am ganzen Körper wird zunehmend trockener und dünner. Während der Wechseljahre kann es aber auch gelegentlich durch Hormonschwankungen  zu Unreinheiten kommen. Der Körper ist für ein Mehr an individueller Pflege dankbar. Fett und Feuchtigkeit sind dabei bei trockener, spannender Haut wichtig. Zusätzlich sollte auf ausreichend Sonnenschutz verwendet werden, damit sich keine Pigmentflecken bilden. Auch die Vaginal-Schleimhaut kann sich trocken anfühlen. Hier gibt es auch eine Reihe spezieller Cremes und Gele. Die Frauen empfinden oft unterschiedliche Produkte als angenehm. Die eine verträgt am besten einfaches Fett wie Vaseline, die andere bevorzugt ein feuchtigkeitshaltiges Gel. Zu beachten ist in dem Zusammenhang, dass Fettcreme ggf. die Zuverlässigkeit eines Kondomes herabsetzen kann.

Aggressive Waschcremes sollten vermieden werden. Bei Verwendung eines Makeups nicht übertreiben – zu dunkles Makeup setzt sich in den Fältchen ab und betont sie noch. Zu reichliche Verwendung von Puder trocknet die Haut oft aus und läßt sie maskenhaft wirken. Wenn man gepflegt mit einem leichten Makeup eine fröhliche Ausstrahlung bewahren kann, wirkt man viel jünger, als die überschminkte, auf „jung“ getrimmte Haut. Nie habe ich das Bild Gustav von Aschenbachs in dezzxr wunderschönen Visconti-Verfilmung des Thomas-Mann Klassikers „Tod in Venedig“ vergessen – Clownähnlich geschminkt um jünger zu erscheinen, will er der pathologischen Liebe zu einem Jungen nachhelfen… nicht nachmachen!

5.2. Haare 

Sie werden oft dünner und sollten so wenig wie möglich strapaziert werden. Zusätzlich vertragen sie auch eine sanfte Pflege in Form vom Kuren und Ölen. Hierzu gibt es auf meinem Blog auch einen Beitrag

MEDIZIN: HAARAUSFALL – THERAPIEN UND NEUE ERKENNTNISSE IM ÜBERBLICK

in dem einiges Tipps zum Thema: Haare und Wechseljahre gegeben werden…

5.3. Gewicht:

Oft kommt es in den Wechseljahren zu einer Gewichtszunahme, obwohl davor lange das Gewicht konstant war und man nichts an seinen Essgewohnheiten geändert hat… Aber mit dem verlangsamten Stoffwechsel sinkt auch der Energiebedarf…

Hier ist eine

5.4. ErnährungS1250006 (2)

, die eine ausreichende Nährstoffzufuhr bei möglichst wenig „leeren“ Kohlehydraten gewährleistet, sinnvoll. Neben Obst und Gemüse ist auch etwas hochwertiges  Eiweiß und Eisen gut (z.B. aus magerem Fleisch, Soja und Getreideprodukten wie  Quinoa und Kichererbsen), damit die Muskeln nicht abbauen und ausreichend roter Blutfarbstoff, der für den Sauerstofftransport notwendig ist. Auch Calcium ist wichtig (Milchprodukte), zusammen mit Vitamin D, das nur an der Luft gebildet werden kann sind sie wichtig für feste Knochen. Ggf. sollte man eine Knochendichtemessung erwägen und diese Stoffe in Tablettenform zu sich nehmen.Allerdings bin ich bei der oralen Calciumzufuhr etwas skeptisch. Denn als ich einmal für einige Monate an der Dialyse arbeitete, war das jahrelange Einnehmen solcher Calciumprodukte in zu hoher Dosierung ein nicht ganz seltenenr Dialysegrund! Überdosierungen in Tablettenform können der Niere also den Garaus machen!

Wer Fisch mag, hat hier einen tollen Eiweißliferant, Seefisch enthält u.a. Jod und wertvolle Fettsäuren. Auch bei Jod, das wichtig für die Schilddrüse ist,gilt, dass die Testung der Werte sinnvoll (s.o) ist. Toll ist auch die leichte mediterrane Küche oder Wokpfannen, in denen das Gemüse nur kurz mit wenig Fett knackig angebraten wird….Ab und zu ein wenig unbehandelte Nüsse knabbern – tut auch dem Gehirn gut…

Es gibt übrigens auch eine Anti-Aging Ernährung, die besagt, dass man sich unterkalorisch ernähren soll, weil das bei Ratten zu einer signifikanten Verlängerung des Lebens geführt hat… Nun ja, wem´s Spaß macht… Allerdings sehe ich dabei auch die Gefahr mt Unterversorgung an relevanten Nährstoffen. Zudem sind meines Wissens bis jetzt noch keine Studien dazu an Menschen veröffentlicht worden – wenn doch, gebt mir Bescheid!

zzbbAuch

5.5. leichter Sport

ist empfehlenswert. Sucht Euch etwas, das Euch Spaß macht, vielleicht mit anderen zusammen. Sonntags ziehen in unserer Gegend immer Die Walking-Frauen durch die Wälder – fröhlich schwatzend ohne dass man den Eindruck haben, dass sie sich überanstrengen. Ein Hund tut auch wahre Wunder. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, erfüllt er es mit fröhlichem Gebell und zwingt einen an die frische Luft….Wenn wir beim Sport sind , möchte ich auch die Beckenbodengymnastik, die ich auf alle Fälle auch vorbeugend durchführen würde, ansprechen. zzeinkaufDie Muskeln, die trainiert werden sollen, sind die, mit denen man den Harnstrahl anhalten würde.  Sie kann man unmerklich, z.B. wenn man in einer Warteschlange steht, anspannen.. 20x hintereinander, immer wenn man „Zeit “ hat, helfen schon viel um die Durchblutung in dieser Region zu fördern und die Blasenfunktion und eine andere, lustvollere… zu unterstützen. Es gibt natürlich noch viele anderen Übungen , z.B. auf den Rücken legen, die Beine anstellen, das Becken nach oben anheben, dabei die Wirbelsäule und Podex anspannen und abwechselnd die Beine nach vorne strecken. Oder sich auf die Seite legen und das obere Bein nur ein wenig nach hinten oben anheben und 20 sec. halten, dann die andere Seite… Dabei wird gleichzeitig die Bauch-Beine-Po-Region trainiert, der das auch nicht schadet…

Wenn man sich unsicher ist, kann man auch eine zeit lang unter professioneller Anleitung trainieren. Das macht Spaß und der innerer Schweinehund läßt sich besser überwinden…

 

Frauenarzt-Sprechstunde Wechseljahre Teil 3 : Behandlung ohne Hormone – Pflanzliche Mittel, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel

WICHTIG: Vor Anwendung jeder Therapie müssen die Gegenanzeigen geprüft werden und eine (gynäkologische und ggf. weiterführende) Untersuchung durchgeführt werden! Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung und Behandlung des Gynäkologen! Auch sind zwar die Inhalte nach bestem Wissen zusammengetragen worden, dennoch übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit oder die Wirksamkeit der Therapien!
Ich zeige im folgenden verschiedene Beispiele von eingesetzten Medikamenten.  Dadurch habe ich allerdings keinerlei pekuniären Nutzen! Ist das Werbung? Wenn ja deklariere ich den Text hiermit!

Inhaltsverzeichnis 

3.1.  Pflanzliche Stoffe  zur Unterstützung der hormonellen Funktion  und Behandlung der Symptome

3.1.1. Mönchspfeffer (agnus castus) 

3.1.2. Sibirische Rhabarberwurzel

3.1.3. Cimifuga (Traubensilberkerze)

3.1.4. Salbei-Tee

3.1.5. Frauenmantel-Tee

3.2. Sonstige Medikamente, die bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden

3.2.1. selektiven Serotonin- Wiederaufnahmehemmer

3.3. Spezielle Nahrungsergänzungsmittel für die Zeit der Hormonumstellung siehe auch 2.1.1.

Auch da gibt es verschiedene Präparate mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Sie erhöhen auch nicht in dem Maße die Krebs – und Thromboserisiken, da sie selber keine „echten“ Hormone sind. Allerdings muß man auch hier auf mögliche Interaktionen und Nebenwirkungen achten.

 

3.1.  Pflanzliche Stoffe  zur Unterstützung der hormonellen Funktion  und Behandlung der Symptome

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Isoflavone, Soja, Rotklee, Cimifuga, Nachtkerze und Ginseng, Dong Quai, Yamswurzel, Hopfen, Mönchspfeffer oder Frauenmantel, Salbei, Bockshornklee,…die man in Form von  Tabletten, Kapseln und Tees zu sich nimmt, können Wechseljahresbeschwerden auch zumindest lindern.

Im Folgenden möchte ich häufig eingesetzte Wirkstoffe kurz in ihrer Wirkungsweise vorstellen:

3.1.1.Mönchspfeffer (Agnus Castus) 

stimuliert die Progesteronfreisetzung, denn zu Beginn der Wechseljahre sinkt als erstes der Progesteronspiegel und ein anderes Hormon, das Prolaktin, gebremst (inhibiert). Es wird jeden Tag genommen und wirkt stabilisierend auf den Zyklus und auf das prämenstruelle Syndrom (Brustspannen/Unwohlsein zu Ende des Zyklus vor der Periode). Präparate werden auch schon bei prämenopausalen Beschwerden eingesetzt.

3.1.2. Sibirische Rhabarberwurzel (Raponticin)

Die östrogenartige Wirkung von Raponticin wurde in Studien nachgewiesen. Allerdings wird nur ein Teil der Östrogenrezeptoren, die Östrogen-Beta-Rezeptoren*, aktiviert.

(*Die Alpha-Rezeptoren werden für die Entstehung von Brustkrebs und Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich gemacht, während die Beta-Rezeptoren Einflüsse haben auf:

  • ZNS (z. B. die Wärmeregulation)
  • Knochenstoffwechsel
  • Vaginalepithel
  • Herz-Kreislaufsystem
  • Urogenitalsystem
  • Beschwerden der Wechseljahren)

Ein anderer Teil, die Östrogen-Alpha-Rezeptoren, werden dagegen nicht angesprochen. Raponticin wird deshalb auch als „selektiver Östrogenrezeptormodulator“ bezeichnet abgekürzt SERM. Dieser Mechanismus wurde von Forschern der Universität Dresden nachgewiesen, deren Studie 2007 im „Journal of steroid biochemistry and molecular biology“ veröffentlicht wurde. Wird dann eingestzt, wenn auch der Östrogenspiegel erniedrigt ist, ebenso

3.1.3. Traubensilberkerze (Cimifuga)

, es ist das einzige Phytoöstrogen, das zur Behandlung nach Brustkrebs zugelassen ist, Zu den Inhaltstoffen gehören Triterpenglykoside, Phenolsäuren, Flavonoide, Tannine und flüchtige Öle. Die Wirkungsweise kommt durch östrogenähnliche Eigenschaften , Wirkungsweise auch als SERM (siehe oben). Die letzte Übersichtsarbeit der Cochrane Gesellschaft aus dem Jahre 2012 steht den bisherigen Erkenntnissen und der Wirkung von Cimcifugapräparaten bei menopausalen Beschwerden eher verhalten gegenüber, andere Studien zeigten aber eine gute Wirksamkeit.

zztee 3.1.4. Salbei-Tee

Studien sind mir zwar nicht bekannt, jedoch wird es seit Jahrhunderten mit Erfolg angewandt, den Frauen tut er gut – er wirkt  gut bei Schweißausbrüchen, stärkend auf das Nervensystem, löst Verkrampfungen, verhilft zu Ausgeglichenheit und Entspannung und behebt chronische Ermüdungserscheinungen. Je nach Bedarf am Abend trinken oder auch über den Tag verteilt.

3.1.5. Frauenmantel-Tee

Er enthält auch Phytoöstrogene , soll hormonell ausgleichend in den Wechseljahren wirken, zur Lockerung des Beckenbereichs beitragen und bei Menstruationsbeschwerden getrunken werden.

3.2. Sonstige Medikamente, die bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden

Auch Synthetische Medikamente können bei Wechseljahrsbeschwerden hilfreich sein.Hier wären unter anderen, insbesondere bei mittleren bis schweren Depressionen, die

3.2.1. selektiven Serotonin- Wiederaufnahmehemmer

Fluoxetin, Paroxetin und Venlafaxin  zu nennen. Allerdings ist ihr Einsatz in der Praxis eher selten. Wenn man aber trotz intensiver Bemühungen mit Gesprächen und pflanzlichen Mitteln (z..B. Johanniskraut…) nicht weiterkommt oder das Krankheitsbild zu schwer ist, können sie der Patientin eine echte Hilfe sein und wieder neuen Lebensmut verschaffen.

Die Arzneistoffe Raloxifen und Tibolon gehören auch in die Gruppe der SERM´s (selektiver Östrogenrezeptormodulator) und werden bei Osteoporose eingesetzt,

Je nach Symptomen werden bei besonders schmerzhaften Blutungen auch die Schmerzmittel Ibuprofen, Paracetamol, Butylscopalamin (wirkt besonders gutkrampflösend) und Metamizol eingesetzt.

3.3. Spezielle Nahrungsergänzungsmittel für die Zeit der Hormonumstellung siehe auch 2.1.1.

mit abgestimmten Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen,… ( siehe oben) unterstützen den Körper in seinen Funktionen, gerade auch, wenn die Ernährung nicht ganz ausgewogen ist.

 

Frauenarzt – Sprechstunde Wechseljahre Teil 2: Überblick und Besonderheiten moderner Hormon – Therapien

WICHTIG: Vor Anwendung jeder Therapie müssen die Gegenanzeigen geprüft werden und eine (gynäkologische und ggf. weiterführende) Untersuchung durchgeführt werden! Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung und Behandlung des Gynäkologen! Auch sind zwar die Inhalte nach bestem Wissen zusammengetragen worden, dennoch übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit oder die Wirksamkeit der Therapien!
Ich zeige im folgenden verschiedene Beispiele von eingesetzten Medikamenten.  Dadurch habe ich allerdings keinerlei pekuniären Nutzen! Ist das Werbung? Wenn ja deklariere ich den Text hiermit!

Inhaltsverzeichnis

2.1. Die Hormon-Ersatz-Therapie (HET), auf englisch: Hormone Replacement Therapy, (HRT):

2.1.1 Wirkweise einer HRT

2.1.2. Applikationsformen von Hormonen

2.1.3. Kontinuierliche und sequenzielle Hormontherapie

2.1.4. Vorbereitung einer HRT

2.1.4.1. Anamnese

2.1.4.2.Untersuchung

2.1.4.3. Zusatzuntersuchung CIMT

 Untersuchung der Intima Media Dicke der Carotis-Arterie

 

2.2. Verschiedene aktuelle Einnahme-Schemata

2.2.1. Kombinationstherapie  aus transdermalem naturidentischen 17ß-Estradiol und oralem Progesteron und sinnvoll Ergänzungen

2.2.2. Übliche  konventionelle Hormonersatztherapie, wie sie auch heute noch oft angewandt wird

2.2.2.1. Bsp. ,,Wechseljahrspille“

2.2.2.2. Soll man auf natürliche Hormone wechseln?

2.2.3.  Die Modifizierte Hormnonersatztherapie mit natürlichen Hormonen nach Rimkus

 

2.3. Nebenwirkungen der konventionellen HRT

2.3.1. Allgemeines zu Nebenwirkungen

2.3.2. Allgemeine Nebenwirkungen konventioneller HRT

2.3.3. Auftreten bösartiger Tumoren (Krebs) mit Häufigkeiten

2.3.4. Kontraindikationen einer Hormonersatzherapie

 

2. Behandlungsmethoden des klimakterischen Syndroms

… hängen natürlich von individuellen Gegebenheiten, Risiken und von der Intensität der Beschwerden ab, deshalb sollte insbesondere auch die Hormontherapie in die Hände Eures Gynäkologen gelegt werden.

2.1. Die Hormon-Ersatz-Therapie (HET), (englisch) Hormone Replacement Therapy, (HRT):

2.1.1 Wirkweise einer HRTKlimax nach Behandlung

Hier werden die fehlenden Hormone dem Körper wieder zugeführt. Dies ist die wirkungsvollste Behandlung. Wie kaum etwas anderes schafft sie, die oben genannten Symptome gut zu behandeln, die Haut bleibt frischer, das Denken fällt leichter (was mir einige Patientinnen tatsächlich bestätigt haben) das Osteoporoserisiko sinkt, das Urinhalten klappt wieder besser, ... kurzum – der Alterungsprozeß verlangsamt sich… Sogar eine  Schutzwirkung bezüglich koronarer Herzerkrankung und anderer Altersprozesse wurde in Studien gezeigt!

Laut Studienlage empfiehlt es sich, bei Beschwerden so früh wie möglich mit einer Hormonersatz -Therapie zu beginnenNach einem Alter von 60 Jahren sollte nicht mehr begonnen werden.

Ist die Periode bei Beginn der HRT schon länger als 2 Jahre nicht mehr aufgetreten, sollte auf alle Fälle eine Doppler-Untersuchung der Carotis-Arterien gemacht werden (siehe unten) und man kann auf alle Fälle gleich durchgehend beginnend (nicht sequentiell).

Siehe hierzu auch

2.1.2. Applikationsformen von Hormonen

zzhetHormon- Tabletten können verschieden zusammengesetzt sein, die  Dosierung ist gut zu erhöhen, verringern oder die Behandlung beenden.

Pflaster, Sprühsysteme und Gele wirken über die Haut. Das Pflaster muss man  ein bis zweimal wöchentlich auf die Haut kleben, Gele und Sprays werden täglich aufgetragen.

Östrogen-Nasenspray wendet man bis zu viermal täglich an. Auch hier ist eine gute Variabilität der Dosierung möglich.

Bei  Beschwerden nur  in der Scheide wie Trockenheit, Brennen oder Juckreiz kann man östrogenhaltige Vaginaltabletten, -zäpfchen, -creme benutzen.

Gestagene sind entweder Bestandteile von Tabletten oder separate Kapseln (natürliches Progesteron), wobei letztere auch in der Scheide aufgenommen werden.

2.1.3. Kontinuierliche und sequenzielle Hormontherapie

2.1.3.1. Kontinuierliche Hormontherapie:

Viele Frauen wünschen sich keine Blutung mehr. Dann kann durchgängig ein  Östrogen und Gestagen eingenommen werden. Bei Zustand nach Gebärmutterentfernung kann auch eine reine Östrogengabe ausreichend sein.

Hat man aber noch eine Gebärmutter, sollte man nach einem halben Jahr   einmal eine Ultraschall-Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut durchführen (die man allerdings nicht von der Kasse bezahlt bekommt). Fängt sie an, sich aufzubauen ist es besser, sie durch eine Einnahme-Pause einmal abbluten zu lassen, da sich sonst eine sogenannte „Hyperplasie“ bilden kann, die sich im schlimmsten Fall zu Krebsvorstufen/Krebs entwickeln kann.

Sequenzielle Hormontherapie:

Bis zu zwei Jahren nach der Menopause (Sisiteren der ,,normalen“ Blutung) ist das Endometrium noch durch Hormongabe stimulierbar. Es ist möglich, dass es bei kontinuierlicher Gabe zu ungeregelten, lästigen Blutungen kommt. In so einem Fall, oder wenn die Frau gerne noch ihre Blutung weiter haben würde (was aber nicht immer klappt) empfielt sich die sequenzielle Hormontherapie.

Durch die Pause der Hormongabe kommt es zu einem Abbluten der Gebärmutterschleimhaut. Würde sich diese immer weiter aufbauen, könnte es zu einer sogenannten ,,Hyperplasie“ kommen, die dann im schlimmsten Falle entarten könnte (Endometriumshyperplasie)

Hier gibt es verschiedene Schemata. 

Zu beachten ist, dass bei sequentieller Anwendung zum Schutz des Endometriums mindestens 200  mg Progesteron gegeben werden sollten.

Z.B. werden  den ersten 9-12 Tagen des Zyklus ausschließlich Östrogene verabreicht, in der zweiten Hälfte (12-14 Tage) zusätzlich auch ein Gestagen. Danach kann man eine Östrogenpause (6-7 Tage) einlegen, in denen es meist zu einer Blutung kommt.

Oder man kombiniert 22 Tage und macht dann 6 Tage Pause …

Eigentlich wird heutzutage aber in der Ersatztherapie einen immer gleichbleibenden Östrogenblutspiegel favorisiert, d.h. dass man Östrogen durchnimmt, da es sonst wieder zu unangenehmen Beschwerden kommen kann.

Eine Östrogenmonotherapie ist möglich, wenn die Gebärmutter entfernt wurde und keine Endometrioseherde vorliegen, die sonst ggf. entarten könnten! Andererseits verhindert das Gelbkörperhormon Progesteron nicht nur Wucherungen der Gebärmutter, sondern kann auch  stimmungsaufhellend wirken und Schlafprobleme lindern.

2.1.4. Vorbereitung einer HRT

2.1.4.1. Anamnese

Allgemeine Anamnese (Krankengeschichte),  insbesondere Abklärung Kontraindikationen  HRT

wie Krebs , insbesondere Brustkrebs und Unterleibskrebs,  Blutgerinnungsstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombosen,Embolien )Lererkrankungen, Allergien. Bluthochdruck, rauchen, Diabetes, Gallensteine, Migräne, Immunsystem, Epilepsie, Asthma, Ohrerkrankungen…Alles auch in der Familie aufgetretenperat

2.1.4.2. Untersuchung

  • Körperlich: Brüste, Unterleib
  • Ultraschall – Dicke Gebärmiutterschleimhaut, Myome, andere Tumoren? Eierstöcke?
  • Abstrich,… veränderte Zellen, Entzündungen?
  • Laboruntersuchung Hormone, Schilddrüse…, Blutbild, Leberwerte,…?

2.1.4.3. Zusatzuntersuchung CIMT

 Untersuchung der Intima Media Dicke der Carotis-Arterie (CIMT) (Halsgefäß) mittels Doppler/Ultraschall

Wenn man schon eine Weile  hormonell unterversorgt war, kann es sein, das sich bereits Plaques gebildet haben, die sich durch erneute Hormongabe ablösen könnten. Dieses Untersuchungsergebnis  ist nun ein (wenn auch nur orientierender) Marker für den Grad der Verkalkung der Gefäße. Denn an der Halsschlagader sieht man Ablagerungen recht gut!

cimt

Im folgenden zeige ich Euch

2.2. Verschiedene aktuelle Einnahme-Schemata

Als erstes möchte ich Euch das nach den neuesten Erkenntnissen erstellte Schema vorstellen und auch, welche Vorteile dieses Schema hat! Im Folgenden komme ich auch zu den Nebenwirkungen und Nachteilen, sowie zu den sonstigen Möglichkeiten der Behandlung in den Wechseljahren, sodaß Ihr Euch ein umfassendes Bild zu dieser Thematik machen könnt!

2.2.1. Kombinationstherapie  aus transdermalem naturidentischen 17ß-Estradiol und oralem Progesteron und sinnvoll Ergänzungen

(Aktuell nach den neuesten Erkenntnissen erstelltes Hormon-Ersatz-Schema):

  •  1-2 Kapseln Progesteron/Tag oral oder vaginal (letzteres eigentlich besser, dafür aber in Deutschland nicht offiziell zugelassen). (z.B. Progestan 100mg, Utrogest 100 mg)
  •  1-3 Pumphübe/Sprühstoße /Tag Transdermales 17-ß Estradiol (z.B. Gynokadin Dosiergel 0,6 mg/g Gel Estradiol, Estreva 0,1% Gel, rel. neu: Dosieraerosol Lenzetto 1,53 mg/Sprühstoß),  Wirkung oft erst nach ca 2 Wochen spürbar), individuelle Anwendungsempfehlungen beachten

 

Besonderheiten dieser Therapieform

1. Gestagen-Gabe 

 

16908283_126775491070106_1284338849505345536_n(2)Mikronisiertem natürlichem Progesteron den Vorzug geben! 

Dies hat sich hinsichtlich des Thromboembolierisikos als sehr günstig erwiesen. Auch im Hinblick auf das bei synthetischen Gestagenen besonders gefürchtete Brustkrebsrisiko weist natürliches ProgesteronVorteile auf. Eine kombinierte HRT mit Progesteron oder Dydrogesteron über bis zu fünf Jahre hat das Brustkrebsrisiko in der E3N-Studie nicht erhöht.

2. Östrogen-Gabe: 

Naturidentisches 17-ß Estradiol verwenden!

Warum? Die bis vor kurzem hierfür verwendeten Stutenöstrogene (z.B. Estradioldivalerat), d.h. Ausscheidungsprodukte des Pferdes (!) enthalten auch viele Metabolite  – über deren unerwünschte Wirkungen noch nichts bekannt ist! Die bisherigen Studien wurden übrigens alle mit solchem Östrogen Derivaten durchgeführt, die im Menschen nicht vorkommen. Während sich menschliches Östrogen (17-ß-Estradiol) im Laufe der Evolution an den Organismus angepasst hat, wissen wir nicht, was die Ausscheidungsprodukte der Stute im menschlichen Organismus anrichten!

Die Verabreichung des Östrogens sollte transdermal erfolgen,

entweder mit dem Hormonpflaster, einem Gel zum Auftragen auf die Haut oder seit kurzem dem Spray, das in kürzester Zeit einzieht. Dabei gelangt das Östrogen  kontinuierlich ohne größere Schwankungen über die Haut (transdermal) direkt ins Blut, so, wie es vor der Menopause natürlicherweise im Organismus war!

Denn durch den Mund (oral) verabreicht, muß  das Östrogen erst durch den Magen und gelangt dann durch das Pfortadersystem letztendlich zu den Organen, wo es gebraucht wird (Gehirn, Knochen und Herzkreislauf-System). An der Leber gibt es jedoch sehr viele Östrogen-abhängige Effekte, die bei der oralen Gabe beachtet werden müssen, z.B. die Aktivierung der Gerinnungsfaktoren oder des Schilddrüsen- und Kortikoidstoffwechsels und  die oft eine Erhöhung des Risikoprofils mit sich bringen!

Zusätzl. sinnvolle Gabe

(siehe auch 3. Nicht-hormononelle Behandlungsmehtoden) :

  • evtl. je nach Beschwerdebild  Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln /Vitaminen / lokalen Gels z.B. Aufbau einer gesunden Darmflora/Scheidenflora Multigyn-Produkte,  (Scheidenmillieu/Trockenheit, Gels) Vagisan-Creme, Femisanit (Scheidentrockenheit – Kapseln), Sinekrin (auch gegen Schwellungen,Knochen,Haut…), Chlorella (Versorgung, gegen Schadstoffe – kurmäßig), Spirulina (B-Vitamine)
  • nach Prüfung Vit. D3 Spiegel – Vit. D3 (z.B. Biomenta D3  20 000 IE /1x Woche Depot)
  • da im Alter auch oft die Schilddrüsenfunktion nachlässt, empfiehlt sich auch hier eine diagnostische Überprüfung, um ggf. eine Therapie (Jod, Schilddrüsenhormone) einzuleiten.

 

2.2.2. Übliche  konventionelle Hormonersatztherapie, wie sie auch heute noch oft angewandt wird

Eine die letzten Jahre am häufigsten angewandte Methode sind sogenannte ,,Wechseljahrespillen mit einer meist festen Kombination aus einem (überwiegend equinen) Östrogen und einem (künstlichen) Gestagen. Auch hier gibt es die kontinuierliche und die sequenzielle Hormontherapie. Hier nur ein Beispiel von vielen, dass noch viele Patientinnen so erhalten und auch gut damit fahren.

2.2.2.1. Bsp. ,,Wechseljahrspille“

( z.B. Cyclo-Progynova® N 2 mg/0,15 mg, überzogene Tabletten)
Einnahme 9 Tage gelbe Tablette enthält nur Estradiolvalerat 2,00 mg (entsprechend 1,53 mg Estradiol)
dann 12 Tage braune Tablette enthält Kombination Estradiolvalerat 2,00 mg (entsprechend 1,53 mg Estradiol), Levonorgestrel 0,15 mg, danach 7 Tage Pause (ggf. setzt in dieser Zeit Blutung ein)

Auch diese Kombination gilt als relativ sicher. Allerdings wird das Östrogen oral gegeben und das veränderte Östrogen gegeben (Nachteile siehe bei 2.1.1).

2.2.2.2. Soll man auf natürliche Hormone wechseln?

Nun ist die Frage: Soll man, da dieses Anwendungs-Schema ja, wie oben erklärt, einige Nachteile hat, zu den natürlichen Hormonen wechseln? Wenn man gut mit ihm fährt, ist eigentlich keine zwingende Notwendigkeit gegeben. Aber…

An besten ist es, man klärt mit seinem Gynäkologen, wie lange es sinnvoll ist, überhaupt noch Hormone zu nehmen. Denn eigentlich gilt für diese Kombi eine empfohlenen Einnahmezeit nur, solange es bezüglich der Beschwerden nötig ist. Laut aktueller Datenlage würde es aber durchaus Sinn machen, die Hormone doch etwas länger zu nehmen. Und dann wäre ein Wechsel auf natürliche Hormone schon sinnvoll!

Möchte man aber, aus welchen Gründen auch immer, sowieso in Bälde mit den Hormonen aufhören, kann man, denke ich, ohne wesentlich erhöhtes Risiko auch noch 1-2 Jahre bei diesem Verfahren bleiben… Allerdings würde ich, wenn ich mich neu für eine HRT entscheide, gleich zu dem natürlichen Verfahren raten!

 

2.2.3.  Die Modifizierte Hormnonersatztherapie mit natürlichen Hormonen nach Rimkus

zzrimkusVor etwa 2 Jahren flammte die Diskussion um die „Natürliche Hormontherapie nach Rimkus„, auf, die sich wie eine Mischung der beiden oben aufgezeigten liest … , aber doch  kleine, entscheidende Änderungen aufweist. Dabei werden wie bei 2.1.1. ausschließlich dem menschlichen Körper identische Hormone, mit Zink und Kupfer kombiniert (um die Enzymtätigkeit zu unterstützen), verwendet. Deshalb soll sie keine gravierende Nebenwirkungen (wie die Therapie mit leicht veränderten Hormonen  2.1.2., die aktuell (noch) Standard ist, haben. Leider fehlen auch hier standardisierte Studien, so daß keine offiziellen Empfehlungen gegeben werden dürfen. Ich hatte das Vergnügen, mich mit Dr. Rimkus einen Abend lang unterhalten zu dürfen. Er hat nach jahrzehntelanger Anwendung in seiner Praxis tatsächlich nie dererlei Nebenwirkungen festgestellt… und die Frauen haben sich laut seiner Aussage immer sehr wohl gefühlt. Deshalb gibt es mittlerweile einige Ärzte, die nach dem  Schema behandeln, ich habe nur von guten Ergebnissen gehört….

Aus diesen Gründen habe ich mich entschieden, hier diese Methode etwas genauer vorzustellen, meine Aufgabe ist es ja, möglichst umfassend zu informieren…

Hier wird im Präklimakterium  bei noch gutem Östradiol-Spiegel natürliches Progesteron  vom 7.-29. Zyklustag  eingenommen, danach 6 Tage Pause gemacht. Dies führt dazu, dass durch Umwandlung der Östrogen in Progesteronrezeptoren  an der Gebärmutterschleimhaut die Blutung mit der Zeit ganz wegbleibt.

Fehlt auch Östrogen, wird biphasisch (sequenziell) behandelt (7.-17. Tag nur Östradiol, dann 12 Tage kombiniert, dann 6 Tage Pause.

In der frühen Menopause  wird 22 Tage kombiniert, dann 6 Tage Pause gemacht. Bleiben mehr als 3 Monate die Blutungen weg, kann auf die Pause verzichtet werde (Pause immer nötig, wenn Blutungen auftreten, wenn die Blutung vorher schon einmal länger als ein Jahr weggeblieben ist, muß natürlich weiter abgeklärt werden, es könnte sich etwas Krankhaftes dahinter verbergen!

Möchte man die ältere Frau behandeln, beginnt man ganz langsam (mit der viertel oder halben Dosierung) und steigert dann langsam (Kontinuierliche Behandlung).

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Die richtig reifen Äpfel sind oft die Besten…

An der Stelle möchte ich betonen, dass ich von Herrn Rimkus keinerlei Zuwendung für diese Information erhalte, sondern nur bestrebt bin, alle Optionen aufzuzeigen!

Fazit zur Rimkus-Therapie: Wenn man bedenkt, dass Herr Rimkus seine Therapie einfach aufgrund seiner Beobachtungen und dem gesunden Menschenverstand aufgebaut hat, ist dieses Schema eine tolle Leistung! Er ist der ,,Urvater“ der natürlichen Hormone, wenn man so will! 7

Auf der anderen Seite weist das Schema kleine Mängel auf. So gibt er das Östrogen oral, was ungünstiger hinsichtlich der Verstoffwechselung sein soll.

Bei der Frau  über 60 Jahren ist es, wie insbesondere die WHI- Studie  ja nun gezeigt hat, relativ gefährlich, noch mit Hormonen anzufangen! Es ist schließlich wahrscheinich, dass es in den Jahren ohne Hormn-Substitution bereits zu einer Plaquesbildung gekommen ist, weshalb nun das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bzw. Thrombosen und Embolien zumindest bei Beginn der HRT erhöht ist! Hier muss sicherlich von Fall zu Fall unterschieden werden, ob dieses Risiko noch eingegangen werden kann, denn die Empfehlungen raten davon ganz klar ab (,,window of opportunity“ : so früh wie möglich , Beginn nicht über 60 Jahre! )

Die Empfehlung geht deshalb dahin, auf alle Fälle vor Beginn jeder HRT das einfache Mittel der Intima-Media Dicken Messung anzuwenden, um einen Eindruck hinsichtlich des Plaques Risikos zu bekommen.

Wie bei den anderen Therapien auch, sollte die Schleimhautdicke der Gebärmutterschleimhaut mittels Vaginalsonographie im Auge behalten werden. Insgesamt ist die Rimkus-Therapie wahrscheinlich nicht schlechter, sondern durch die natürlichen Hormone eher besser als eine herkömmliche Hormontherapie! Ich sehe sie als Vorreiter-Therapie mit kleinen Mängeln, die man mit der natürlichen, modernen Hormontherapie behoben hat! Mir gefällt, mit welcher Vehemenz Herr Rimkus diese Therapie zum Wohle der Frau aufgebaut und entwickelt hat und damit den Weg für eine natürliche Hrmontherapie geebnet hat! Zudem sollten sich die Ärzte von seiner differenzierten, durchdachten Vorgehensweise, mit der er bemüht ist, für jede Frau die richtige Therapie zu finden, eine Scheibe abschneiden!

 

2.3. Nebenwirkungen der konventionellen HRT

2.3.1. Allgemeines zu Nebenwirkungen

Insgesamt wird die Hormongabe in den Wechseljahren sehr gut vertragen. Die Frauen fühlen sich oft schlagartig besser. Die Nebenwirkungen sind insgesamt relativ selten. Wenn sie aber auftreten, können sie mehr oder weniger belastend sein. Deshalb habe ich bei den gravierenden Nebenwirkungen (wie Brustkrebs) die Häufigkeiten dazu geschrieben, damit jede Frau für sich entscheiden kann, ob sie das Risiko eingehen will oder nicht. Allerdings sind viele der Nebenwirkung aufgrund der WHI-Studien-Auswertung entstanden, die ja gravierende Mängel aufweist. Dazu später mehr…

2.3.2. Allgemeine Nebenwirkungen konventioneller HET

  • Störung der Monatsblutung (wenn sie noch da ist),  wie Schmier- und Zwischenblutungen, schmerzhafte oder verstärkte Blutung und Ausfluß, Gebärmutterpolypen, es auch zu einem Wieder-Auftreten von Blutungen
  • Verschlimmerung von Geschwülsten der Muskelschicht der Gebärmutter (Leiomyomen),
  • Bauchschmerzen, Erbrechen, Verstopfung und Durchfall
  • Auftreten von Gallenwegs/-blasen – Erkrankungen
  • Kopfschmerzen, Migräne und Schwindel
  • Brustschmerzen, Vergrößerung der Brust, gutartige Brusttumore

2.3.3. Auftreten bösartiger Tumoren (Krebs) mit Häufigkeiten

– Zunahme des Brustkrebs-Risikos (Mamma-Karzinom)

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Möglichkeiten, wie man die Brust selbst auf Veränderungen untersuchen kann: Achsehöhlen und Areal über dem Schlüsselbein nicht vergessen!

Hier hat die Auswertung von über 50 Studien ergeben, dass ohne Anwendungvon Arzneimitteln zur Hormonersatzbehandlung etwa 45 von 1000 Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren eine Brustkrebsdiagnose zu erwarten haben. Es wird geschätzt, dass bei Frauen im entsprechenden Alter mit gegenwärtiger oder früherer Hormonersatzbehandlung bei 5-jähriger Behandlungsdauer 1 bis 3 zusätzliche Fälle pro 1000 auftreten, bei 10jähriger Behandlungsdauer 3 bis 9 und bei 15jähriger Behandlungsdauer 5 bis 20 . Unabhängig vom Alter der Frauen bei Beginn einer Hormonersatzbehandlung ist die Zahl der zusätzlichen Brustkrebsfälle ungefähr gleich (Luzuy Genf 2007).

– Zunahme des Gebärmutterschleimhautkrebs(Endometriumkarzinom):

Neuauftreten in Deutschland 27 pro 100.000 Frauen, bei Frauen mit alleiniger Östrogen-Substitution steigt das Risiko um das 2-fache, allerdings bei Verhütung mit Östrogenen und Gestagenen nur um das 0,3 bis 0,5- fache(Jens Einenkel, Leipzig 2012) . Dies erklärt sich dadurch, dass Gestagene schützend auf das überschießende Wachstum der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumshyperplasie, die zu Krebs führen kann) wirkt. Deshalb gibt man auch Frauen, die die Gebärmutter noch haben, immer ein Gestagen dazu. Das Risiko ist also heutzutage wahrscheinlich wesentlich geringer als das doppelte Risiko.

– Zunahme des Eierstockkrebses (Ovarialkarzinom):

Neuauftreten innerhalb von 5 Jahren war bei Frauen ohne HET 2,2 pro 1000 Frauen, bei Frauen mit HET 2,6, d.h. es kommt zu einem  zusätzlichen Fall bei 2500 Benutzerinnen.
(Literatur: 1. Million Women Study Collaborators. Ovarian cancer and hormone replacement therapy in the Million Women Study. Lancet 2007 May 19; 369:1703-10 und 2. Lacey JV Jr et al. Menopausal hormone therapy and ovarian cancer risk in the National Institutes of Health–AARP Diet and Health Study Cohort. J Natl Cancer Inst 2006 Oct 4; 98:1397-405)

– Zunahme des thrombembolischen Risikos (d.h. Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolie)

um das 2-3 fache ( Hulley S,et al (1998) Randomized trial of estro- gen plus progestin for secondary pre- vention of coronary heart disease in postmenopausal women. Heart and Estrogen/progestin Replacement Study (HERS) Research Group. JAMA 280(7):605–613)

Allerdings hat die HET ja auch eine protektive Wirkung (s.o.)

2.3.4. Kontraindikationen einer Hormonersatztherapie

  • schwere Lebererkrankungen (cholestatischer Ikterus, Lebertumore)
  • hormonabhängige Tumore (Brustkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs… oder Zustand danach)
  • schwer einstellbare arterielle Hypertonie
  • thrombembolische Erkrankungen bei Störungen des Gerinnungsstatus mit Thromboseneigung -ungeklärte uterine Blutungen und Sichelzellanämie, Z.n. Infarkten/Embolien
  • evtl. schwere Migräne