Frauenarzt – Sprechstunde Wechseljahre Teil 7 : Wie es kam, dass die Hormonersatztherapie so in Verruf geriet, nachdem anfänglich Begeisterung herrschte …

WICHTIG: Vor Anwendung jeder Therapie müssen die Gegenanzeigen geprüft werden und eine (gynäkologische und ggf. weiterführende) Untersuchung durchgeführt werden! Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung und Behandlung des Gynäkologen! Auch sind zwar die Inhalte nach bestem Wissen zusammengetragen worden, dennoch übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit oder die Wirksamkeit der Therapien!
Ich zeige im folgenden verschiedene Beispiele von eingesetzten Medikamenten.  Dadurch habe ich allerdings keinerlei pekuniären Nutzen! Ist das Werbung? Wenn ja deklariere ich den Text hiermit!

Inhaltsverzeichnis:

7.1. Auswertung der WHI Studie

7.2. Folge

7.2. Ursachen der Fehlinterpretationen der WHI-Studie

7.3. Zum Schluss war es doch wieder  anders …

Wie es kam, dass die Hormonersatztherapie so in Verruf geriet, nachdem anfänglich Begeisterung herrschte …

7.1. Auswertung der WHI Studie

Mehr als 16.000 Frauen nach den Wechseljahren hatten
sich freiwillig an der Studie beteiligt. Durchschnittlich 5,2 Jahre nahm die eine Hälfte der Frauen eine
Hormonkombination, die in Deutschland wenig gebräuchlich ist (Östrogene aus Stutenharn plus das Gestagen
Medroxyprogesteron MPA). Die Ergebnisse aus der Hormongruppe waren „ernüchternd“, wie der
Bundesverband der Frauenärzte feststellte.

Trotz der  offensichtlichen Vorteile einer Hormonersatztherapie war sie aber in der Vergangenheit  wegen ihrer vermeintlichen riskanter Nebenwirkungen in Verruf gekommen. Und zwar waren im Jahr 2002 die ersten Auswertungen der WHI-Studie für viele erschreckend gewesen, da die erhofften Vorteile  so  nicht eingetreten waren. Im Gegenteil! Manche Risiken hatten sich sogar nach einer HET erhöht!

In einer im März publizierten Artikels des angesehenen New England Journal of Medicine weisen nun Joann E. Manson und Andrew M. Kaunitz, zwei der maßgeblichen StudienautorInnen der WHI-Studie selbst, auf die Folgen der jahrelangen, fehlerhaften Interpretation ihrer Studiendaten hin:

7.2. Folge

IMG_7465Hunderttausende von Frauen hatten in der Folge der Studie, deren Auswertungen seit 2002 publiziert werden, die Hormonpräparate abgesetzt oder wurden nicht angemessen behandelt, weil die Annahme vorherrschte, dass die Hormonersatzbehandlung (HET) durchweg gesundheitliche Risiken berge.

,,Aber“, so schrieben die Autorinnen der Studie selbst, ,,Der Nutzen der Hormon- Ersatzbehandlung übersteigt bei weitem mögliche Risiken“,

Denn seit kurzem wissen wir nun aber , dass es bei der WHI-Studie, auf der diese Aussagen beruhen, doch zu einigen Mängeln sowohl beim Studiendesign als auch bei der Auswertung gekommen war! Da hierüber in der Presse recht viel berichtet wurde, möchte ich kurz erklären, was es mit dieser

7.2. Ursachen der Fehlinterpretationen der WHI-Studie

 WIe kam es zu den, zum Teil hohe Nebenwirkungsraten  bei der HET, die zur restriktiven Anwendungsempfehlungen der Hormone auch in den deutschen Richtlinen führte?

Nun war das durchschnittliche Alter der Frauen bei Beginn der HET 63 Jahre und nicht wie normalerweise üblich um den Zeitpunkt der Menopause (durchschnittlich im Alter von 51 Jahren). Zudem hatten ca. 50% der Teilnehmer Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen, wie starkes Übergewicht,Bluthochdruck, Raucherinnen und es gabVorerkrankungen wie Diabetes oder koronare HerzerkrankungenZudem war das in der Studie verwendete Hormonpräparat etwa doppelt zu hoch dosiert wie bei einer HET normalerweise üblich!

 Nun ist es so, dass, solange die Geschlechtshormone noch aktiv sind (als bis ca.   um 50 Jahre) , sie die Gefäße von Ablagerungen freihalten können! Dadurch kommt es zu einem Schutz vor Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.Wenn Hormone nun schon einige Jahre fehlen (was bei dem durchschnittlichen Alter von 63 Jahren der Fall ist), können sich zwischenzeitlich arterielle Plaques gebildet haben! Gibt man erneut Hormone, können sich Ablagerungen ablösen und durch das Gefäßsystem in Lunge, Herz oder Hirn gelangen und dort Infarkte auslösen, die schlimmstenfalls tödlich enden können. 

Wenn man das weiß. erklären die oben beschriebenen Studienfakten natürlich , warum es bei Beginn der Einnahme zunächst zu einer Erhöhung des Neuauftretens  von kadiovaskulären Ereignissen kam!

7.3. Zum Schluss war es doch wieder  anders …

Auch das folgende  Detail der Studie ist wichtig : In der kleinen Gruppe der 50- bis 59-Jährigen gab es unter den Teilnehmerinnen der WHI-Studie auch  positive Effekte:

Neben der Beseitigung der typischen Mangelsymptome wurde eine geringere Zahl an Knochenbrüchen, Diabetes-Erkrankungen und Todesfällen allgemein beobachtet, und bei der Untergruppe mit einer alleinigen Östrogentherapie sogar eine Senkung der Brustkrebs-Rate im Vergleich zu der mit einem Plazebo behandelten Gruppe.

Im Idealfall sollte also sofort beim Eintreten der Wechseljahre  mit einer Hormonersatztherapie begonnen werden!

Nachdem sich wieder einmal zeigt, wie wichtig doch genaue Recherche ist und dass sich sogar gegenteilige Schlüsse aus derselben Studie ableiten lassen, möchte ich mit dem Zitat von Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte zu den Vorfällen im Zusammenhang mit der WHI-Studie diesen Artikel schließen:

„Es ist sehr erfreulich, dass die Autoren der WHI-Studie selbst soeben im ‚New England Journal of Medicine‘ die Aussagefähigkeit ihrer eigenen Studie zurechtgerückt haben, mindestens ein Drittel aller Frauen in den Wechseljahren ist durch den Verlust der Hormonproduktion so sehr beeinträchtigt, dass sie eine medizinische Unterstützung brauchen, die über allgemeine Tipps zur Lebensführung und pflanzliche Plazebos aus dem Drogeriemarkt hinausgeht.

Viele von ihnen haben jahrelang um ihre Gesundheit gefürchtet, wenn wir ihnen einen Ersatz ihrer Hormone empfohlen und verordnet haben. All diese Frauen können jetzt wirklich erleichtert sein, und wir als ihre behandelnden Frauenärztinnen und -ärzte sind es auch.“

Frauenarzt – Sprechstunde Wechseljahre Teil 5 : Was passiert mit dem Körper und wie kann ich ihn unterstützen

WICHTIG: Vor Anwendung jeder Therapie müssen die Gegenanzeigen geprüft werden und eine (gynäkologische und ggf. weiterführende) Untersuchung durchgeführt werden! Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung und Behandlung des Gynäkologen! Auch sind zwar die Inhalte nach bestem Wissen zusammengetragen worden, dennoch übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit oder die Wirksamkeit der Therapien!
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Inhaltsverzeichnis

5.1.Haut 

5.2. Haare 

5.3. Gewicht

5.4. Ernährung

5.5. leichter Sport

 

Was passiert mit dem Körper während der Wechseljahre und wie kann ich ihn unterstützen?

5.1. Haut 

Die Haut am ganzen Körper wird zunehmend trockener und dünner. Während der Wechseljahre kann es aber auch gelegentlich durch Hormonschwankungen  zu Unreinheiten kommen. Der Körper ist für ein Mehr an individueller Pflege dankbar. Fett und Feuchtigkeit sind dabei bei trockener, spannender Haut wichtig. Zusätzlich sollte auf ausreichend Sonnenschutz verwendet werden, damit sich keine Pigmentflecken bilden. Auch die Vaginal-Schleimhaut kann sich trocken anfühlen. Hier gibt es auch eine Reihe spezieller Cremes und Gele. Die Frauen empfinden oft unterschiedliche Produkte als angenehm. Die eine verträgt am besten einfaches Fett wie Vaseline, die andere bevorzugt ein feuchtigkeitshaltiges Gel. Zu beachten ist in dem Zusammenhang, dass Fettcreme ggf. die Zuverlässigkeit eines Kondomes herabsetzen kann.

Aggressive Waschcremes sollten vermieden werden. Bei Verwendung eines Makeups nicht übertreiben – zu dunkles Makeup setzt sich in den Fältchen ab und betont sie noch. Zu reichliche Verwendung von Puder trocknet die Haut oft aus und läßt sie maskenhaft wirken. Wenn man gepflegt mit einem leichten Makeup eine fröhliche Ausstrahlung bewahren kann, wirkt man viel jünger, als die überschminkte, auf „jung“ getrimmte Haut. Nie habe ich das Bild Gustav von Aschenbachs in dezzxr wunderschönen Visconti-Verfilmung des Thomas-Mann Klassikers „Tod in Venedig“ vergessen – Clownähnlich geschminkt um jünger zu erscheinen, will er der pathologischen Liebe zu einem Jungen nachhelfen… nicht nachmachen!

5.2. Haare 

Sie werden oft dünner und sollten so wenig wie möglich strapaziert werden. Zusätzlich vertragen sie auch eine sanfte Pflege in Form vom Kuren und Ölen. Hierzu gibt es auf meinem Blog auch einen Beitrag

MEDIZIN: HAARAUSFALL – THERAPIEN UND NEUE ERKENNTNISSE IM ÜBERBLICK

in dem einiges Tipps zum Thema: Haare und Wechseljahre gegeben werden…

5.3. Gewicht:

Oft kommt es in den Wechseljahren zu einer Gewichtszunahme, obwohl davor lange das Gewicht konstant war und man nichts an seinen Essgewohnheiten geändert hat… Aber mit dem verlangsamten Stoffwechsel sinkt auch der Energiebedarf…

Hier ist eine

5.4. ErnährungS1250006 (2)

, die eine ausreichende Nährstoffzufuhr bei möglichst wenig „leeren“ Kohlehydraten gewährleistet, sinnvoll. Neben Obst und Gemüse ist auch etwas hochwertiges  Eiweiß und Eisen gut (z.B. aus magerem Fleisch, Soja und Getreideprodukten wie  Quinoa und Kichererbsen), damit die Muskeln nicht abbauen und ausreichend roter Blutfarbstoff, der für den Sauerstofftransport notwendig ist. Auch Calcium ist wichtig (Milchprodukte), zusammen mit Vitamin D, das nur an der Luft gebildet werden kann sind sie wichtig für feste Knochen. Ggf. sollte man eine Knochendichtemessung erwägen und diese Stoffe in Tablettenform zu sich nehmen.Allerdings bin ich bei der oralen Calciumzufuhr etwas skeptisch. Denn als ich einmal für einige Monate an der Dialyse arbeitete, war das jahrelange Einnehmen solcher Calciumprodukte in zu hoher Dosierung ein nicht ganz seltenenr Dialysegrund! Überdosierungen in Tablettenform können der Niere also den Garaus machen!

Wer Fisch mag, hat hier einen tollen Eiweißliferant, Seefisch enthält u.a. Jod und wertvolle Fettsäuren. Auch bei Jod, das wichtig für die Schilddrüse ist,gilt, dass die Testung der Werte sinnvoll (s.o) ist. Toll ist auch die leichte mediterrane Küche oder Wokpfannen, in denen das Gemüse nur kurz mit wenig Fett knackig angebraten wird….Ab und zu ein wenig unbehandelte Nüsse knabbern – tut auch dem Gehirn gut…

Es gibt übrigens auch eine Anti-Aging Ernährung, die besagt, dass man sich unterkalorisch ernähren soll, weil das bei Ratten zu einer signifikanten Verlängerung des Lebens geführt hat… Nun ja, wem´s Spaß macht… Allerdings sehe ich dabei auch die Gefahr mt Unterversorgung an relevanten Nährstoffen. Zudem sind meines Wissens bis jetzt noch keine Studien dazu an Menschen veröffentlicht worden – wenn doch, gebt mir Bescheid!

zzbbAuch

5.5. leichter Sport

ist empfehlenswert. Sucht Euch etwas, das Euch Spaß macht, vielleicht mit anderen zusammen. Sonntags ziehen in unserer Gegend immer Die Walking-Frauen durch die Wälder – fröhlich schwatzend ohne dass man den Eindruck haben, dass sie sich überanstrengen. Ein Hund tut auch wahre Wunder. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, erfüllt er es mit fröhlichem Gebell und zwingt einen an die frische Luft….Wenn wir beim Sport sind , möchte ich auch die Beckenbodengymnastik, die ich auf alle Fälle auch vorbeugend durchführen würde, ansprechen. zzeinkaufDie Muskeln, die trainiert werden sollen, sind die, mit denen man den Harnstrahl anhalten würde.  Sie kann man unmerklich, z.B. wenn man in einer Warteschlange steht, anspannen.. 20x hintereinander, immer wenn man „Zeit “ hat, helfen schon viel um die Durchblutung in dieser Region zu fördern und die Blasenfunktion und eine andere, lustvollere… zu unterstützen. Es gibt natürlich noch viele anderen Übungen , z.B. auf den Rücken legen, die Beine anstellen, das Becken nach oben anheben, dabei die Wirbelsäule und Podex anspannen und abwechselnd die Beine nach vorne strecken. Oder sich auf die Seite legen und das obere Bein nur ein wenig nach hinten oben anheben und 20 sec. halten, dann die andere Seite… Dabei wird gleichzeitig die Bauch-Beine-Po-Region trainiert, der das auch nicht schadet…

Wenn man sich unsicher ist, kann man auch eine zeit lang unter professioneller Anleitung trainieren. Das macht Spaß und der innerer Schweinehund läßt sich besser überwinden…

 

Frauenarzt-Sprechstunde Wechseljahre Teil 4: ENTSCHEIDUNGSHILFE – Welche Therapie ist die richtige für mich?

WICHTIG: Vor Anwendung jeder Therapie müssen die Gegenanzeigen geprüft werden und eine (gynäkologische und ggf. weiterführende) Untersuchung durchgeführt werden! Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung und Behandlung des Gynäkologen! Auch sind zwar die Inhalte nach bestem Wissen zusammengetragen worden, dennoch übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit oder die Wirksamkeit der Therapien!
Ich zeige im folgenden verschiedene Beispiele von eingesetzten Medikamenten.  Dadurch habe ich allerdings keinerlei pekuniären Nutzen! Ist das Werbung? Wenn ja deklariere ich den Text hiermit!

Inhaltsverzeichnis

4.1. Was sagen die Leitlinien?

4.2. Auch ohne  Hormontherapie kann man relativ lange eine gute Lebensqualität bewahren!

 

4.1. Was sagen die Leitlinien?

Die ,,alten“Leitlinien (siehe oben) sprechen klare Worte – eine HRT ist nur dann empfehlenswert, wenn man unter Wechseljahresbeschwerden leidet, die man anders nicht in den Griff bekommt. Im Klartext heißt das: Wenn als Beschwerden da sind, ist es okay und sonst nicht?  ,,Aber“, werdet Ihr zu recht fragen, ,,was ist, wenn ich keine Beschwerden habe, mir aber die Vorteile durch eine HRT nicht entgehen lassen möchte?

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Das Bild drückt es aus: Nicht immer ist der Himmel nur Grau oder Blau … Es gibt -wie auch bei vielen Entscheidungen – viele ,,Zwischentöne“…

Ehrliche Meinung? Wer gerne Hormone nehmen möchte und wenn tatsächlich nichts dagegen spricht, man sich außerdem bewußt ist, dass ein Restrisiko immer vorhanden sein kann (siehe Kapitel Nebenwirkungen) , der sollte mit seinem Frauenarzt darüber sprechen, ob eine Hormontherapie nicht trotzdem sinnvoll sein könnte. Denn nur er kennt seine Patienten individuell und kann sie dementsprechend beraten!

Zwar hat die Natur solche langen Lebensspannen, wie wir sie momentan schon erreichen, eigentlich auch nicht vorgesehen. Das sollte aber kein Kriterium für eine HRT sein …  Denn das Ganze soll keinesfalls ins Gegenteil umschlagen! 

Auch, wenn man sich einfach nur unwohl bei dem Gedanken fühlt, der Natur ,,ins Handwerk zu pfuschen“, sollte man von einer HRT absehen, denn häufig merkt der Körper selbst ganz gut, was ihm gut tut, und was nicht. Denn viel zu oft unterdrücken wir dieses ,,natürliche Regulat“, den man auch ,,Instinkt“ nennt!  Zwar nicht immer, aber doch oft ist es nämlich gar nicht so verkehrt, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen!  Dabei sollten wir uns auch Folgendes vor Augen halten:

4.2. Auch ohne  Hormontherapie kann man relativ lange eine gute Lebensqualität bewahren!

Das oben geschriebene heißt nicht, dass es nicht möglich ist, auch ohne Hormontherapie nur langsam zu altern. Es gibt nämlich tatsächlich eine ganze Reihe Frauen, die Wechseljahresbeschwerden im typischen Sinn (s.o.) mit Schwitzen etc. überhaupt nicht durchmachen müssen und deren Körper sich gut an die wechselnden Umstände anpassen kann! Ob der Alterungsprozeß  schneller abläuft, wenn man keine Hormone nimmt, könnte zwar sein, allerdings sind die Geschlechts-Hormone nur einer von vielen Faktoren, die das Altern vorantreibt! Es ist auf der anderen Seite auch wichtig, dem Körper mit einer gewissen Disziplin all´ das zukommen zu lassen, was er benötigt (siehe unten). Dabei kann auch der Hausarzt immer wieder durch Blut- und Urinuntersuchungen feststellen, ob alles in Ordnung ist. Manchmal sind auch Zusatzuntersuchungen, die Auskunft über Vitaminmängel, Schilddrüsenzustand oder Knochenbeschaffenheit geben, sinnvoll. Leider zahlt diese Untersuchungen die Krankenkasse nicht immer ….

Setzt Euch also mit einem Frauenarzt, dem Ihr vertraut, zusammen und überlegt gemeinsam, was für Euch ganz allein das Richtige ist! Kommt Ihr gut klar? Habt Ihr Euer Leben auch ohne Hormone gut im Griff?

Oder habt Ihr selbst deutliche Risikofaktoren für vorzeitiges Altern wie Rauchen, gehäuften Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Psychostress, Fehlernährung etc. , … die vorderdringlich angegegangen werden müssten,?

Auch wer gehäuft Erbkrankheiten, die in hormonellen Zusammenhang stehen,  wie gehäuft Brustkrebs, in der Familie hat, sollte genau mit dem Arzt seines Vertrauens besprechen, ob eine HRT wirklich von Nutzen ist oder sich vielleicht sogar eher ungünstig auswirkt!?

Seid Ihr unsicher? Schaut Euch die Vor- und Nachteile an, die ich Euch hier (mit zugegeben einiger Mühe, denn alleine die Überarbeitung und Literaturrecherche hat mich Tage  gekostet!) zusammengesucht habe und stellt Eurem Frauenarzt noch einmal die Fragen, die Euch wichtig sind und überlegt dann gemeinsam mit ihm, was für Euch am besten ist. Auch ich empfehle vielen Patienten keine Hormone. Denn nicht immer überwiegen die Vorteile! Auf der anderen Seite lasst Euch auch nicht in eine Ecke drängen! Wenn Ihr unter den Folgen des Älterwerdens leidet, habt Ihr mit einer ordentlichen, natürlichen Hormonersatztherapie eine Option, die man durchaus, ohne schlechtes Gewissen nutzen kann! Ob Ich 100% sagen kann, dass Ihr keine Schäden davon erleidet? Nein! Denn nichts in der Medizin, auch nicht im Leben, ist 100% sicher!  Aber ich kann aus Erfahrung sagen, dass die meisten Frauen, die deutliche Beschwerden hatten, nach etwa 2-12 Wochen beschwerdefrei waren und nicht mehr auf ihre HRT verzichten wollten!

Frauenarzt-Sprechstunde Wechseljahre Teil 3 : Behandlung ohne Hormone – Pflanzliche Mittel, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel

WICHTIG: Vor Anwendung jeder Therapie müssen die Gegenanzeigen geprüft werden und eine (gynäkologische und ggf. weiterführende) Untersuchung durchgeführt werden! Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung und Behandlung des Gynäkologen! Auch sind zwar die Inhalte nach bestem Wissen zusammengetragen worden, dennoch übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit oder die Wirksamkeit der Therapien!
Ich zeige im folgenden verschiedene Beispiele von eingesetzten Medikamenten.  Dadurch habe ich allerdings keinerlei pekuniären Nutzen! Ist das Werbung? Wenn ja deklariere ich den Text hiermit!

Inhaltsverzeichnis 

3.1.  Pflanzliche Stoffe  zur Unterstützung der hormonellen Funktion  und Behandlung der Symptome

3.1.1. Mönchspfeffer (agnus castus) 

3.1.2. Sibirische Rhabarberwurzel

3.1.3. Cimifuga (Traubensilberkerze)

3.1.4. Salbei-Tee

3.1.5. Frauenmantel-Tee

3.2. Sonstige Medikamente, die bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden

3.2.1. selektiven Serotonin- Wiederaufnahmehemmer

3.3. Spezielle Nahrungsergänzungsmittel für die Zeit der Hormonumstellung siehe auch 2.1.1.

Auch da gibt es verschiedene Präparate mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Sie erhöhen auch nicht in dem Maße die Krebs – und Thromboserisiken, da sie selber keine „echten“ Hormone sind. Allerdings muß man auch hier auf mögliche Interaktionen und Nebenwirkungen achten.

 

3.1.  Pflanzliche Stoffe  zur Unterstützung der hormonellen Funktion  und Behandlung der Symptome

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Isoflavone, Soja, Rotklee, Cimifuga, Nachtkerze und Ginseng, Dong Quai, Yamswurzel, Hopfen, Mönchspfeffer oder Frauenmantel, Salbei, Bockshornklee,…die man in Form von  Tabletten, Kapseln und Tees zu sich nimmt, können Wechseljahresbeschwerden auch zumindest lindern.

Im Folgenden möchte ich häufig eingesetzte Wirkstoffe kurz in ihrer Wirkungsweise vorstellen:

3.1.1.Mönchspfeffer (Agnus Castus) 

stimuliert die Progesteronfreisetzung, denn zu Beginn der Wechseljahre sinkt als erstes der Progesteronspiegel und ein anderes Hormon, das Prolaktin, gebremst (inhibiert). Es wird jeden Tag genommen und wirkt stabilisierend auf den Zyklus und auf das prämenstruelle Syndrom (Brustspannen/Unwohlsein zu Ende des Zyklus vor der Periode). Präparate werden auch schon bei prämenopausalen Beschwerden eingesetzt.

3.1.2. Sibirische Rhabarberwurzel (Raponticin)

Die östrogenartige Wirkung von Raponticin wurde in Studien nachgewiesen. Allerdings wird nur ein Teil der Östrogenrezeptoren, die Östrogen-Beta-Rezeptoren*, aktiviert.

(*Die Alpha-Rezeptoren werden für die Entstehung von Brustkrebs und Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich gemacht, während die Beta-Rezeptoren Einflüsse haben auf:

  • ZNS (z. B. die Wärmeregulation)
  • Knochenstoffwechsel
  • Vaginalepithel
  • Herz-Kreislaufsystem
  • Urogenitalsystem
  • Beschwerden der Wechseljahren)

Ein anderer Teil, die Östrogen-Alpha-Rezeptoren, werden dagegen nicht angesprochen. Raponticin wird deshalb auch als „selektiver Östrogenrezeptormodulator“ bezeichnet abgekürzt SERM. Dieser Mechanismus wurde von Forschern der Universität Dresden nachgewiesen, deren Studie 2007 im „Journal of steroid biochemistry and molecular biology“ veröffentlicht wurde. Wird dann eingestzt, wenn auch der Östrogenspiegel erniedrigt ist, ebenso

3.1.3. Traubensilberkerze (Cimifuga)

, es ist das einzige Phytoöstrogen, das zur Behandlung nach Brustkrebs zugelassen ist, Zu den Inhaltstoffen gehören Triterpenglykoside, Phenolsäuren, Flavonoide, Tannine und flüchtige Öle. Die Wirkungsweise kommt durch östrogenähnliche Eigenschaften , Wirkungsweise auch als SERM (siehe oben). Die letzte Übersichtsarbeit der Cochrane Gesellschaft aus dem Jahre 2012 steht den bisherigen Erkenntnissen und der Wirkung von Cimcifugapräparaten bei menopausalen Beschwerden eher verhalten gegenüber, andere Studien zeigten aber eine gute Wirksamkeit.

zztee 3.1.4. Salbei-Tee

Studien sind mir zwar nicht bekannt, jedoch wird es seit Jahrhunderten mit Erfolg angewandt, den Frauen tut er gut – er wirkt  gut bei Schweißausbrüchen, stärkend auf das Nervensystem, löst Verkrampfungen, verhilft zu Ausgeglichenheit und Entspannung und behebt chronische Ermüdungserscheinungen. Je nach Bedarf am Abend trinken oder auch über den Tag verteilt.

3.1.5. Frauenmantel-Tee

Er enthält auch Phytoöstrogene , soll hormonell ausgleichend in den Wechseljahren wirken, zur Lockerung des Beckenbereichs beitragen und bei Menstruationsbeschwerden getrunken werden.

3.2. Sonstige Medikamente, die bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden

Auch Synthetische Medikamente können bei Wechseljahrsbeschwerden hilfreich sein.Hier wären unter anderen, insbesondere bei mittleren bis schweren Depressionen, die

3.2.1. selektiven Serotonin- Wiederaufnahmehemmer

Fluoxetin, Paroxetin und Venlafaxin  zu nennen. Allerdings ist ihr Einsatz in der Praxis eher selten. Wenn man aber trotz intensiver Bemühungen mit Gesprächen und pflanzlichen Mitteln (z..B. Johanniskraut…) nicht weiterkommt oder das Krankheitsbild zu schwer ist, können sie der Patientin eine echte Hilfe sein und wieder neuen Lebensmut verschaffen.

Die Arzneistoffe Raloxifen und Tibolon gehören auch in die Gruppe der SERM´s (selektiver Östrogenrezeptormodulator) und werden bei Osteoporose eingesetzt,

Je nach Symptomen werden bei besonders schmerzhaften Blutungen auch die Schmerzmittel Ibuprofen, Paracetamol, Butylscopalamin (wirkt besonders gutkrampflösend) und Metamizol eingesetzt.

3.3. Spezielle Nahrungsergänzungsmittel für die Zeit der Hormonumstellung siehe auch 2.1.1.

mit abgestimmten Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen,… ( siehe oben) unterstützen den Körper in seinen Funktionen, gerade auch, wenn die Ernährung nicht ganz ausgewogen ist.

 

Frauenarzt – Sprechstunde Wechseljahre Teil 1: Überblick, Prämenopause, Klimakterium, Menopause, Postmenopause

WICHTIG: Vor Anwendung jeder Therapie müssen die Gegenanzeigen geprüft werden und eine (gynäkologische und ggf. weiterführende) Untersuchung durchgeführt werden! Dieser Artikel dient nur zur allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung und Behandlung des Gynäkologen! Auch sind zwar die Inhalte nach bestem Wissen zusammengetragen worden, dennoch übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit oder die Wirksamkeit der Therapien!
Ich zeige im folgenden verschiedene Beispiele von eingesetzten Medikamenten.  Dadurch habe ich allerdings keinerlei pekuniären Nutzen! Ist das Werbung? Wenn ja deklariere ich den Text hiermit!

Inhaltsverzeichnis

1.1. Überblick: Vor- und Nachteile der Wechseljahre

1.2. Verlauf / Phasen der Wechseljahre und typische Beschwerden

1.2.1. Prämenopause

1.2.2. Klimakterium

1.2.3. Menopause

1.2.4. Postmenopause

Wechseljahre

1.1. Vor- und Nachteile

S1420009 (2)Wenn Ihr denkt, ich wolle Euch die Wechseljahre als ein ganz tolles Projekt verkaufen, aus dem viele Vorteile hervorgingen… Irrt Ihr Euch. Auch, wenn man nicht mehr verhüten muss und die monatlichen Blutung wegbleibt, würden  die meisten von uns trotzdem  gerne darauf verzichten! Kündigen sie doch das Ende unserer Fruchtbarkeit an und sogar, wenn wir sicher keinen Nachwuchs mehr wollen, ist es doch nicht schön, dass man nicht mehr könnte, auch wenn man wollte…

Zudem heißt es schließlich sogar in der einer Werbung so beddeutungsschwanger: ,,Wenn der Östrogenspiegel sinkt“… Ja, es ist leider richtig, reden wir es nicht schön,  dann kommt es zu einer Reihe von  Alterungprozessen (nicht nur der Haare)!  Dennoch weiß man dank der modernen Medizin, dass man doch ein paar Dinge tun kann, um diesen Prozess, sagen wir ´mal, etwas zu bremsen!

Zudem führen die körperlichen und seelischen Veränderungen des Klimakteriums oft dazu, daß man über sich und sein Leben reflektiert. Meist fällt es auch in eine Zeit des äußeren Umbruchs (Kinder gehen aus dem Haus, man wird vielleicht  Oma, im Job hat man oft alles erreicht…).  Diese Beschäftigung mit seiner Situation wird von vielen im Nachhinein als ,,Chance“ bezeichnet und sieht in etwa so aus:

,,Ich habe mir klar gemacht, was bisher falsch gelaufen ist und endlich den Mut gefasst, etwas zu verändern, mehr für mich zu tun, mein Leben mehr zu genießen, die Zeit besser zu nutzen für Dinge, die mir wichtig sind…„.

Also, nur Mut liebe Frauen! Erstens muss ,,der Wechsel“ für den Körper in Bezug auf das Altern gar nicht soo dramatisch ablaufen, wie das noch vor Kurzem der Fall war, denn wir können doch einiges tun, um ihn zu unterstützen und zweitens bieten sich oft in dieser Zeit noch einmal verschiedene Chancen, um noch einiges aus seinem Leben herauszuholen, man muss sie nur ergreifen!

Kommen wir als erstes zu den Behandlungsoptionen. Es gibt natürlich Frauen, diegar keiner Hilfe bei „dem Wechsel“ bedürfen. Die auf mein vorsichtiges ärztliches Nachfragen hin nur lächelnd antworten, sie hätten kaum oder nur wenig Probleme, die sie gut ertragen könnten … und danach kommt oft gleich die berechtigte Frage, ab wann man mit dem Verhüten Schluß machen könne… Um es  vorweg zunehmen (und weil für Euch Frauen, die Ihr zu dieser Gruppe gehört, außer dieser Frage eigentlich nur der Abschnitt über Ernährung wirklich relevant ist…)wenn die Regel (ohne Hormone einzunehmen) ein Jahr weg geblieben ist, ist es  unwahrscheinlich, schwanger zu werden.

So, nun für die restlichen Frauen, die Beschwerden haben oder einfach optimal informiert sein wollen…

1.2. Verlauf / Phasen der Wechseljahre und typische Beschwerden

Bei manchen schon mit 35 Jahren bei anderen um die 40,  wenn man noch gar nicht an die Wechseljahre denkt, beginnen sie ganz leise – mit der  sogenannten

1.2.1. Prämenopause

– die Eierstöcke fangen ein wenig zu „schwächeln“ an, das Gelbkörperormon Progesteron sinkt dann und wann etwas ab, der Eisprung bleibt manchmal aus, der Zyklus verkürzt sich… Bei manchen tritt das sogenannte „Prämenstruelle Syndrom“ (PMS) auf, bei dem man gegen Ende des Zyklus gereizt ist und die Brüste spannen, man zu Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Schmierblutungen neigt…. Hier kann man mit pflanzlichen Mitteln oft gute Ergebnisse erzielen, wer aber besonders stark leidet, dem bietet sich die Möglichkeit, entweder lokal (bei Brustspannen) ein Gestagen-Gel anzuwenden, oder schon mit einer ergänzenden oralen Hormon-Therapie diesen Mangel eventuell auszugleichen…

Zwischen 45 und 55 sinkt auch der Östrogenspiegel deutlich ab  und es ist da: das

1.2.2. Klimakterium

Für wenige unmerklich, für manche unerträglich können eine Reihe von

Beschwerden auftreten:

Klimax vor Behandlung

  • Hitzewallungen
  • Stimmungsschwankungen / schlechte Laune / Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Libidoverlust (mangelndes Interesse an Sex)
  • Harninkontinenz (Urin kann nicht mehr immer gehalten werden)
  • Abgeschlagenheit / Müdigkeit/Denkstörungen
  • Gewichtszunahme…
  • Verlust der Knochendichte mit erhöhtem Frakturrisiko
  • zunehmende Verkalkung der Gefäße mit erhöhter Disposition zu Herz-Kreislaufeerkrankungen

Die endgültige

1.2.3. Menopause

(Periode bleibt  ganz weg) tritt dann im Durchschnitt mit 51 Jahren auf, auch das ist  individuell verschieden. Bei sehr schlanken Frauen in der Regel früher, bei Raucherinnen später. Mit der

1.2.4. Postmenopause

(durchschnittlich mit 70 Jahren, auch hier gibt´s große Schwankungen) ist die Umstellung des Körpers vollzogen, die Hormone  haben sich auf einem niedrigerem Niveau eingependelt, die Beschwerden sind meist verschwunden.