Corona /Covid-19: Die Nachteile des Astra-Zeneca-Impfstoffes – auf den Punkt gebracht + Grundlagen Vektorimpfstoffe und der Unterschiede zu mRNA-Impfstoffen

Diese Ausführungen dienen der Aufklärung über die aktuelle Fakten, wie sie in der Presse dargestellt wurden. Zudem werden die medizinischen Grundlagen erläutert, damit der Leser sich selbst ein Bild machen kann. Die Entscheidung, sich impfen zu lassen und mit welchem Impfstoff, sollte am besten mit dem Hausarzt des Vertrauens erläutert werden. Denn nur er kennt das individuelle gesamte Gesundheits-/Krankheitsbild, das in diese Beratung unbedingt mit einfließen sollte.

Zuerst wurde er nur für die unter 65 Jährigen verwendet, dann wurde er gar aus dem Verkehr genommen und nun sollen sich nur noch Ältere über 60 mit ihm impfen lassen, weil es – vor allem bei Frauen zwischen 20 und 50 Jahren – zu letalen Sinusvenen-Thrombosen im Verbindung mit Gerinnungs-Störungen der Blutplättchen gekommen war.(DIC – dissiminierte intravasale Gerinnung). Die Rede ist von dem Vektorimpfstoff ,,Vakzevria“ von Astra-Zeneca.

Manche jungen Menschen (ja, auch viele Ärzte) wurden bereits mit ihm geimpft. Was von Anfang an auffiel, waren die doch sehr unangenehmen Nebenwirkungen, gleich einem grippalem Infekt, die für etwa ein bis zwei Tage mit meist heftigem Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen, nach der Impfung auftraten. Kaum einer, vor allem der jüngeren Menschen, der sich mit diesem Impfstoff impfen ließen, kam darum herum. Lediglich bei den älteren Impflingen war eine solche Reaktion seltener, wohl auch, weil das Immunsystem mit dem Alter nachläßt und nicht mehr so heftig auf potentielle Erreger reagiert. Aber ist ein Impfstoff, der die meisten, die geimpft werden, für 1-3 Tage so krank macht, dass viele Geimpften sogar krankgeschieben werden müssen, wünschenswert?

Nicht zu sprechen von den wenn auch sehr seltenen tödlichen Thrombosen, die im potentiellen Zusammenhang mit dem Impfungen stehen – oder gar die Auslösung von Krebs, da die DNA des S-Proteins des Covid-19 direkt neben dem zelleigenem Genom zum Liegen kommt und dort mit der gleichen, körpereigenen Maschinerie wie dieses im RNA umgewandelt wird. Ist es nicht möglich, dass es da auch einmal zum Austausch zwischen ihnen kommt und sich die körpereigene Gensequenz ändern kann, was wiederum zu Schäden mit Funktionseinschränkungen, Zelluntergang oder gar unkontrollierter Teilung führen kann?

Zeit, der Sache einmal wirklich auf den Grund zu gehen und hinter die Fassaden der lapidaren Einschätzungen, besetehend aus weigen Sätzen zur Erklärung, zu blicken! Denn nur so kann man wirklich selbst einschätzen, wie groß die Nachteile, sich mit dem Astra- Impfstoff impfen zu lassen, wirklich sind. Denn sogar wir Ärzte sind in letzter Zeit doch leicht verunsichert, da sich die Fachwelt und Politik häufig relativ uneinig und widersprüchlich zeigen, was die Beurteilung des Astra Zeneca-Impfstoffes zur Verhinderung des Ausbruchs einer Covid-19-Infektion angeht…

Zugelassene Impfstoffe in Deutschland gegen COVID-19

M-RNA-Impfstoffe:

Tozinameran (Comirnaty®, BNT162b2) von Biontech und Pfizer 

•»Covid-19 Vaccine Moderna« vom gleichnamigen US-Unternehmen, Zweitimpfung im Abstand von 6 Wochen

Vektorbasierte Impfstoffe:

Vaxzevria (vormals ChAdOx1, AZD1222 oder »Covid-19 Vaccine Astra-Zeneca«) vom britisch-schwedischen Unternehmen Astra-Zeneca. Vektor: Schimpansen-Adeno-Virus • Bei Personen unter 60 Jahren soll anstelle der zweiten Astra-Zeneca-Impfstoffdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung verabreicht werden. Dieser Abstand entspricht dem eigentlich vorgesehen Impfschema von zwölf Wochen bei zwei Dosen Vaxzevria.

• »Covid-19 Vaccine Janssen« von der Pharmasparte von US-Konzern Johnson & Johnson. Vorteil: Nur eine Impfung Letzterer soll ab Mitte April in Deutschland ausgeliefert werden. Vektor: humane Adenovirus 26 Kanada und den USA wird bereits mit Ad26.COV2.S geimpft. Vektor: humaner Adenovirus

•Zulassung geplant: Russischer Impfstoff Sputnik V

Wirksamkeit der verschiedenen Impfstoffe

(Laut der Europäischen Arzneimittelagentur Ema)

•Astra Zeneca (Vaxzevria) : Wirksamkeit von 60 Prozent [ema.europa.eu]. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass die Wirksamkeit etwa 70 Prozent beträgt. Diese Werte sind erst einmal deutlich niedriger,

Biontech/Pfizer: 95 Prozent

Moderna: 94 Prozent

Allerdings ist der Begriff Wirksamkeit in diesem Zusammenhang leicht falsch zu verstehen. Er beschreibt nämlich nicht, bei wie vielen Menschen eine Impfung wirkt. Bei Impfstoffen bezieht sich Wirksamkeit immer auf die symptomatisch Infizierten, nicht auf die Geimpften. Es geht also darum, wie viele Erkrankungen weniger zu erwarten sind.

 Was ist genau mit der ,, Wirksamkeit“ eines Impfstoffes gemeint?

Beispiel: Bildung von drei Gruppen mit je 1.000 Probanden

Gruppe A ( Kontrollgruppe): 100 Personen zeigen Symptome von Covid-19 (es können aber mehr erkrankt sein)

Gruppe B (Biontech/Pfizer):  fünf Personen erkranken, der Impfstoff hat also 95 Erkrankungen verhindert (Wirksamkeit 95 Prozent). 

Gruppe C (Astra Zeneca): 30  Teilnehmern werden krank, die Wirksamkeit beträgt 70 Prozent.

Zusammenfassung der Nachteile des Astra-Zeneca-Impfstoffes

  1. Relativ starke Immunantwort nach der Impfung bei den meisten Geimpften. In sehr vielen Fällen Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Mattigkeit für 2-4 Tage. Es wird also eine Infektion hervorgerufen die den Körper schwächen kann und möglicherweise weitere Erkrankungen mit sich ziehen kann.

2. Häufig Ausfall bei der Arbeit für 1-2 Tage.

3. Nur in sehr seltenen Fällen Sinusventhrombose (bis heute 71 Fälle bekannt) oder Fälle dissiminierter intravasaler Gerinnung (DIC) (bis heute 6 Fälle bekannt), eine Gerninnungsstörung, die mit den Blutplättchen zusammenhängt.

4. Je nach Literatur geringere Wirksamkeit (Schwankung etwa zwischen 60 und 80%, keine genaue Information bei Mutationen des Covid-19). Bei m-RNA-Impfstoffen > 90%.

5. Penetriert den Zellkern, d.h. die Viren-DNA befindet sich in unmittelbarer Nähe zum zelleigenen Genom. Interaktionen sind möglich, theoretisch können Zellschäden, Fehlfunktionen und Tumoren resultieren. Allerdings sind die Spontanmutationen wesentlich höher. Aber: Laut offiziellen Daten kommt es jedoch auch durch Vakzervria zu 100% Verhinderung eines letalen Verlaufes einer COVID-Infektion.


Mögliche Ursachen für die gefährlichen Nebenwirkungen von Vektorimpfstoffen

Evtl. kommt es zu Schäden durch die Spike – DNA im Zellkern oder auch durch das Adeno-Virus, das als Vektor (Transporter) dient, um die körperfremde Viren-DNA in die menschliche Zelle bis in den Zellkern zu bringen.


,,Die Tatsache, dass beide Impfstoffe (Johnson/Johnson und Astra Zeneca) auf dem gleichen Prinzip beruhen und die gleichen Probleme verursachen, spricht meines Erachtens eher dafür, dass der Vektor selbst (die Adenovirushülle)  die Ursache ist“, sagte Johannes Oldenburg vom Universitätsklinikum Bonn gegenüber der dpa. Allerdings sei das zum gegenwärtigen Zeitpunkt spekulativ.


Aktuelle Empfehlung

Gemischtes Impfschema für die unter 60 Jährigen, die bereits die erst Impfung mit Vakzevria erhalten haben. Ansonsten Impfung  nur für über 60 Jährige empfohlen, da die schweren Nebenwirkungen hauptsächlich bei unter 55 jährigen Frauen auftraten.

»Tierexperimentelle Daten zeigen, dass die Immunreaktion nach einer heterologen (gemischten) zweiten. Impfung gleich ausfällt. Man muss allerdings noch wissenschaftlich klären, wie gut der Schutz dann beim Menschen ist.

Über das Risiko bei zweimaliger Impfung mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff kann man derzeit nur spekulieren. Der nahe liegende Ausweg ist aus meiner Sicht, es gar nicht zu probieren, sondern zur Sicherheit eben als Alternative einen RNA-Impfstoff zu geben.« (Zitat aus Interview von STIKO-Vorsitzende Professor Dr. Thomas Mertens mit dem »Spiegel«)

Grundlagen für das Verständnis der Unterschiede zwischen Vektor- und mRNA-Impfstoffen

Allgemein: So funktioniert das Immunsystem

Ein Krankheitserreger gelangt in den Organismus.

Die  Fresszellen bauen den eingedrungenen Krankheitserreger ab und präsentiert  ihn bzw. ein Bruchstück davon,

das Antigen, dem Immunsystem.

Hatte dieses bereits Kontakt mit dem Erreger, wird das Antigen von der spezifischen T-Helferzelle erkannt, welche sofort weitere Immunzellen aktiviert, wie z.B. die lkl

Die B-Zellen bilden spezifische Antikörper, welche an die Antigene binden können.

Es kommt zur Bildung sogenannter Antigen-Antikörper-Komplexe.

Die Fresszellen bauen auch den Antigen-Antikörperkomplex ab.

Es kommt zur Ausbildung von T-und B-Gedächtniszellen, welche bei erneutem Kontakt sofort das Antigen erkennen

und weitere Immunzellen  aktivieren.

Die T-Killerzelle zerstört die infizierte Körperzelle.

Tot- , Lebend- und Vektor-Impfstoffe

Wie funktionieren Impfstoffe?

Alle Impfstoffen ist gemeinsam, dass sie dem menschlichen Organismus im besten Falle bereits vor dem Kontakt mit dem eigentlichen, krankmachenden Erreger eine nicht-krankmachende Variante des sogenannten Antigens präsentieren, damit sich das Immunsystem mit ihm auseinandersetzen und spezifische T-Zellen und Antikörper vorbereiten kann.

Kommt es dann zu einem Kontakt mit dem krankmachenden Erreger, bilden sich Antigen-Antikörper-Komplexe und er wird abgetötet. Eine Infektion kann abgewendet werden.

Dieses Antigen ist eine meist aus Eiweißen bestehender Bestandteil auf der Zelloberfläche von Bakterien, Pilzen und Viren. Beim SARS-CoV-2 ist es das sogenannte S(pike)-Protein.

Was ist der Unterschied zwischen Tot- und Lebendimpfstoffen?

Totimpfstoffe: enthalten nur Bestandteile oder ganze abgetötete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren können und vom Körper als fremd erkannt werden. Sie regen das körpereigene Abwehrsystem zur Antikörperbildung an, ohne das die jeweilige Krankheit ausbricht.

Zu den Totimpfstoffen gehören Impfstoffe gegen Diphterie, Hepatitis B, Keuchhusten, Kinderlähmung und Tetanus.

Lebendimpfstoffe: enthalten lebende, vermehrungsfähige Krankheitserreger, die aber so abgeschwächt wurden, dass sie die Erkrankung selbst nicht oder nur sehr leicht ausbricht, z.B. Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken.

Genbasierte Impfstoffe (m-RNA und Vektorimpfstoffe)

Bei ihnen bekommt der Organismus nicht den Erreger bzw. das Antigen präsentiert, der Impfstoff liefert nur den genetischen Bauplan (m-RNA oder DNA)  für die Herstellung der Antigene. Die Gewinnung von Antigenen wird quasi aus dem Labor in den menschlichen Körper verlagert.

Denn die Körperzellen selbst bauen anhand dieser Anleitung das fremde Antigen (z.B. ein Bakterienprotein) zusammen, das dann in den Körper abgegeben wird und dort eine Immunantwort in Gang setzen soll. 

Hierzu zählen Vektorimpfstoffe, bei denen ein vorher unschädlich gemachter Virus als Vektor (Transporter in die Zelle) dient.

Unterschiede verschiedener aktueller genbasierter Impfstoffe:

mRNA- Impfstoffe

Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna enthalten die genetische Information in Form von m-RNA, die im Zellplasma in ein Protein übersetzt wird. In den Zellkern, wo unser eigenes Genom lagert, gelangt die m-RNA nicht (so ist auch eine Interaktion mit dem körpereigenen Genom relativ unwahrscheinlich).

Das menschliche Abwehrsystem kann sich dadurch bereits mit ihm auseinandersetzen und Vorkehrungen treffen, bevor er mit den ,,echten“, gefährlichen Erregern in Berührung kommt und ist dann gegen einen Angriff gewappnet.

Vektorimpfstoffe

wie Vaxzevria (Astra Zeneca),  Johnson/Johnson Janssen und Sputnik V sind DNA-Impfstoffe und enthalten den Bauplan des Antigens (dem sogenannten Spike-Protein des Covid 19 Virus) in Form von DNA, welche in den Zellkern gelangen muss, um dort mit der körpereigenen Übersetzungsmaschinerie im RNA umgeschrieben zu werden. Denn nur dann kann das Spike-Protein nachgebaut und dem Immunsystem präsentiert werden. Für den Transport wird ein Transporteur benötigt, weshalb man die DNA in eine Virushülle gibt.

Das Problem der sogenannten heterologen  Rekombination

DNA, die im Zellkern außerhalb der körpereigenen Chromosomen vorliegt, kann zufällig in diese eingebaut werden! Das kann oft repariert werden, aber auch zu Veränderungen führen, die zu Funktionseinbußen oder Tumoren führen können. Dies ist allerdings sehr selten. Zudem sind spontan auftretende Mutationen wesentlich häufiger.

Was Vakzevria so einzigartig macht

Der Astra-Zeneca-Impfstoff ist, abgesehen von wenigen Ausnahmen (Ebola-, Dengue-Impfstoffe) der erste Impfstoff auf der Basis von der Adenotechnologie.

Der einzige Impfstoff, der auch DNA enthält, ist ein Pockenimpfstoff, der aber die Maschinerie zum Umschreiben selbst mitbringt und im Zellplasma bleibt, also nicht in den Zellkern  vordringt.

Lediglich Windpocken enthalten auch DNA. Hier kommt aber ein natürlicher Abwehrmechanismus zum Tragen,der die Integration des Virus-Genoms in Wirts-DNA-verhindert.

(Lit.:  Prof. Christian Münz, Immunbiologe Universität Zürich, Prof. Stef-Kochanek, Uniklinik Ulm)

Soll man sich nun weiter mit Astra Zeneca- Impfstoff Vakzevria impfen lassen oder nicht?

Trotz aller Unsicherheiten darf man nicht vergessen, dass die Gefährdung durch eine Covid-19 Infektion gerade für ältere Menschen nicht von der Hand zu weisen ist.

Da die schweren Nebenwikungen zum größten Teil Frauen zwischen 20 und 50 Jahre und dazu noch zu einem verschwindend geringen Teil betreffen (Millionen wurden bereits mit dem Impfstoff geimpft, die Meldungen der tödlichen Komplikationen erfolgte bei unter 100 davon ), ist es eher unwahrscheinlich, bei einem Alter von über 60 Jahren davon betroffen zu sein. Auch sind die beobachteten leichteren Nebenwirkungen bei über 60 jährigen wesentlich schwächer als bei jüngeren Impflingen ausgeprägt und damit gut tolerabel. Die Anzahl der Veränderungen des Erbgutes durch Vekortimpfstoffe dürfte ebenfalls weit unter dem Prozentsatz von Spontanmutationen, die normalereise auftreten, liegen.

Insofern kann man den Impfstoff, wie er aktuell empfohlen wird, ohne schlechtes Gewissen an über 60 Jährige verimpfen. Auf der anderen Seite muss man aber objektiv eingestehen, dass der Impfschutz der mRNA Impfstoffe laut Studien einfach besser ist. Wenn also irgendwann genügend Impfstoffe vorhanden ein sollte, wäre es meiner Meinung nach klug, wenn die Entscheidungsträger der STIIKO (ständigen Impfkommision) die Impfempfehlungen noch einmal neu überdenken würden und die dann aktuelle Erkenntnisse, die auch den hier geschilderten momentanen widersprechen könnten, miteinfließen lassen würden.

Spermidin – Der neue Anti Aging-Star?

Das Polyamin Spermidin alias C7H19N3 gilt als der neue ,,Rising Star“ am Anti-Aging Himmel. Die Konsumenten erhoffen sich eine Verbesserung der Fähigkeiten des Gehirns, ja vielleicht sogar eine Verjüngung und Verlängerung der Lebensspanne infolge einer protektiven Wirkung auf den gesamten Organismus von dieser ungewöhnlichen Substanz, die vor allem aus dem Kern des Weizenkornes gewonnen wird, aber auch in zahlreichen Nahrungsmitteln vorhanden ist.

Aber diese Hoffnungen beruhen nicht nur auf Hören-Sagen von Sekundär-Medizinern. Denn auch in der medizinischen Fachwelt wurden bereits Hinweise auf die besonderen Eigenschaften dieser Substanz gefunden.

So wurde sie auch im aktuellen Kampf gegen SARS-CoV-2 genauer unter die Lupe genommen und in diesem Zusammenhang tatsächlich eine hemmende Wirkung durch sehr hohe Dosen Spermidin auf mit COVID-19 infizierten Lungenzellen in vitro beobachtet (1).

Auch die Forschungsergebnisse des internationalen Teams des Forschungszentrums VASCage (Research Centre on Vascular Ageing and Stroke) erregten Aufsehen (2,3). Unter Leitung von Stefan Kiechl, wissenschaftlicher Leiter der Medizinischen Universität Innsbruck, wurde die Ernährung von über 800 Probanden über 20 Jahre unter die Lupe genommen und dabei beobachtet, wie sich eine Spermidin-reiche Ernährung positiv auf die Lebensspanne und auf verschiedene Prozesse des menschlichen Organismus, wie beispielsweise Entzündungsprozesse oder auf die kognitiven und kardialen Funktionen, auswirkt.

Auch in einer ersten kleineren Humanstudie (pre Smart Age), bei der Spermidin supplementiert worden war, konnten positive Effekte von Spermidin auf die Gehirnleistung beobachtet werden. Die Folge-Studie ist noch am Laufen.

Zusätzlich war in vielen Studien beobachtet worden, dass Spermidin im Tier-oder Zellversuch positive Effekte auf den Organismus, so auch auf Blutdruck und Gefäße, Entzündungen auch des Darmes und auf die Regeneration hatte.

Da aber heutzutage eine ausreichende Ernährung im Sinne der Versorgung mit Nährstoffen (nicht mit Kalorien) nur schwer realisierbar ist, stellt sich die Frage, ob und wann eine Substitution mit Spermidin sinnvoll sein kann. Deshalb wurden Beispiel-Produkte aus dem Netz verglichen und Qualitätsunterschiede beleuchtet. Außerdem wurde auf die Dosierungen eingegangen, wie sie beispielsweise in Studien und in der Laienanwendung praktiziert werden.

Die wichtigsten Eigenschaften

Das Polyamin Spermidin (3)

  • kommt in jeder menschlichen Zelle vor.
  • befindet sich in hoher Konzentration in der männlichen Samenflüssigkeit.
  • wird auch von bestimmten Darmbakterien produziert.
  • ist normalerweise in einer ,,gesunden“ Ernährung enthalten.
  • unterstützt den Körper dabei, Autophagie zu betreiben (siehe auch Kapitel ,,Autophagie“).
  • hat eine Wirkung beim Aufbau von Zellen (Nukleinsäuren / Proteinen /Membranstabilisierung), die noch nicht genau geklärt ist.
  • ist, wenn es verabreicht wird, mit einem erhöhten Überleben von Hefen, Würmern und menschlichen Immunzellen vergesellschaftet.
  • kann in sehr hohen Konzentrationen das Altern der Zellen verhindern und Keimzelllinien ein langfristiges Überleben verleihen.

Nimmt ab (1)

  • bei einer Verlangsamung des Stoffwechsels.
  • im Lauf des Lebens (bei sehr alten Menschen kann es wieder leicht ansteigen).
  • bei Infektionen wie beispielsweise bei SARS-CoV-2.

Steigt

  • bei einer Beschleunigung des Stoffwechsels.
  • bei der Reparatur von Muskelzellen nach starker sportlicher Anstrengung.
  • bei Regenerierung der Erythrozyten, nach Blutverlust bzw. -armut oder
  • nach längeren Höhenaufenthalten.
  • Bei chronischen Entzündungen (z.B. Gelenkrheumatismus, Hepatitis, Colitis, Ekzeme, Psoriasis). 

… und damit Beeinflussung des Trägers der Erbinformation aller Lebewesen und aller DNA-Viren, welche durch die Abfolge der Nukleotide bestimmt wird. Diese muß bei der Teilung auf mRNA übertagen werden (Transkription), bevor neue Proteine (z.B. Zellorganellen) nach derern Bauanleitung (Abfolge der Nukleinbasen) hergestellt werden können (Translation) (6).

Positive Wirkung auf den Organismus durch Aktivierung der Autophagie

Als ein wesentlicher Faktor, wenn es um die positiven Eigenschaften von Spermidin geht, wird die Induktion/Steigerung der Autophagie bzw. die Aufhebung der Hemmung derselben genannt. Es gehört zu den sogenannten Caloric Restriction Mimetics, die die Effekte der Kalorienrestriktion nachahmen, so auch die Induktion der Autophagie (9).

Abb. 1Spermidin- und Kalorienrestriktion führen beide zu einer Histon-Deacetylierung mit Chromatin-Stummschaltung.
Eine Kalorienrestriktion fördert dabei die Sirtuin-vermittelte Aktivierung von Histondeacetylasen, während Spermidin die Histonacyltransferase hemmt. Dabei fördert Spermidin im Cytosol und auf Zellebene die Autophagie und wirkt dadurch lebensverlängernd. Es stört außerdem den Lipidstoffwechsel und wirkt anti-inflammatorisch, senkt den Blutdruck, wirkt kardioprotektiv und bewirkt eine Thrombozytenaggregationshemmung (3).

Um diese Wirkungen von Spermidin besser zu verstehen, wird im folgenden Text kurz auf den Begriff der Autophagie eingegangen.

Was ist Autophagie?

Sie bezeichnet den Selbstreinigungs-Prozess der Zelle. Dabei werden zell-eigenen Bestandteile, wenn sie nicht (mehr) adäquat funktionieren, abgebaut und die brauchbaren Reste recycelt, wie zum Beispiel nicht mehr benötigte Mitochondrien und falsch gefaltete Eiweißketten. So kommt es durch sie zum Ab- und Umbau von Proteinen und Lipiden und zur Bereitstellung von Aminosäuren.

In den jüngeren Jahren kommt es durch die Autophagie bei vielen Zellarten zu einem ständigen Ab-und Aufbau der Zellorganellen und auch der Zellen selbst, wodurch der Zellpool funktionsfähig bleibt. Allerdings nimmt die Autophagie im Alter mit der Verlangsamung des Stoffwechsels ab, wodurch wiederum der Abbau und Alterungsprozess immer schneller voranschreitet. Da die Abfallstoffe der Zellen nicht mehr adäquat abtransportiert werden, kommt es zu Ablagerungen, die den Prozessen des Alterns weiter triggern. Dadurch würden sich auch die (Alters-) Erkrankungen, die oben beschrieben wurden („Wenn die Autophagie nicht mehr klappt …“) erklären. Allerdings kann die Autophagie durch Fasten aktiviert werden, wobei der ursprüngliche Sinn davon ist, dass sich durch das Recycling in den Zellen die Energieversorgung- optimiert.

Die Erforschung der Autophagie

1974 erhielt Christian de Duve 1974 den Nobelpreis für Medizin, da er in den Lysosomen große Teile des zellulären Inhaltes, manchmal sogar ganze Organellen gefunden hatte. Zudem hatte sich herausgestellt, dass es Transportwege zu diesen Lysosomen gab, um ,,Zellabfall“ dort hinzutransportieren. Autophagie wurde seinerzeit als „self-eating“ definiert. Der japanische Zellbiologe Yoshinori Ōhsumi entwickelte diese Theorien weiter und erklärte den genauen Mechanismus der Autophagie. Dafür erhielt auch er 2016 den Medizin-Nobelpreis (10, 11).

Funktionen der Autophagie

  • Kontrolle wichtiger physiologischer Funktionen,
  • Elimination von Krankheitserregern,
  • Entsorgung unbrauchbar gewordenen Zellbestandteilen,
  • Erneuerung von Zellen und Zellorganellen,
  • Energiegewinnung durch Recycling.

Auslöser der Autophagie

Die Autophagie findet ständig in geringem Ausmaß bei allen Zellen statt. In größerem Rahmen wird sie allerdings bei verringerter oder bei (teilweiser) Enthaltung der Nahrungszufuhr eingeleitet (Fasten) und zwar dann, wenn die Glykogenspeicher in der Leber aufgebraucht sind. Je nach Muskelmasse ist dies nach 11 bis 14 Stunden der Fall, was auch den positiven Effekt des Intervallfastens erklärt. Auch Stress kann diesen Prozess verstärken, wobei die Ursachen metabolischer, toxischer, infektiöser oder hypoxischer Art sein können. So erhöht sich ihr Level auch durch Sport, Schwangerschaft und akute Infektionen. Aber auch die bereits erwähnten ,,Caloric Restriction Mimetics“, wie Spermidin können durch Nachahmung des Effektes der Kalorienrestriktion Autophagie auslösen (12, 13, 14).

Wenn die Autophagie nicht mehr richtig klappt …

… können sich die Zellen nicht mehr adäquat erneuern und es kommt zu vermehrten Ablagerungen in den Zellen, die diese regelrecht krank machen können.

Folgen verminderter Autophagie

In der Literatur werden verschiedene Krankheiten mit einer verminderten Autophagie in Verbindung gebracht. Beispiele hierfür sind:

  • Metastasierung von Tumoren (15),
  • Entstehung von amyotropher Lateralsklerose,
  • Morbus Alzheimer (16),
  • Chorea Huntington, 
  • SENDA (static encephalopathy of childhood with neurodegeneration in adulthood),
  • multipler Sklerose, 
  • Morbus Crohn und
  • Systemischem Lupus Erythematodes (SLE) (17).
  • Voranschreiten des Alterungsprozesses (siehe unten)

Wenn man bedenkt, dass Spermidin den Prozess der Autophagie induzieren, verstärken oder wiederherstellen kann ,wird auch klar, welche Chancen in dieser Substanz bei der Behandlung dieser Erkrankungen schlummern könnten …

Studienlage

Folgende Einflüsse von Spermidin wurden beobachtet:

  • Gefäßerkrankungen – Recycling von geschädigtem und potenziell schädlichem Zellmaterial durch Sequestrierung innerhalb der Autophagosomen und lysosomale Verdauung (18) 
  • Erhöhung der Resistenz von Zellen gegen Stressbedingungen,
  • Beseitigung dysfunktionelle Mitochondrien,
  • Verringerung von Entzündungen,
  • Wiederherstellung der Bioverfügbarkeit von Stickoxid (19),
  • Verringert arterielle Ablagerung fortgeschrittener Glykations-Endprodukte bei Mäusen,
  • Die Thrombozyten-Aggregation hemmende Wirkungen von Spermidin bei Kaninchen (20),
  • mögliche Rollen bei der antioxidativen Abwehr in menschlichen Endothelzellen (21) und beim
  • Lipidstoffwechsel (22)
  • Blutdrucksenkung und kardioprotektive Wirkung bei Mäusen und Ratten (möglicherweise durch eine verbesserte globale Bioverfügbarkeit von Arginin und eine verbesserte Herzautophagie und Mitophagie) (23, 24),
  • Hemmung des Abbaus von Nervenzellen (24)
  • Schutz vor Übergewicht (bei fetter,hochkalorischer Ernährung  führte die Spermidin-Gabe zu einer verringerten Gewichtszunahme )(25)
  • Verzögerte Entwicklung einer hypertensiven Herzerkrankung,
  • Schutz vor Bluthochdruck-assoziierten Nierenschäden.
  • Bei malignen Erkrankungen kann es durch die tumorsuppressiven Wirkungen der Autophagie zu einer
    • genomischen Stabilisierung,
    • Begrenzung der Entzündung,
    • Erleichterung einer angemessener Immunantworten gegen Krebszellen (18);
    • CAVE:  Im Tiermodell ergaben sich Hinweise, dass die Amplifikation der Polyaminsynthese die Karzinogenese fördern kann (18)
    • Aber: Aktuelle Forschungen an gealterten Mäusen zeigten jedoch kein erhöhtes Krebsrisiko bei Spermidinfütterung,
    • Es zeigten sich sogar niedrigere Raten bei einigen Tumoren (26, 27,28),so
    • Ein Besseres Ansprechen einer Chemotherapie bei Mäusen mit Lungenkrebs, wenn sie gleichzeitig Spermidin erhielten (28)
    • Eine Verbesserung des Risikos von postmenopausalen Frauen, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken (29)
  • Schutz vor einer niedrig-gradigen Entzündung im Dickdarm durch Polyaminproduktion von Mikrobiota (30),
  • Schutz vor altersabhängiger Gedächtnisstörung bei Mäusen (31,32) und die
  • Linderung der experimentellen Autoimmunenzephalitis für Multiple Sklerose (33).

Lebensverlängerung durch Spermidin-reiche Ernährung?

Prof. Frank Madeo, einem Biochemiker von der Universität Graz, fand mit seinem Team heraus, dass Spermidin der einzige natürliche Stoff ist, der die Autophagie aktivieren kann. Weitere Studien belegen, dass die durch Spermidin intensivierte Autophagie bei vielen Lebewesen lebensverlängert wirkt und eine demenz-protektive Wirkung hat. Für diese Forschungsarbeiten erhielt Prof. Madeo 2019 die SENECA-Medaille für Altersforschung (35).

Multicenter-Projekt VASCage (37; 9) – Bruneck-Studie

Epidemiologische Hinweise für lebensverlängernden Effekt im Menschen

In diesem Forschungszentrum der Universität Innsbruck wurde eine epidemiologische Ernährungs-Langzeitstudie (Bruneck-Studie) über 20 Jahre überwacht, bei der der Einfluss der Ernährung auf unterschiedliche Parameter, so auch der Einfluss einer Spermidin-reichen Ernährung auf die Lebensspanne unter der Leitung von Herbert Tilg, untersucht wurde (36, 37, 38).

Studienaufbau

Die Nahrungsaufnahme von 829 (45-84 Jahre, 49,9% männlich) ProbandInnen wurde mit Hilfe von spezifischen, vom Ernährungsberatern validierten Diätfragebögen, über einen 20-jährigen Beobachtungszeitraum berechnet.

Die Ernährung wurde 1995, 2000, 2005 und 2010 durch wiederholte Befragungen über die Häufigkeit der Aufnahme von bestimmten Nahrungsmitteln (2540 Bewertungen) untersucht.

Ergebnisse

Todesfälle

Während 13.019 gefährdeten Personenjahren wurden 341 Todesfälle registriert (mittlere Zeit bis zum Tod: 9,8 Jahre). Davon starben

  • 137 aufgrund von Gefäßerkrankungen,
  • 94 aufgrund von Krebs und
  • 110 aufgrund anderer Ursachen.

 Die Gesamtmortalität (Todesfälle pro 1000 Personenjahre) verringerte sich mit steigenden Spermidinaufnahme im Durchschnitt von 40,5 (36,1, 44,7), 23,7 (20,0, 27,0) auf 15,1 (12,6, 17,8) im Beobachtungszeitraum, entsprechend einem alters-, geschlechts- und kalorienaufnahmebereinigte 20-jährige kumulative Todesinzidenz von 0,48 (0,5, 0,51), 0,41 (0,38, 0,45) und 0,38 (0,34, 0,41).       

 Der Unterschied im Mortalitätsrisiko zwischen dem oberen und unteren Drittel der Spermidinaufnahme war ähnlich wie bei einem 5,7-jährigen (95% CI: 3,6, 8,1 Jahre) jüngeren Alter.

 Wenn über die Ernährung mindestens 80 µmol Spermidin pro Tag zugeführt wurde, sank das Risiko deutlich, im 20-jährigen Beobachtungszeitraum zu versterben. Der Überlebensvorteil gegenüber Spermidin-armer Ernährung (<60 µmol pro Tag) betrug dabei rund fünf Jahre.

,,Wenn man also beispielsweise täglich zwei Portionen Vollkornbrot, zweimal Salat und einem Apfel isst, wird man sich laut dieser Ergebnisse im oberen Drittel der Spermidin-Einnahme wiederfinden (21, 23, 36).“

Die Wirkung einer Spermidin-reicher Ernährung auf altersbedingte Prozesse konnte in dieser Studie bestätigt und Spermidin als unabhängige Einflussgröße auf die Lebensspanne auch beim Menschen untermauert werden.

Fazit

Ohne Zweifel ist Spermidin eine für den menschlichen Organismus sehr wichtige Substanz, die als kalorienrestriktives Mimetikum die Stoffwechsellage der Autophagie nachahmt, die sich normalerweise nur dann einstellt, wenn der Organismus fastet. Dabei findet sich Spermidin in allen lebenden Organismen und in vielen Lebensmitteln.

Nun konnte gezeigt werden, dass sich das Leben durch eine gesunde, spermidinreiche Ernährung im Durchschnitt deutlich verlängert. In Tier- und Zellversuchen zeigten sich, dass Spermidin mit vielen positive Effekten auf den Organismus, wie Hemmung von Entzündungsprozessen und Alterserkrankungen, Kardioprotektion, positive Wirkung auf die Darmgesundheit, Thrombozytenaggregationshemmung, Blutdrucksenkung und sogar mit einer Bedeutung bei der Entstehung und Behandlung von Tumoren aufwarten kann.

Ein Problem bei der Anwendung von Spermidin scheint allerdings seine Bioverfügbarkeit im menschlichen Organismus zu sein. In einer Studie, die sich mit der Aufnahme von Polyaminen allgemein beschäftigt hatte, war entdeckt worden, dass der Hauptteil des zugeführten Spermidins nicht durch die Darmschranke gelangen kann. (60). In der Studie von Soda und Mitarbeitern konnte gezeigt werden, dass der tägliche Verzehr von Spermidin-reichen Lebensmitteln über zwei Monate keinen Einfluss auf die Spermidin-Konzentration im Blut hatte. (26)

Das könnte natürlich damit zusammenhängen (35), dass der Körper dieses Polyamin auch selbst herstellen kann und damit zumindest teilweise, unabhängig von einer Zufuhr von außen ist, solange es über genug Ausgangssubstanzen (Arginin und Methionin) verfügt.

Im November 2019 haben führende Autophagie-Experten und Mediziner eine Sitzung zum therapeutischen Potential von Spermidin abgehalten, in der sie über mögliche Einsatzgebiete diskutierten (61).

Es wurde überlegt, für welche Indikationen Spermidin sinnvoll sein könnte, wobei auch von einer Spermidin-Supplementation im mittleren Alter gesprochen wurde, damit der präventive Effekt auf Alterserkrankungen über einen gewissen Zeitraum zum Tragen kommen könnte.

Tatsächlich hatte die Gabe des spermidinreichen Weizenkeimextraktes zu einer Verbesserung der kognitiven Leistungen geführt. Hier sind die Ergebnisse der noch laufenden Smart Studie abzuwarten, bei der die Auswirkungen von einer Spermidingabe auf ein größeres Kollektiv mit differenzierteren Untersuchungen, auch auf zugrunde liegende biologische Mechanismen im Focus stehen.

 Bevor diese weiteren konkrete Ergebnisse vorliegen, sollte noch nicht über einen Einsatz in der Medizin nachgedacht werden.  

Dennoch scheint Spermidin alle Fälle eine für den Körper sehr wichtige Substanz bei der Regulation der Autophagie zu sein. Bei der Wirkung auf SARS CoV-2 war Spermidin mit einer Reduktion der Viruslast bis zu 85% erfolgreich. Jedoch bleibt das Dosierungsproblem, das vor einem Einsatz gelöst werden müsste.

Oben beschriebene Untersuchungen zeigen viel Potential. Denkbar wären, wie angedeutet, Einsätze in der Prävention von Alterserkrankungen, beispielsweise bei der Verbesserung der Herz- und Gehirnfunktion, oder auch die bislang allerdings weniger gut erforschte, Unterstützung des Immunsystems und der Muskelfunktion.

Wie hoch die Tagesdosis sein sollte, wenn man sich für eine zusätzliche Einnahme entscheiden sollte, ist auch noch nicht abschließend geklärt. Die Dosierung, wie sie bei ausgewogener Ernährung aufgenommen wird, beträgt bis 25mg (23), eine Dosierung von 1,2 mg wurde als unbedenklich eingestuft (41, 42). Bei den erhältlichen Weizenkeim-Supplemente werden Tagesdosierungen zwischen 0,5 und 5 mg empfohlen. Die erlaubte Höchstmenge an Spermidin liegt bei 6 mg pro Tag.

Wünschenswert wäre, dass hierzu genauere Tagesbedarfsmengen erarbeitet würden. Auffällig ist, dass die aktuell empfohlenen Dosen in Verkaufsprodukten nicht nur unter denen der normalerweise mit dem Essen aufgenommenen Spermidin liegen, sondern auch weit unter denen, die benötigt würden, um eine Wirkung beispielsweise auf Viren zu erzielen. Deshalb könnte man überlegen, ob vielleicht zu medizinischen Zwecken auch höhere Dosen verabreicht werden könnten, wobei dann auch negative Aspekte wie das Triggern von Tumoren durch Spermidin die Überlegungen mit einbezogen werden müssten. Allerdings ist zu diesem Thema insgesamt eine doch etwas widersprüchliche Datenlage zu finden (26-29, 63).

Unter Einbeziehung der aktuellen Studien, die viele positive Effekte von Spermidin auf die Gesundheit gezeigt haben, allen voran, dass eine spermidinreiche Ernährung lebensverlängernd wirken kann, ist es auf alle Fälle sinnvoll, mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, eventuell auch mitbesonders spermidinreicher Nahrungsmitteln, auf eine ausreichende Spermidinzufuhr zu achten.

Wenn diese Teil eines umfassenden Lebenskonzeptes ist, dass neben einer optimalen, gesunden Ernährung auch eine fröhliche, von nicht allzuvielen Sorgen geplagte Lebensführung mit ausreichend Bewegung und eine allgemeine Achtung des Körpers und der Seele beinhaltet, ist es sicher nicht ganz falsch, wenn auch etwas provokant, von Spermidin als ,,Jungbrunnen“ zu sprechen Allerdings ist noch nicht ganz klar, welche Rolle eine Zufuhr von außen dabei spielt,…

Um dieses Thema geht es im nächsten Beitrag, der nächste Woche hier erscheint!

Literatur zu Spermidin

(1) Gassen NC, Drosten C et. al.: Analysis of SARS-CoV-2-controlled autophagy reveals spermidine, MK-2206, and niclosamide as putative antiviral therapeutics. In: BioRxiv. 15. April 2020, bioRxiv: 10.1101/2020.04.15.997254v1 (Preprint-Volltext).

(2) Heidegger D; Neue Studie: Spermidinreiche Ernährung hält den Menschen länger jung https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/719834.html

(3) Kiechl ,S R, Pechlaner, P. Willeit et al.: Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study. In: The American Journal of Clinical Nutrition. Band 108, Nr. 2, 1. August 2018, S. 371–380

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(37) K-Projekt VASCage https://www.i-med.ac.at/vascage/index.html.de S. Kiechl, R. Pechlaner, P. Willeit et al.: Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study. In: The American Journal of Clinical Nutrition. Band 108, Nr. 2, 1. August 2018, S. 371–380 http://www.clinicaltrials.gov NCT03378843.

(38) Medizinische Universität Innsbruck, Neue Studie: Spermidinreiche Ernährung hält den Menschen länger jung

(39) Univ.-Klinik für Neurologie https://www.i-med.ac.at/neurologie/.

(40) Guilhermina M. Carriche, Luís Almeida, Regulating T-cell differentiation through the polyamine spermidine; „Journal of Allergy and Clinical Immunology; Open Access Published:May 11, 2020; https://doi.org/10.1016/j.jaci.2020.04.037

(41) Wirth M,Benson G; Behavioural NeurologyThe effect of spermidine on memory performance in older adults at risk for dementia: A randomized controlled trial; Cortex; Volume 109, December 2018, Pages 181-188DOI:

(42) Jessen, F., Wolfsgruber, S., Wiese et al. German Study on Aging, C., Dementia in Primary Care, P. 2014. AD dementia risk in late MCI, in early MCI, and in subjective memory impairment. Alzheimers Dement 10(1), 76–83. doi:10.1016/j.jalz.2012.09.017.

(43) Hohmann-Jeddi, Spermidin als Autophagie-Induktor, Pharmazeutische Zeitung, 04.03.2020, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/spermidin-als-autophagie-induktor-115977/

(44) C. Schwarz, S. Stekovic u. a.: Safety and tolerability of spermidine supplementation in mice and older adults with subjective cognitive decline. In: Aging. Band 10, Nr. 1, Januar 2018, S. 19–33, doi:10.18632/aging.101354, PMID 29315079, PMC 5807086 (freier Volltext).

(45) E. Morselli, G. Mariño u. a.: Spermidine and resveratrol induce autophagy by distinct pathways converging on the acetylproteome. In: Journal of Cell Biology. Band 192, Nr. 4, Februar 2011, S. 615–629, doi:10.1083/jcb.201008167, PMID 21339330, PMC 3044119 (freier Volltext).

(46) Eisenberg et al., Induction of autophagy by spermidine promotes longevity. Nat. Cell Biol. 11, 1305–1314 (2009). https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19801973/

(47) Durchführungsverordnung (EU) 2020/443 der Kommission vom 25.03.2020 zur Genehmigung der Änderung der Spezifikationen des neuartigen Lebensmittels Weizenkeimextrakt (Triticum aestivum) mit hohem Spermidingehalt

(48) C. Schwarz, S. Stekovic u. a.: Safety and tolerability of spermidine supplementation in mice and older adults with subjective cognitive decline. In: Aging. Band 10, Nr. 1, Januar 2018, S. 19–33, doi:10.18632/aging.101354, PMID 29315079, PMC 5807086 (freier Volltext).

(49) Muñoz-Esparza et al., Polyamines in Food, Nutr. (2019)

(50) Kiechl et al., Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study, Am J Clin Nutr. (2018)

(51) Esatbeyoglu et al., Quantitative Determination of Spermidine in 50 German Cheese Samples on a Core–Shell Column by High-Performance Liquid Chromatography with a Photodiode Array Detector Using a Fully Validated Method, Agric. Food Chem. (2016)

(52) https://schaetzeausoesterreich.at/magazin/mensch–natur/gesund-alt-werden/spermidin-lebensmittel.html
(53) spermidin.health

(54) https://www.netdoktor.at/magazin/spermidin-7597351

(55) Jungbleiben mit Spermidin? 21. September 2020, abgerufen am 7. November 2020. Abgerufen am 11. Mai 2020

(56) Lenzen-Schulte, M.; Zylka-Menhorn, V. (2016): Autophagie: „Selbstverstümmelung als Überlebensstrategie. Dtsch Arztebl 113(40): A-1740 / B-1469 / C-146.

(57) Arznei-Telegramm (2020): ANTI-AGING MIT SPERMIDIN? a-t 2020; 51: 38-9

(58) Charité-Studie: Mit Spermidin gegen COVID-19. Ernährungsmedizin-Blog

(59) Neuwirth, N Blogeintrag: Spermidin: Fasten ohne Verzicht?

(60) Milovic, V; Polyamines in the gut lumen: bioavailability and biodistribution Eur J Gastroenterol Hepatol; 2001 Sep;13(9):1021-5. PMID: 11564949; DOI
(61) Expertenboard Autophagie-Induzierer „Spermidin und Fasten“. In: spermidin.health.

(62) Atiya Ali M, Poortvliet E, Strömberg R, Yngve A. Polyamines in foods: development of a food database. Food Nutr Res. 2011 Jan 14;55. doi: 10.3402/fnr.v55i0.5572.PMID: 21249159

(63) Vargas AJ, Wertheim BC,Dietary polyamine intake and risk of colorectal adenomatous polyps. .Am J Clin Nutr. 2012 Jul;96(1):133-41. doi: 10.3945/ajcn.111.030353. Epub 2012 May 30.PMID: 22648715

(64) Zufällig im Internet ausgewählte Spermidin-Produkte (eine Verbindung zwischen der Autorin und diesen Anbietern besteht nicht, die Präparate wurden zufällig ausgewählt). Die Preise sind von Februar 2021. In der Tabelle (Abb.5) vorgestellte Präparate: Präparat A: Spermidine life Kapseln (Infectopharm); Präparat B: Spermidin 1 mg Kapseln (Sino Pla San AG), Präparat C: Spermidin Spirucell Kapseln (Unimedica), Präparat D RAAB Spermidin Kapseln und Pulver (RAAB Vitalfood GmbH).

Colostrum: Anwendungsgebiete, Galenik, antivirale Potenz

Dr. med.Nessy Wagner

Colostrum, auch Erst- oder Biestmilch genannt, erfreut sich seit Jahren, besonders unter Laien, an zunehmender Beliebtheit. So wird das gerne auch als „Geheimtipp“ geltende Colostrum mit seinen mannigfaltigen Inhaltsstoffen, die dem Neugeborenen wie auch dem Kälbchen in den ersten Stunden und Tagen ihres Lebens mit allem versorgt, was der junge Organismus benötigt, häufig für folgende Indikationen angewendet: zur allgemeinen Stärkung und Roborierung des Körpers, zur Vorbeugung von Erkrankungen, von Sportler für den Muskelaufbau, zur Steigerung der Trainingsleistung, für die rasche Muskelregeneration und als allgemeines Anti-Aging-Mittel.

Über den medizinischen Einsatz wird aber nach wie vor diskutiert. Einerseits wurde in Studien, aber teilweise auch schon seit Jahren der praktischen Anwendung bereits eine gute Wirkung von Colostrum auf das Immunsystem [1], bei der Behandlung von lokalen (z. B. vaginalen) und systemischen Infektionen, bei gastrointestinalen Störungen, aber auch bei Morbus Alzheimer und bei der Wundheilung festgestellt [2]. Gerade in letzter Zeit sind die Verkaufszahlen deutlich angestiegen, wobei die Verbreitung der Pandemie „Corona“ mit dem Erreger SARS Covid-19, die bei den Menschen den Wunsch nach Immunabwehr deutlich gesteigert hat, daran nicht unbeteiligt sein dürfte [3]. Denn die vielfältige Substanz könnte, durch ihre antiinflammatorischen, immun-modulatorischen und eventuell sogar anti-viralen Eigenschaften, auch bei der Vorbeugung oder Behandlung von Infektionen mit tükischen Krankheitserregern, wie beispielsweise bei Formen des SARS-Virus, von Nutzen sein.

Abb. 1 Links: frisches Colostrum 12 Stunden post partum: gelblich, subjektiv visköser. Rechts: Milch, 5. Tag post partum. Im Verlauf geht Colostrum in Milch über. In den ersten 36 Stunden sind die meisten Wirkstoffe erhalten. Seine gelbliche Farbe erhält es durch den hohen Carotingehalt, der zehnmal so hoch ist wie in der normalen Milch.

Aber um es vorweg zu nehmen: Studien oder gar Beweise für eine solch umfassende Wirkung von Colostrum gibt es, zumindest bis jetzt, noch nicht. Denn auch, wenn multiple Inhaltsstoffe und Studienergebnisse eine Beeinflussung des Immunsystem möglich scheinen lassen, weiß man noch sehr wenig darüber, wie und wann diese genau wirken [4]. Deshalb warnte auch die amerikanische FDA (Food and Drug Administration) in jüngster Zeit davor, einen ausreichenden Schutz gegen eine Covid-19-Infektion von einer Colostrum-Einnahme zu erhoffen und womöglich auf weitere Schutzmaßnahmen zu verzichten [5].

Aber nicht nur bei der Covid-19-Vorbeugung oder gar -Behandlung ist die Anwendung von Colostrum noch nicht ausreichend erforscht. Auch die mögliche Anwendung bei Tumorerkrankungen muss genau überlegt werden, da man nicht weiß, inwiefern die Tumorzellen selbst durch die Inhaltsstoffe von Colostrum zum Wachstum angeregt werden.

Deshalb ist es wichtig, nicht nur den Inhaltsstoffen von Colostrum, sondern auch deren Verstoffwechselung und damit Wirkung im Organismus genauer auf den Grund zu gehen. Allerdings darf man, trotz aller Skepsis, nicht vergessen, dass es tatsächlich schon einige Theorien und Studien gibt, die Wirkweise und Wirkort von Colostrum beleuchten und so langfristig bei der Entscheidungsfindung, ob und bei welchen Indikationen Colostrum nutzbringend als Therapeutikum einsetzbar ist, helfen können. Im folgenden Artikel sollen die aktuellen Kenntnisse dargelegt werden und mögliche Konsequenzen für die Praxis und insbesondere für der Einsatz bei onkologischen Patienten beleuchtet werden [6].

Was ist Colostrum?

Colostrum wird in den ersten drei bis fünf Tagen nach der Geburt von der mütterlichen menschlichen Brust bzw. dem Euter oder den Zitzen von Wirbeltieren sezerniert. Es ist eine ganz besondere Flüssigkeit, die das Neugeborene in den ersten Tagen seines Daseins mit allen nötigen Nähr- und Abwehrstoffen, aber auch mit Enzymen, Wachstumsfaktoren, Hormonen & Co versorgt, die es zum Start ins Leben braucht. Denn zu diesem Zeitpunkt sind die Anforderungen an das junge Lebewesen immens: Sobald es geboren wurde, ist es nicht nur einer riesigen Keimflut, Temperaturschwankungen und verschiedenen Noxen ausgesetzt, sondern muss sich auch physisch und mental möglichst rasch entwickeln.

Die wichtigsten Eigenschaften

Durch Colostrum (Abb. 1 und 2–7)

  • verbessert sich der Schutz vor Krankheitserregern,
  • wird die Entwicklung des Immunsystems vorangetrieben und
  • Wachstum, Reifung und Reparatur verschiedener Gewebe gefördert. Bei nicht wenigen Säugetieren ist dieser
  • ,,Nestschutz“ deshalb lebensnotwendig und entscheidend für das Überleben und die Gesundheit der Nachkommen.
  • Die Muttermilch ist nicht nur in idealer Weise auf die jeweiligen Bedürfnisse des Neugeborenen eingestellt, sondern
  • Mutter und Kind können sogar in gewisser Weise kommunizieren. So
  • ändert sich dessen Zusammensetzung je nach individuellen Anforderungen, beispielsweise bei Infektionen [7–9].

In Deutschland gilt das flüssige Colostrum als Nahrung und die Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel, während in den USA hyperimmunes bovines Colostrum   (für AIDS-assoziierte Diarrhoe) Orphan Drug-Status erhalten hat [10, 11].

Die wichtigsten Inhaltsstoffe

In den folgenden Auflistungen (Abb. 2-7) sind die wichtigsten Inhaltsstoffe von Colostrum und ihre Konzentrationen, soweit dazu Quellen gefunden wurden, dargestellt. Die Funktionen der wichtigsten immunaktiven Substanzen wurden zudem kurz beschrieben [12, 13].

Abb. 2 [14, 15]

Abb. 3 [16, 17]

Abb. 4 [18–23]

Abb. 5 [24–36]

Abb. 6 [37–42]

Abb. 7 [43]

Faktoren, die die Qualität von Colostrum beeinflussen

Wenn diskutiert wird, welchen medizinischen Nutzen Colostrum haben könnte, wird oft vergessen, dass „Colostrum“ nicht gleich „Colostrum“ bedeutet. Es gibt, da es sich um eine natürliche Ressource handelt, eine ganze Reihe von Einflussfaktoren, die die Qualität maßgeblich mitbestimmen. Um eine hohe Qualität zu erhalten, gilt es, diese zu optimieren und soweit möglich, zu standardisieren, damit man vergleichbare und gute Ergebnisse erzielt.

Individuelle Zusammensetzung je nach Anforderungen des Neugeborenen

BC besteht aus einem umfangreichen Cocktail an wertvollen, immun-unterstützenden Inhaltsstoffen, der zum Teil individuell an die jeweiligen Anforderungen des Neugeborenen angepasst ist. Diese Adaptation der Zusammensetzung kann durch die enge Interaktion zwischen Mutter/Muttertier und Ungeborenen/ Neugeborenen bereits im Mutterleib und später durch den Speicheltransfer und eventuell auch über Duft bzw. Signalstoffe erfolgen.

Diese individuelle Anpassung ist natürlich nicht direkt zu beeinflussen. Allerdings kann man dafür Sorge tragen, dass die Bedingungen für die Muttertier gleichbleibend optimal sind. Auch für die Qualität des Colostrums ist      eine möglichst tiergerechte, standardisierte Haltung des Muttertieres schon während der Trächtigkeit ausschlaggebend, die sich durch hochwertiges Futter, tierärztliche Kontrollen und genügend Auslauf des Muttertieres unter Vermeidung von Stressfaktoren auszeichnet.

Umgebungsbedingungen

Damit eng im Zusammenhang stehen auch die Umgebungsbedingungen, die von den klimatischen Bedingungen, Herdengröße und Herkunft und Zusammensetzung des Futters abhängt. Ob die Haltung in großen Herden mit über 1.000 Tieren, wie beispielsweise in Neuseeland, oder aber in kleineren Einheiten wie im Allgäu oder in der Schweiz mit etwa 15-30 Tieren, für die Qualität des Colostrums geeigneter sind, ist sicherlich nicht einfach zu beantworten. Hier spielen Faktoren der Überwachung des Herdenverbandes, der Logistik der Milch und des individuell zur Verfügung stehenden Futters eine Rolle. So würden die Rinder in den großen Herden ohne Zufütterung von Futtermitteln gehalten und auch keine fremden Tiere importiert werden. Kritiker der großen Herden führen dem gegenüber an, dass die enthaltenen Antikörper in Colostrum auch ortsspezifisch sind, wobei sich das Keimspektrum in Neuseeland, Argentinien und Australien vom europäischen sicherlich etwas unterscheiden dürfte. Zudem ließen sich die Massentierhaltungen nur mit industriellen Maßnahmen bewältigen; die individuelle Pflege der Kuh wurde längst der Ökonomisierung der Milchgewinnung geopfert. Aber auch die Ausbreitungen von Erkrankungen, wie beispielsweise BSE und last not least das persönliche Engagement und die Möglichkeiten des Tierhalters, spielen in diese Kategorie mit hinein [44].

Entnahmezeitpunkt post partum

Die Zusammensetzung ist aber auch vom Zeitfaktor abhängig. So nehmen die Wirkstoffkonzentrationen der einzelnen Inhaltsstoffe nach der Geburt ab und die Menge zu. Das beste und wichtigste Colostrum wird innerhalb der ersten Stunden post partum produziert, weshalb das Neugeborene diese „Biestmilch“, wenn irgend möglich, unbedingt erhalten sollte. Auch die Gewinnung sollte zwar möglichst früh (innerhalb der ersten zwei bis drei Tage post partum), aber auch erst dann stattfinden, nachdem sich das Kälbchen oder Schäfchen sattgetrunken hat, obwohl Colostrum bis zum fünften Tag als solches vertrieben werden darf.

Keimbelastung von Colostrum

Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass auch die Belastung des Colostrums mit schädlich wirkenden Keimen maßgeblichen Einfluss auf dessen positive Wirkung haben. So behindert eine hohe Keimbelastung den rezeptorvermittelten Transfer und bindet Antikörper in direkte Abwehrfunktionen im Darm, sodass sie nicht mehr weiter zur Verfügung stehen [45].

Verarbeitung von Colostrum

Wenn man sich für ein Präparat entscheiden muss, stellt sich auch die Frage nach der optimalen Verarbeitung. Während bei der Herstellung der meisten Präparate auf eine Erhitzung verzichtet wird (Kalt-Sterilisation), gibt es noch das Verfahren der Flash-Pasteurisierung, bei der das Colostrum über 15 Sekunden auf 72 °C erhitzt wird. Allerdings wird bei letzterem die Tertiärstruktur von Proteinen zerstört, wobei es sein kann, dass die Aminosäuren-Ketten (Primärstruktur) noch nachzuweisen sind. Die Tertiärstruktur ist aber für die Wirksamkeit der Proteine unabdingbar. So ist sie beispielsweise bei Immunglobulinen für die Antigen-Antikörper-Bindung verantwortlich (FAB-Struktur). Bei hoch erhitztem Colostrum muss man deshalb davon ausgehen, dass die bioaktiven Proteine nicht mehr ihre volle Wirkung entfalten können, wie das bei kalt sterilisiertem Colostrum der Fall sein dürfte, die (Abb. 8 und 9) [46].

Abb. 8 Struktur von Proteinen

In diesem Zusammenhang ist aber auch noch eine andere Frage interessant:

Was passiert mit den Immunglobulinen von Colostrum während der gastrointestinalen Passage?

Bei der 2020 veröffentlichte Studie aus England von Glenn Davison (University of Kent at Medway, Chatham, UK) war untersucht worden, ob die Einnahme von Kolostrum auch zu einem erhöhten Plasma-Insulin-like Growth Factor-1 (IGF-1) -Spiegel führen würde, wie die Welt-Anti-Doping-Agentur, aufgrund des in Colostrum vorhandenen IGF-1, eigentlich angenommen hatte [47]. Denn diesen hätte man dann bei Doping-Kontrollen nachweisen können. Zum anderen gab es auch Bedenken, dass Kolostrum eventuell die Malignität in Organen stimulieren könnte, die IGF-1-Rezeptoren exprimieren. Um darüber Klarheit zu gewinnen, wurden Veränderungen der Plasma-IGF-1-Spiegel bei 16 Sportlern unter mäßigem Training untersucht, die einen Tag, 4 Wochen und 12 Wochen lang 40 g Rinder-Kolostrum oder Placebo einnahmen.

Erstaunlicherweise zeigte sich jedoch keinerlei Wirkung von der Einnahme Kolostrum auf den Plasma-IGF-1-Spiegel. Daraus wurde gefolgert, dass die Einnahme der empfohlenen Standarddosen von Kolostrum den IGF-1-Spiegel bei gesunden Erwachsenen nicht beeinflusst.

Durch diese Erkenntnis muss man zwar nach dem Konsum von Colostrum weniger Angst bei einer Dopingkontrolle haben, auf der anderen Seite führt sie allerdings auch zu der Frage, inwieweit die bioaktiven Substanzen, wie hier die Wachstumsfaktoren oder auch der Immunglobuline von Colostrum im Organismus, überhaupt wirken können. Im folgenden Abschnitt wird diese Fragestellung für das Immunglobulin (Ig)G untersucht, welches das am häufigsten vorkommende Ig ist.

Ig´s sind Antikörper, die gegen Viren und Bakterien wirken. Sie werden im mütterlichen Blut von B-Lymphozyten oder Plasmazellen nach Kontakt mit einem Antigen produziert und gelangen auch in den kindlichen Organismus, der dann auch über diesen Schutz verfügt. Denn dieser kannzunächst keine eigenen IgG´s bilden und ist vorübergehend auf die Antikörper der Mutter angewiesen. Schon im fötalen Blut, aber auch später im Colostrum, lässt sich mütterliches IgG nachweisen.

Bleibt die aktive (Tertiär-) Struktur von colostralem IgG bei der Magen-Darm-Passage erhalten?

Normalerweise werden größere Proteine und Polypeptide, wie Immunglobuline, bereits im Magen durch Enzyme und Säuren angedaut und danach im Dünndarm zu kurzkettigen Tri- und Di-Peptide umgebaut (siehe Abb. 10). Diese kleineren Peptide können dann auf einfache Weise durch andere Enzyme weiter abgebaut, dann durch die Darmwand aufgenommen und schließlich als einzelne Aminosäuren im Körper weiterverarbeitet werden. Bei diesem Abbau spielt die Endopeptidase Trypsin eine wichtige Rolle.

Abb.9

Man vermutet, dass die in Colostrum enthaltenen Trypsininhibitoren diesen Abbau eventuell hemmen können [48]. Um herauszufinden, ob die Immunglobuline des Colostrums überhaupt auf den Organismus einwirken können, wurde deshalb in verschiedenen Studien untersuch, wieviel Prozent der Immunglobuline intakt wieder ausgeschieden wurden. Denn nur, wenn bei den Immunglobuline die Tertiär-Struktur erhalten bleibt, sie also die Angriffe durch den sauren pH-Wert und die proteolytischen Enzyme bei der Passage des Magens und des Dünndarmes überstehen, können sie dort ihre Wirkung auf das Immunsystem entfalten. Dies ist unter anderem auch von der Dauer des Transits abhängig, die wiederum auch vom Alter des Konsumenten abhängt, weshalb diese Frage für verschiedene Altersgruppen untersucht wurde.

Bei Neugeborenen

Individuell verschieden fanden sich geringe Spuren bis zu 25 % intaktem IgG mit einer entsprechenden antimikrobiellen Aktivität [49, 50].

Bei Kindern

Das Immunglobulin-Konzentrat benötigte etwa 36 Stunden, um den Darm zu passieren [51].

■  4 – 12 % der oralen Dosis von IgG kamen noch unverdaut im Stuhl der Kinder an [52].

■  Bei 47 % der Kinder, die bovines Colostrum eingenommen hatten, waren im Stuhl Immunglobuline mit einer Neutralisierungsaktivität von 43 % nachzuweisen [53].

■  Nach Einnahme von hyperimmunem Colostrum wurde noch bei 86 % von 602 Stuhlproben eine Antikörperaktivität nachgewiesen. Sie konnte bereits 8 Stunden nach Einnahme von Colostrum und bis zu 72 Stunden nach Beendigung des Verzehrs bestimmt werden [54].

Bei Erwachsenen

Oral eingenommenes IgG aus bovinem Colostrum (BC) wurde bei 25 Cholerapatienten noch bei 76 % im Stuhl vorgefunden [55, 56].

Bei gesunden Probanden fanden sich noch 49 % des eingenommenen BC/IgG-Dosis im Ileum wieder. Betrug dabei die Transitzeiten vom Mund zum Ileum weniger als zwei Stunden, lag auch die noch vorhandene IgG-Aktivität mit 68 % höher im Vergleich zu 36 % bei längeren ., Passage-Zeiten [57].

Erkenntnisse zum Abbau von colostralem IgG während der Magen-Darm-Passage

Da die Transit-Dauer der gastro-intestinalen Passage bei Kindern um einiges kürzer als bei gesunden Erwachsenen ist, findet bei ihnen eine geringere Denaturierung der Immunglobuline statt. Zudem gibt es auch eine starke Beziehung zwischen der Höhe des Immunglobulin-Titers des Colostrums, dass dem Probanden verabreicht wurde und dem Grad der im Kot nachgewiesenen Antikörperaktivität.

Abfüllung des Colostrum-Präparates in Kapseln zum Erhalt der Bioaktivität

Außerdem fand man heraus, dass man durch die Verkapselung des Colostrum-Präparates die Immunglobuline vor einer Denaturierung schützen konnte. So ließ sich im Stuhl gesunder Probanden, die ein verkapseltes Präparat eingenommen hatten, noch bei 32,7% eine Immunglobulin-Aktivität nachweisen [58]. In einer anderen Studie, in der das BC unverkapselt gegeben wurde, konnten zwar noch kleine Mengen der Colostrum-Immunglobuline bei drei der insgesamt acht Probanden (ein bis vier Tage nach oraler Verabreichung) nachgewiesen werden, jedoch zeigte das IgG keine Antikörperreaktivität gegen Yersinien-Antigene mehr [59].

Warum die bioaktiven Inhaltsstoffe von Colostrum normalerweise hauptsächlich im Darmlumen wirken

Dank dieses Schutzes können die wirksamen Peptide aus Colostrum, oder zumindest die aktiven Teile von ihnen, den Dünndarm ohne Inaktivierung erreichen. Dort üben sie, so die Annahme, ihre Schutzfunktion aus und bilden mit den eindringenden Erregern Komplexe, die diese unschädlich machen können.

Allerdings liegt es nahe, dass es ihnen normalerweise nicht gelingt, die intestinale Schranke, die vom Darmlumen durch die Darmwand ins Gefäßsystem und damit zu den verschiedenen Organen führt, zu überwinden (Abb. 10).


Abb. 10

Bei Kälbern hingegen weiß man, dass kurz nach der Geburt die Darmschranke noch offen ist. Damit ist auch die Fähigkeit, die für sie lebensnotwendigen Bestandteile des Colostrums durch die Darmwand zu resorbieren, noch eine kurze Zeit erhalten (Abb. 10). Zudem nimmt die Konzentration von Immunglobulinen im Colostrum auch rasch ab. So weiß man, dass beispielsweise bei IgG nach 24 h nur noch die Hälfte und nach 48 h nur noch 1/3 der Ausgangskonzentration vorhanden ist. Deshalb sollte das Kalb auch unbedingt mindestens zwei Liter in den ersten vier Lebens-Stunden trinken [60]. Auch bei Leaky-Gut-Patienten, die mit den modernen Ernährungsformen immer häufiger werden, ist die Darmschranke teilweise für größere Proteine durchlässig. Theoretisch könnten auch bei ihnen bioaktive Substanzen die Darmschranke überwinden (Abb. 10).

Eine weitere Theorie besagt, dass eventuell sogenannte M-Zellen in den Payerschen Plaques, die durch das Epithel des Ileums Makromoleküle aufnehmen können, bei der Verstoffwechselung von Colostrum eine Rolle spielen könnten. Diese Makromoleküle interagieren nach Aufnahme mit den zu den Peyerschen Plaques gehörenden B- und T-Lymphozyten und ihre übertragene Information wird über die Lymphbahnen an den ganzen Körper weitergegeben

Ansonsten ist die Darmschranke in der Regel beim gesunden Menschen intakt. Insofern muss man davon ausgehen, dass die colostralen Substanzen ihre Wirkung hauptsächlich intraluminal vom Gastrointestinaltrakt aus entfalten können. So vermutet man neben Abwehrvorgängen, die direkt im Lumen stattfinden, auch rezeptorvermittelte Vorgänge an der Darmwand sowie eine positive Wirkung durch die Stabilisierung des körpereigenen Mikrobioms. Gerade in den letzten Jahren hat man viel über das sogenannten „Darm-assoziierte Immunsystem“ (engl.: gut associated lymphoid tissue = GALT) herausgefunden. Dies ist Teil des lymphatischen Immun-Systems, das bereits im Darm gezielt Fremdstoffe markieren und vernichten kann [62, 63].

Auch das körpereigene Mikrobiom spielt bei der Wirkung von Colostrum eine wichtige Rolle. So weiß man, dass spätestens kurz nach der Geburt wichtige Mikroben mit dem Colostrum aufgenommen werden und es somit zu einem gesunden, individuellen Keimspektrum im Neugeborenen-Körper beiträgt, dessen essentielle Bedeutung für die gesunde Darmtätigkeit und den gesamten menschlichen Organismus erst in den letzten Jahren richtig erforscht wurde [64]. So ist es vorstellbar, dass bei der Signalübertragung und bei der Abwehr das Mikrobiom mit den Inhaltsstoffen von Colostrum im intestinalen Lumen synergistisch wirken [65, 66, 67].

Colostrumpräparate in medizinischen Studien bei benignen Erkrankungen

Colostrum hat bereits in vielen, auch medizinischen Studien seine Potenz unter Beweis gestellt. So kann es auf endokriner, neurologischer, anabolischer und regenerativer Ebene auf den Organismus einwirken [68].

1. Studie: Colostrum-Einnahme zur Grippe-Bekämpfung

Am meisten Aufsehen hat sicherlich die Studie von Maria Rosaria Cesarone von der italienischen Universität in Pescara erregt (siehe Abb. 11). In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass bei 144 Probanden eine Colostrum-Einnahme (zwei Monate, 400 mg/d) dreimal effektiver als die Impfung bei der Vorbeugung von Grippe gewesen war [69].

Abb. 11

Dies klingt natürlich recht spektakulär. In so einem Fall ist es immer sinnvoll, sich die Studienergebnisse etwas näher anzusehen.

Untersucht wurde die Wirksamkeit einer zweimonatigen Behandlung mit oralem Kolostrum bei der Vorbeugung von Grippeepisoden im Vergleich zur Impfung gegen Influenza. Zu den Gruppen gehörten gesunde Probanden ohne Prophylaxe und solche, die sowohl Impfungen als auch Kolostrum erhielten (Abb. 11). Nach 3 Monaten Nachuntersuchung war die Anzahl der Tage mit Grippe bei Nicht-Kolostrum-Probanden dreimal höher. Die Colostrumgruppe hatte 13 Episoden gegenüber 14 in der Colostrum + -Impfstoffgruppe, 41 in der Gruppe ohne Prophylaxe und 57 bei unbehandelten Probanden [70, 71].

Teil 2 der Studie hatte ein ähnliches Protokoll mit 65 Herz-Kreislauf-Patienten mit sehr hohem Risiko, die alle eine Impf-Prophylaxe bekommen hatten. Die Inzidenz von Komplikationen und Krankenhauseinweisungen war in der Gruppe, die nur geimpft wurde, höher als in den Kolostrumgruppen.

Als Fazit wurde angegeben, dass Colostrum sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Hochrisiko-Herz-Kreislauf-Patienten mindestens dreimal wirksamer als eine Impfung zur Vorbeugung von Grippe und dazu sehr kostengünstig sei. Allerdings hat die Studie diverse Auffälligkeiten, die die Ergebnisse doch etwas relativieren. Denn betrachtet man sich die Wirkung der Grippe-Impfung, ist diese tatsächlich unwirksam. So sind die Ergebnisse nicht besser als bei Patienten, die keinerlei Prophylaxe bekommen hatten. Dies widerspricht allerdings aktuellen Untersuchungen.

So hat eine Wissenschaftlergruppe des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration Studien zur Wirksamkeit der Grippeimpfung ausgewertet. Die Schätzung der Forschergruppe ergab, dass eine Impfung das Ansteckungsrisiko gesunder Erwachsener um etwa 60 % senken kann, wenn der Impfstoff an die aktuellen Grippe-Viren angepasst ist [70, 71].

Dieses Ergebnis ist natürlich, zumindest für aktuelle Impfstoffe, glaubhafter. Der zweite Haken obiger Studie sind die absoluten Fallzahlen in der Tabelle, die nur zum Teil prozentual geglättet sind. Unabhängig davon fällt aber noch eine weitere Ungereimtheit auf. Und zwar ergab sich eine höhere Anzahl der Erkrankten (0,65 vs. 0,54) in der Gruppe der Probanden mit Impfung und Colostrum-Einnahme gegenüber der niedrigeren Anzahl der Probanden in der Gruppe, die nur Colostrum erhielten, auf. Das würde entweder bedeuten, dass die Impfung sogar nachteilig wäre, oder, dass die Studie nicht repräsentativ ist. Allerdings ist wenigstens eine Aussage bei dieser Studie relativ sicher, wenn man von korrekten Messungen ausgeht: Der Impfstoff bedarf einer dringenden Überprüfung und es bleibt zu hoffen, dass er mittlerweile aus dem Handel genommen wurde!

2. Studie: Zunahme von Immun-Zellen durch Colostrum

Eine Zunahme der Immun-Zellen im Blut bei regelmäßiger Colostrum-Einnahme als Hinweis für die Wirksamkeit von Colostrum ergab sich auch in folgenden Studien.

So kam es beispielsweise bei Sportlern nach Belastung zu einem Anstieg der zytotoxischen/Suppressor T-Zellen und des IgGs, in einer anderen Publikation wurde der Anstieg von IgA bei Entzündungen hervorgehoben [72–76].

3. Studie: Colostrum bei inflammatorischen  gastrointestinalen Erkrankungen

Auch bei gastrointestinalen entzündlichen Erkrankungen kann Colostrum unterstützend wirken [77, 78]. So konnte beispielsweise eine E-Coli vermittelte Diarrhoe durch Colostrum verhindert werden. Dabei wurde die pro-inflammatorisch wirkenden Zytokin- Expression in Intestinalzellen unterdrückt, die ihrerseits durch den nukleären Kappa B-Faktor (NF-Kappa B) hervorgerufen wurde [79, 80].

4. Studie: Hinauszögern der Alzheimer-Erkrankung durch Colostrum

Interessant ist auch die Studie von Leszek über Colostrinin, in der ein prolinreicher Polypeptid-Komplex (PRP) aus Colostrum, die Erkrankung an Morbus Alzheimer (AD) hinauszögern konnte [81].

33 Patienten erhielten drei Wochen lang jeden zweiten Tag 100 mg PRP-Komplex, gefolgt von einer zweiwöchigen Pause, um die Entwicklung einer Hyporeaktivität zu vermeiden. Diese Art der Anwendung (3 + 2 Wochen) wurde während des gesamten Versuchs konsistent angewendet. Die Patienten wurden 16 Monate lang behandelt. 13 Patientenwaren jedoch bereits 12 Monate lang in Placebo-kontrollierten Studien mit Colostrinin behandelt worden und nahmen somit insgesamt 28 Monate an der Studie teil. Die erhaltenen Ergebnisse zeigten, dass Colostrinin eine leichte, aber statistisch signifikante Verbesserung oder Stabilisierung des Gesundheitszustands der Patienten induzierte.

Die beobachteten Nebenwirkungen waren bemerkenswert mild, einschließlich Angstzuständen, Logorrhoe und Schlaflosigkeit, und ließen innerhalb kurzer Zeit (3-4 Tage) spontan nach. Es wurde gefolgert, dass Colostrinin ist ein vielversprechendes Präparat ist, mit dem die Entwicklung von AD verzögert werden kann.

5. Studie: Lokale Behandlung von degenerativen vulvo-vaginalen Erkrankungen

Auch in der Gynäkologie hat Colostrum schon seit längerem einen Stellenwert zur lokalen Behandlung bei postmenopausalen vulvo-vaginalen Erkrankungen wie therapieresistente Vulvitis, Lichen und Craurosis Vulvae. So kam es in einer entsprechenden Studie mit n=172 postmenopausalen Frauen, die 12 Wochen Colostrum-Gel lokal angewandt hatten, zu einer signifikanten Befundverbesserung der Beschwerden. Die vulvo-vaginaler Atrophie konnte wirksam behandelt werden und das Sexualleben, die Harnsymptome und die Lebensqualität durch die Gel-Anwendung wirksam verbessert werden (Abb. 12).

Abb.12

Zudem wurden bereits einige positive Erfahrungen von Anwenderinnen (und deren behandelnden Ärzten) gemacht, weshalb die lokale Anwendung einer Colostrum-Intim-Aufbaumilch oder -Gels von vielen Gynäkologen mittlerweile als sinnvoll erachtet wird [82, 83].

6. Studie: Verbesserung der Wundheilung

Auch bezüglich der Wundbehandlung konnte Colostrum seine Wirkung nicht nur in Studien, sondern bereits bei der klinischen Anwendung unter Beweis stellen[84]. In Abbildung 13 ist die gute Wundheilung unter Colostrumanwendung bei einem vorher lange frustranc behandeltem diabetischen Fuß dargestellt.

 Allerdings erfüllten nicht alle der bereits durchgeführten Studien die in sie gesetzten Hoffnungen. Gerade auch in der Laienanwendung sind viele Indikationen noch nicht hinreichend belegt. So zeigte sich beispielsweise in einer Studie, dass die Einnahme bei Sportlern zwar die anaerobe Spitzenleistung erhöhte, jedoch keinen Einfluss auf die anaerobe alaktische Arbeitskapazität oder die Maximalwerte für eine Wiederholungsübung hat [85, 86].

Abb. 13 Fallbeschreibung einer erfolgreichen Wundbehandlung mit Colostrum. Der 72-jährige Patient (Adipositas, D. m. II, pAVK IIb, offenes Bein) stellte sich mit einem seit zwei Jahren nicht abheilendem Fersenulcus in der Praxis des Allgemeinmediziners und plastischen Chirurgen Matthias Biemer vor, der diese Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Nach gut einem halben Jahr war das Ulcus fast vollständig abgeheilt

Anwendungen von Colostrum in der Onkologie

Eine der vielen Hoffnungen, die an Colostrum geknüpft werden, ist auch eine Unterstützung im Kampf gegen maligne Erkrankungen.

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache auf der Erde, wobei Lungen-, Prostata-, Darm-, Magen- und Leberkrebs die häufigsten Krebsarten bei Männern und Brust-, Darm-, Lungen-, Gebärmutterhals- und Schilddrüsenkrebs die häufigsten Arten bei Frauen sind [87].

Dabei nimmt die Prävalenz von Krebs immer schneller zu, was mit dem steigenden Alter der Bevölkerung aufgrund der erhöhten Lebenserwartung zusammenhängt, was wiederum auf die großen globalen Veränderungen der Gesundheitssituation der Menschen durch beschleunigte Verstädterung, neue Lebensstile und neue Konsummuster zurückzuführen ist [88]. Da die Menschheit verschiedenen krebserregenden Wirkstoffen ausgesetzt ist, die auch in der Ernährung enthalten sind, umfassen mögliche Strategien auch Lebensstil und Ernährung.

So hat sich ein Forschungszweig aufgetan, der sich mit nutrazeutische Lebensmittel befasst, die sich positiv auf die Gesundheit der Menschen auswirken können. Hier geht es insbesondere um solche, die im Zusammenhang mit der Krebsprävention und -behandlung stehen. Im folgenden Abschnitt wird aufgezeigt, welchen Stellenwert Colostrum dabei einnimmt. Dabei werden oft auch die Wirkungen von Inhaltsstoffen, die aus Colostrum gewonnen wurden, untersucht. Beispiele hierfür sind Lactoferrin oder Colostrinin, wobei letzteres eine natürlich vorkommende Mischung von prolinreichen Polypeptiden ist, welche aus Colostrum stammt [89].

A)     Wirkung von Colostrum zur Reduktion von Nebenwirkungen bei Tumor-Therapien

Bei malignen Erkrankungen wirken oft nicht nur der Tumor an sich, sondern auch die Nebenwirkungen der begleitenden Chemotherapien, Strahlentherapien oder Hyperthermiebehandlungen, stark einschränkend auf den Organismus und die Lebensqualität. Es zeichnet sich ab, dass auch bei dieser Indikation der Einsatz von Colostrum sinnvoll sein kann. Denn mittlerweile gibt es Studien, Falldarstellungen und Erfahrungsberichte von onkologisch tätigen Ärzten, die den begleitenden Einsatz von Colostrum in der Tumortherapie bereits durchgeführt haben [90, 91].

Studien über Colostrum zur Reduktion der Nebenwirkungen bei onkologischen Patienten

1.Studie: Reduktion der Nebenwirkungen bei der chemotherapeutischen Behandlung von Mamma-Karzinomen durch begleitende Colostrumgabe [92]

Studiendesign

Behandelt wurden n=46 Mamma-Karzinom-Patientinnen mit meist adjuvanter Chemo-Therapie (z. B. Schema CMF, AC, EC). Es wurde eine zweijährige Beobachtung durchgeführt, die den nebenwirkungshemmenden Effekt der Colostrumgabe bei Chemo- und Strahlentherapien untermauert hat. Die Dosis der Colostrumgabe betrug bei Akuttherapie 2 x 2 Eßlöffel Flüssigextrakt oder 2 x 4 Extrakt-Kapseln, zur Prophylaxe 2 x 1 Eßlöffel Flüssigextrakt oder 2 x 2 Kapseln.

Die n=26 Patientinnen der Gruppe A erhielten während der Chemotherapie und der folgenden 4 Monate Colostrum.

Die  n=20 Patientinnen der Gruppe B, erhielten während und nach der Chemotherapie keine begleitenden Maßnahmen.

Ergebnisse

Wirkung auf die Lymphozytensubpopulationen bei Mammakarzinomen

Verglichen wurden die Lymphozytensubpopulationen (B-, T-, Helper-Inducer-, Suppressor-Inducer-Zellen und gesamte NK-Zellen, reife T-Zellen, aktive T-Zellen). Sie wurden jeweils 4 Wochen und 4 Monate nach der Chemotherapie untersucht.

In der Gruppe A (Colostrumgabe) kam innerhalb von 4 Monaten nach Abschluss der Chemotherapie zu einem durchschnittlichen Anstieg der Zellpopulationen um den Faktor 2,3.

In der Gruppe B (keine Colostrumgabe) erhöhte sich die Zellpopulation durchschnittlich um den Faktor 1,2. Daraus schloss man, dass es zu einer signifikanten Verbesserung der Lymphozytensubpopulation unter einer Ernährungsoptimierung mit Colostrum gekommen war.

Psychische Effekte

Bei allen Patienten kam es zu einer signifikanten Verbesserung der empfundenen psychische Belastung bzw. Befindlichkeit unter Colostrum-Gabe.

Physische Effekte

Die physische Belastbarkeit unter Colostrum-Begleitung war be allen Patienten signifikant höher. So konnten auch die Therapiemaßnahmen konsequenter, mit weniger Unterbrechungen durchgeführt werden und die Rekonvaleszenz war verkürzt. Zudem reduzierten sich die Arbeitsunfähigkeitszeiten um ca. 70% gegenüber Behandlungen ohne Colostrum-Gabe.

Darüber hinaus war für die Patienten sportliche Betätigung während und nach der Chemotherapie mit nur geringen Einschränkungen möglich.

2.Studie: Verbesserung einer schweren Graft-versus-Host-Reaktion (GvHR) nach Gabe von humanem Colostrum

Die GVHD ist eine immunologisch ausgelöste, systemische, entzündliche Erkrankung, die Darm, Haut und Leber schädigen kann. Es handelt sich um eine Komplikation nach allogenen Blutstammzell- oder Knochenmarks-Transplantationen, welche zur Behandlung von Leukämien eingesetzt werden [93].

Studiendesign

Bei einer Fallserie erhielten n=9 Patienten über fünf Tage nach einer akuten GvH-Erkrankung jeweils 20 ml menschliches Kolostrum.

Ergebnisse

Es kam zu einer Verbesserung des klinischen Stadiums der GvHR bei sechs Patienten.

3. Studie: Reduktion einer Candida-Infektion bei Knochenmark transplantierten Patienten durch ein IgG-Produkt aus Colostrum von Kühen, die vorher mit abgetöteten Candida-albicans- Sporen geimpft worden waren [94].

Studiendesign

Von n=59 knochenmarktransplantierten Patienten erhielten 19 je 10 g Colostrumkonzentrat, welches 4,2 g IgG enthielt, als aufgelöstes Pulver peroral. Die Kühe waren vorher mit abgetöteten Candida-albicans Sporen geimpft worden.  Das Produkt wurde ab Tag 4 vor der Knochenmarktransplantation bis zum Tag 28 nach Transplantation verabreicht.

Ergebnisse

Zehn der mit IgG behandelten Patienten zeigten vor der Gabe von Colostrum ein hohes Maß an Candida-Kolonisation in der Mundspülung. Bei sieben dieser zehn Patienten konnte unter der Gabe von Kolostrum eine Reduktion der Kolonisation beobachtet werden.

4. Studie: Signifikante Befund-Verbesserung von teilweise präkanzerösen Vulva-Erkrankungen (therapieresistente Vulvitis, Lichen und Craurosis) durch die Behandlung mit Colostrum-Intim-Aufbaumilch [95].

Studiendesign

47 postmenopausale Patientinnen (Mehrfachnennung möglich) mit

therapieresistente Vulvitis atrophicans n=24,   

unspezifische Vulvitis n=11,

  Lichen n=13 und

Craurosis vulvae n=14, 

bei denen die bisherigen schulmedizinischen Behandlungen nicht zum Erfolg geführt hatten, trugen die Intim-Aufbaumilch an 15 aufeinanderfolgenden Tagen auf der zuvor gereinigten Vulva auf. Beurteilt wurden in dieser einarmigen Pilotstudie die Wirkung einer Colostrum-Vaginalcreme auf der vaginalen Gesundheit, Ausfluss, Orgasmus, allgemeine Zufriedenheit und Schmerz, der Lokalbefund von einem Frauenarzt beziehungsweise durch die Patientinnen selbst (Ausfüllen eines Fragebogens) vor und vier Wochen nach der lokalen Anwendung.

Ergebnisse

Bei allen Parametern kam es zu einer signifikanten Verbesserung der Parameter. Keine der Patientinnen berichtete über lokale oder systemische Nebenwirkungen während der Behandlung.

B)     Colostrum zur Bekämpfung der Tumorzellen

Nicht nur in der Gynäkologie wurde immer wieder versucht, eine anti-karzinogene Wirkung von Colostrum beziehungsweise seiner Bestandteile, nachzuweisen. Auch, wenn großen Studien noch auf sich warten lassen, gibt es doch einige interessante Daten zu diesem Thema, die im Folgenden genauer unter die Lupe genommen wurden. Allerdings gibt es kaum Studien mit Tumor-Patienten, die eine solch hemmende Wirkung auf maligne Zellen gezeigt hätten.

1. Studie: Zellwachstum-hemmende Wirkung von TGF-b auf Osteosarkomzellen

Diese, bereits 30 Jahre alte in vitro-Studie von Tokuyama wird, besonders in der Laien-und Heilpraktiker-Presse, gerne als „Nachweis“ der Wirksamkeit von Colostrum gegen Tumorzellen verwendet.

 Sekundärliterarisch sowie im Abstract wird berichtet, dass eine 75 %ige zellwachstums-hemmende Wirkung des aus Colostrum gewonnenem Wachstumsfaktor TGF-b (Transforming growth factor beta-like activy) auf Osteosarkomzellen beobachtet worden sei. In der Übersicht fehlen jedoch nähere Angaben und die Original-Studie ist aktuell nicht (mehr?) abrufbar [96].

2.Studie: Hemmung von Ratten-Blasenkrebszellen durch Lactoferrin

Eine andere Studie, die an Ratten durchgeführt worden war, zeigte, dass die Verabreichung von 2%igem bovinen Lactoferrin (bLF), wie es in Colostrum reichlich vorhanden ist, Blasenkrebs, der vorher durch N-Butyl-N- (4-hydroxybutyl) nitrosamin (BBN) induziert worden war, bei Ratten hemmen kann [97].

3. Studie: Versuch der Immunisierung gegen Mamma-Karzinom

In dieser frühen Studie zu Colostrum wurde ein Homogenisat aus Mamma-Karzinom-Gewebe in das bovine Euter gespritzt und danach Colostrum entnommen, welches dann der (palliativen) Karzinom-Patientin verabreicht wurde. Zwar war der Immunisierungs-Versuch nicht erfolgreich, jedoch kam es zu Phasen subjektiver Besserung bei palliativem Mamma-Karzinom durch diese Injektion [98].

Studiendesign

An der Studie nahmen n=17 Frauen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom, die sich in einem palliativen oder präterminalen Stadium befanden, teil. Deshalb variierte auch der Behandlungszeitraum je nach Patient von  5 bis 595 Tagen. Die Tagesdosis betrug 1,1 Liter Kuhkolostrum von Kühen, in deren Euter ein Homogenisat aus menschlichem Brustkrebsgewebe injiziert worden war.

Ergebnisse

Am Ende der Beobachtungsphase waren nur noch zwei Patientinnen am Leben. Bei 15 kam es zu keiner Remission der Krebserkrankung, bei 10 Patientinnen traten Phasen der subjektiven Besserung auf. Die Autoren werteten Versuch der passiven Immunisationstherapie mit bovinem Kolostrum als „nicht erfolgreich“.

Mögliche antikanzerogene Wirkung des HAMLET-Komplexes

Auch der schwedische Wissenschaftler Anders Håkansson konnte eine erstaunliche Entdeckung vorweisen. Er hatte herausgefunden, dass multimeres Alpha-Lactalbumin (MAL), eine Verbindung, die aus dem Casein der Muttermilch isoliert worden war, die Apoptose von Lungen-Karzinomzellen, Pneumokokken-Bakterien und andere Krankheitserreger induziert hatte, während gesunde, differenzierte Zellen unberührt geblieben waren. Diese selektive Wirkung auf Tumorzellen wäre die „perfekten“ Heilung, könnte man sie bei erkrankten Menschen anwenden [99, 100].

Bei der Untersuchung dieser antikanzerogenen Wirkung (Abb. 14), fiel auf, dass es in einer bestimmten Formation teilweise entfaltet sein muss, damit MAL zytotoxisch wirken kann. Dabei ist Ölsäure notwendig, um diesen Zustand zu stabilisieren. Den Komplex nannte man HAMLET (Human Alpha-lactalbumin Made LEthal to Tumour cells) [101, 102, 103].

2010 wurde aus Göteborg berichtet, dass „HAMLET“ die Zellen von bis zu 40 verschiedenen Krebsarten abtöten könne. Er enthalte ein Protein und eine Fettsäure, die in den Milchdrüsen der menschlichen Mutterbrust natürlich vorkommen.

Abb.14

Als Patienten mit Blasenkrebs den Wirkstoff injiziert bekommen hatten, schieden sie kurz darauf abgestorbene Krebszellen im Harn aus. Interessant war, dass nur Tumorzellen angriffen wurden, gesunde Zellen.

blieben jedoch unberührt. Die Forscher postulierten, dass spezielle Lipide dafür sorgen würden, dass der HAMLET-Komplex nur mit den erkrankten Zellen interagiert (Abb. 14). Dieser wiederum mache die Zellmembran durchlässig und dringt in deren Zellkern vor. Dort würde er sich an Histone binden und die DNA so umgestalten, dass ihr weitere Ausfaltung verhindert wird, was, so Karlsson, dem Zelltod gleichkommt. Allerdings wurde der Komplex nur in künstlicher, saurer Umgebung nachgewiesen, wie sie auch im Magen des Neugeborenen herrscht. Da das Gewebe des Neugeborenen durch rasches Wachstum und damit auch durch ein erhöhtes Mutationsrisiko geprägt ist, könnte dieser Komplex Krebsbildungen im Frühstadium entgegenwirken. Dieser Theorie würde auch dadurch gestützt, dass bei gestillten Babys das Krebsrisiko niedriger ist [104, 105].

Allgemeine Fragen zu Colostrum

Was muss man bezüglich des Hormongehaltes in Colostrum beachten?

Besonders für (ehemalige) Tumorpatienten hormonabhängiger Tumoren, wie auch für Männer, die aus verständlichen Gründen hohe Östrogeneinnahmen scheuen, ist interessant, ob der Hormongehalt bei der Colostrum-Einnahme relevant ist. Bei dieser Problematik ist auch die Verarbeitung zu berücksichtigen. So gibt beispielsweise Unterschiede zwischen entfetteten und nicht entfetteten sowie bei pulverisierten und flüssigen Darreichungsformen. In der Studie von Farke 2011 wurden endogene Steroidhormone in getrenntem Kolostrum (Fett und entfettete Fraktion) und Colostrum Pulver bestimmt. Die höchsten Konzentrationen wurden in der Fettfraktion gefunden, mit Östron 25,56 und Androstendion 7,59 μg/l. In entfetteter Milch und Colostrumpulver dominierten konjugierte Östrogene, während das gesamte (freie und konjugierte) Östron (5,51 μg/l; 15,0 μg/kg) Östradiol-17α (2,66 μg/l; 7,5 μg/kg) und Östradiol-17β (2,28 μg/l; 3,3 μg/kg) unterhalb der Werte, die in der Fettfraktion erreicht worden waren, lag. Weder 19-Nor-Steroide noch Östriol wurden in Colostrumfraktionen oder verarbeitetem Kolostrum nachgewiesen [106].

Das Problem der Beurteilung dieser absoluten Werte ergibt sich in der Dosierung der Produkte. Vergleicht man beispielsweise die Östrogenwerte mit der niedrigsten wirksamen Dosis von Östrogenen bei Hitzewallungen, die bei 0,5 mg oralem Estradiol, 0,3 mg konjugierten Östrogenen und 14 μg transdermalem Estradiol liegt, scheinen die Werte im Colostrum sehr gering zu sein [107].

Allerdings ist es schwierig, hiervon Empfehlungen abzuleiten. Bei solch niedrigen Werten scheint es fraglich, ob Colostrum beispielsweise in den Wechseljahren oder bei Zyklusinstabilität als „natürliche Alternative“ einer Hormone Replacement Therapy (HRT) eingesetzt werden kann, zumal der Homongehalt auch von Präparat zu Präparat variieren kann. Auf der anderen Seite ist es trotz des niedrigen Hormongehaltes sicherer, bei Patient(inn)en, die im Zusammenhang mit hormonabhängigen Tumoren stehen, von einer Einnahme abraten.

Dies ist insbesondere bei einem hormonabhängigen Mamma- oder Prostata-Ca zu beachten

.

Wie sieht die rechtliche Lage der Colostrum-Gabe aus?

Trotz einiger entdeckter positiver Zusammenhänge darf man nicht vergessen, dass es sich bei Colostrum (zumindest zum Zeitpunkt der Recherche) um ein Nahrungsmittel, im Falle der Kapseln um Nahrungsergänzungsmittel (NEM) handelt und nicht um ein nach geltenden Kriterien geprüftes pharmakologisch wirkendes Arzneimittel, denn die genannten, möglichen Eigenschaften haben zum aktuellen Zeitpunkt (noch) keine „offizielle“ Anerkennung durch die Schulmedizin erfahren. Vielen der gemachten Aussagen beruhen entweder auf Erfahrungswerten, Falldarstellungen oder auf kleinere Studien (s.o.), die allerdings kaum den großen, randomisierten Placebo-kontrollierten Doppelblindstudien entsprechen, die die Schulmedizin für den Nachweis der Wirksamkeit von Präparaten fordert. Dennoch kann der Arzt natürlich aufgrund seiner Therapiefreiheit Colostrum-Präparate zur unterstützenden Begleitung seiner Therapie einzusetzen, wenn er es für sinnvoll erachtet.

Denn aufgrund der vielen Untersuchungen, die mit Colostrum-Präparaten bereits durchgeführt wurden, ist es natürlich verlockend anzunehmen, dass der Einsatz dieser Zubereitungen bei einigen Indikationen hilfreich, vielleicht sogar besser oder kostengünstiger als manche bisherigen Therapien sein könnte. Und da zudem das Interesse an ganzheitsmedizinischen Behandlungen im Praxisalltag wächst, werden zunehmend vor allem bovine Colostrum-Medikamente als Kapseln, Pulver, Flüssigkeit, Lutsch-Tabs, Creme- oder Gel-Zubereitungen eingesetzt. Dennoch sollte man, obwohl die Nebenwirkungsrate nur gering zu sein scheint, gerade im Praxis-Alltag Vorsicht walten lassen und Colostrum nur da einsetzen, wo man sich für die Patienten wirklich einen Benefit erhoffen kann und das mögliche Risiko der Einnahme minimiert ist.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen von Colostrum

Nebenwirkungen sind bei der Einnahme Colostrum selten. Berichtet wurde über

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Anämie und
  • abnormale Leberfunktion.

Natürlich sollten die Inhaltsstoffe beachtet werden und bei entsprechenden bekanntenAllergien auf eine Einnahme verzichtet werden.Ebenso kritisch sind Hormonabhängige Tumoren zu sehen. Auch ein Einsatz zur Prophylaxe oder Therapie ohne gesicherte Erkenntnisse und dadurch Verzicht oder Behinderung schulmedizinisch etablierter Therapien ist zu vermeiden..

Überlegungen gibt es auch bezüglich der möglichen Induktion eines Tumors von Wachstumsfaktoren und Hormone, die in Colostrum enthalten sind. Hier bedarf es unbedingt noch weiterer Studien, da zwar kein IGF im Blut nach Einnahme von Colostrum nachgewiesen werden konnte, man aber trotz den durchgeführten Untersuchungen und Überlegungen bezüglich der Galenik von den bioaktiven Proteinen aus Colostrum noch nicht wirklich weiß, wie sie genau funktioniert.

Vorsicht ist auch bei Diabetikern geboten, da Colostrum IGF-1 enthält, der eine ähnliche Wirkung hat wie Insulin. Wenn auf einer Einnahme bestanden wird, sollten Diabetiker deshalb vorsichtshalber das Colostrum langsam und vorsichtig einschleichen, damit der Blutzuckerspiegel stabil bleibt. Allerdings war es, wie bereits angesprochen, in einer aktuellen Studie nach oral verabreichtem Colostrum (30 g/d) nicht zu einer Erhöhung des zirkulierenden IGF1 im Blut gekommen [108], sodaß es wahrscheinlich nicht oder kaum aufgenommen wird.

Auf die weiter oben im Text beschriebenen Qualitätseigenschaften, die für gutes Colostrum gelten, sollte geachtet werden und Colostrum aus verlässlichen Quellen und keinesfalls aus Billigproduktionen bezogen werden. Ohne Zweifel ist Colostrum eine sehr interessante Substanz, für die man nach Sichtung der Studienlage sowohl in der Allgemeinmedizin (gastrointestinale Beschwerden, Roborierung, Entzündungen), in der Neurologie (z. B. M. Alzheimer) und in der Chirurgie (Wundheilung), aber auch in der Gynäkologie (lokal zur Pflege und bei Infektionen) mögliche Indikationen finden könnte, zumal eine Anwendung zumindest unter Beachtung der Kontraindikationen relativ nebenwirkungsarm zu sein scheint. Ob eine Colostrum-Gabe, wie aktuell von manchen Herstellern angenommen, vorbeugend gegen Corona wirken kann, ist leider derzeit noch völlig unklar. Auch wenn es, laut Studienlage einer Studie aus Pescara, relativ gut bei der Vorbeugung von Grippe wirken soll, reichen diese Daten, die auch ein paar Auffälligkeiten aufweisen, nicht aus, um aus diesen Ergebnissen Empfehlungen abzuleiten.

Bei den oben aufgeführten Studien kam es tatsächlich zu einer deutlich verbesserten Verträglichkeit der Nebenwirkungen bei Karzinom-Therapien. Allerdings handelt es sich nur um kleine Fallzahlen. Deshalb ist in Zukunft zu überlegen, ob man, allerdings nur in ausgewählten Fällen ohne Kontraindikationen, Colostrum gezielt zur Nebenwirkungstherapie bei Tumorpatienten einsetzen kann.

Die Empfehlung, vor der Tumortherapie mit der Colostrum-Gabe zu beginnen bzw. die Therapie 4 Monate darüber hinaus fortzuführen, ist zu überprüfen.

Aufgrund der oben beschriebenen Galenik von Colostrum ist es als eher unwahrscheinlich anzusehen, dass Wachstumsfaktoren oder Hormone, die eventuell den Tumorwachstum begünstigen könnten, in ihrer aktiven Form die Blutbahn erreichen. Denn komplexe Proteine werden physiologischerweise bereits im Magen und spätestens im Darmlumen bei Übertritt, in ihre niederen Strukturen zu Aminosäuren zerlegt und können nur so die Darmschranke passieren. Wenn dies durch schützende Stoffe im Colostrum wie Trypsininhibitoren verhindert wird, wie wahrscheinlich im Falle der Immunglobuline, bestünde „nur“ die Möglichkeit, im Darmlumen selbst und über Abgabe von Signalen an Rezeptoren an der Darmwand und gegebenenfalls über Botenstoffe aktiv werden können. Anders sieht das im Falle von Pathologien wie bei dem Leaky Gut Syndrom aus, dass sich unter Tumortherapien und einem dadurch abgeschwächten Immunsystem, sowie einer unter diesen Therapien auch oft veränderten Nahrungsaufnahme, sicherlich leicht bilden kann. Dann wäre ein Übertritt auch größerer Proteine in ihrer bioaktiven Form denkbar und damit auch eine Aufnahme der tumorbeeinflussenden Stoffe, die in Colostrum enthalten sind. Eine andere Möglichkeit wäre, diese Stoffe aus Colostrum zu eliminieren bzw. die protektiven Substanzen aus Colostrum zu extrahieren. Bei der Frage, ob Colostrum anti-kanzerogen wirken kann, scheinen Untersuchungen mit Lactoferrin und Ölsäure (HAMLET-Faktor) Anlass für vorsichtige Hoffnung zu geben. Hier darf man auf weitere Ergebnisse gespannt sein. Bei der 30jährige Studie mit den hervorragenden in vitro Osteosarkom-Ergebnissen von Tokuyama konnten die Einzelheiten zu der Studie nicht im Original abgerufen werden, sodass fraglich ist, ob sich diese Ergebnisse tatsächlich in vivo reproduzieren lassen würden. Auch bei dieser Problematik gibt es aktuell noch Forschungs- und Klärungsbedarf, der sich allerdings lohnen könnte. Denn obige Ergebnisse sind vielversprechend und es wäre schade, die „Chance Colostrum“ ungenutzt zu lassen!

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OM & Ernährung 2021 | SH20 Sonderheft Onkologie II

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C (April 2000). „Conversion of alpha-lactalbumin to a protein
inducing apoptosis“. Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A. 97 (8):
4221–6. doi:10.1073/pnas.97.8.4221. PMC 18203. PMID
10760289
[101] Gustafsson L, Hallgren O, Mossberg AK, Pettersson J,
Fischer W, Aronsson A, Svanborg C (May 2005). „HAMLET
kills tumor cells by apoptosis: structure, cellular mechanisms,
and therapy“. J. Nutr. 135 (5): 1299–303. PMID 15867328.
[102] Pettersson-Kastberg J, Aits S, Gustafsson L, Mossberg
A, Storm P, Trulsson M, Persson F, Mok KH, Svanborg
C (2009). „Can misfolded proteins be beneficial?
The HAMLET case“. Ann. Med. 41 (3): 162–76
doi:10.1080/07853890802502614. PMID 18985467.
[103] Halskau O, Underhaug J, Frøystein NA, Martínez A (June
2005). „Conformational flexibility of alpha-lactalbumin related
to its membrane binding capacity“. J. Mol. Biol. 349 (5):
1072–86. doi:10.1016/j.jmb.2005.04.020. PMID 15913646
[104] R., Mossberg, A., Puchades, M. et al.; HAMLET Interacts
with Lipid Membranes and Perturbs Their Structure and
Integrity; PLOS, February 23, 2010; https://doi.org/10.1371/
journal.pone.0009384
[105] Svanborg C, Agerstam H, Aronson A, Bjerkvig R, Düringer C,
Fischer W, Gustafsson L, Hallgren O, Leijonhuvud I, Linse S,
Mossberg AK, Nilsson H, Pettersson J, Svensson M (2003).
„HAMLET kills tumor cells by an apoptosis-like mechanism-
-cellular, molecular, and therapeutic aspects“. Adv. Cancer
Res. 88: 1–29. doi:10.1016/S0065-230X(03)88302-1. PMID
12665051
[106] Farke C, Rattenberger E, Roiger SU, et al. Bovine colostrum:
determination of naturally occurring steroid hormones by
Liquid Chromatography-Tandem Mass Spectrometry (LC-MS/
MS).J Agric Food Chem. 2011 Feb 23;59(4):1423-7
[107] Leinmüller, R. MEDIZINREPORT Postmenopause: Neue
Daten zur Hormontherapie Dtsch Arztebl 2012; 109(48):
A-2416 / B-1971 / C-1930

[108] Jones, A.W., Marchnak, T. et al., Orale Rinderkolostrum-
Supplementation erhöht nicht die Zirkulation Insulin-
ähnliche Wachstumsfaktor-1-Konzentration bei gesunden

Erwachsenen: Ergebnisse aus kurz- und langfristigen
Verwaltungsstudien European Journal of Nutrition (2020) 59:
1473–1479 (2020), https://doi.org/10.1007/s00394-019-
02004-6

Leserfragen ,,Corona“: Ansteckungszeiten, Infektionsität, Tests, Quarantäne

Hallo Ihr Lieben!

Ein Thema beschäftigt uns seit geraumer Zeit So sind bei ,,Gesundheitsmagazin-online“ wieder einige sehr interessante Fragen zu der Corona-Pandemie aufgelaufen. Diese werden aufgrund der mir aktuell vorliegenden Informationen in folgendem Artikel ausführlich beantwortet.

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Leserfrage: Verhütung möglichst hormonfrei – verschiedene Methoden mit Erfahrungswerten aus der Gyn-Praxis

Liebe Madeleine!
Natürlich kenne ich Dich und Deine Krankengeschichte nicht und kann Dir deshalb nur relativ allgemein antworten. Ich möchte Dich und die anderen Leser/innen aber mit ein wenig Hintergrundwissen versorgen, dass Dir und Ihnen vielleicht bei der Entscheidungsfindung des ,,richtigen“ Verhütungsmittels, welches nach Deinen Angaben möglichst hormonfrei sein sollte, helfen kann.

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Wie ,,schlechte“ Darmbakterien unsere Ess- und Denkgewohnheiten manipulieren und uns sogar süchtig machen können!

Erst in jüngster Zeit hat man begonnen, die Aufgabe des Mikrobioms, d.h. der Gesamtheit der Bakterien, Viren, Bakteriophagen und Pilze, die in und auf uns Menschen leben, zu verstehen. Nun stellt sich die Frage, wie unser Verhalten von ihnen beeinflusst werden kann und ob es möglich ist, die Zusammensetzung unseres Keim-Pools selbst zu steuern, sodass man beispielsweise Süchte durch spezielle Keime in den Griff bekommen könnte.

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Innere Medizin: Leaky Gut – Wenn der Darm die Schranken öffnet …

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Der Darm – Sitz von Kummer und Harm – oder Freude am Heute?

Fühlen Sie sich auch manchmal schlapp, kraftlos und irgendwie scheinen die Energiespeicher nie ganz gefüllt? Kennen Sie das Gefühl, dass es einfach nicht so richtig rund läuft, wie ein Computer, der ewig zum Laden braucht und dann immer wieder stockt? Hinzu kommen vielleicht unspezifische Verdauungsbeschwerden, Blähungen, ein Grummeln im Bauch, Durchfall oder auch Verstopfung?

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Sicherheit von Verhütungsmethoden ( Pille, Kupferspirale, Kupferkette, Hormonspirale, alternative Verhütung) aufgrund ärztlicher Erfahrungen

Patientenfrage zur Sicherheit von verschiedenen Verhütungsmethoden :

Mich würde mal aus dem Alltag von Ärzten interessieren, welche Methoden am sichersten und am unsichersten sind? Also bei welchen Methoden kommen wirklich am häufigsten ungewollte Schwangerschaften vor? Die Pille wird ja immer als DAS super sichere Mittel gepriesen, aber letzten Endes hängt die Sicherheit ja von der Einnahme ab und ich habe sogar mal gelesen, dass damit bis zu 6! von 100 Frauen/Jahr schwanger werden. Kannst du as so nachvollziehen? Wie sieht es bei Kupfer/Hormon-Spiralen aus? Und was hältst du von der Kupferkette? Die wird ja im Moment total gehyped! 

LG von einer stillen Mitleserin:)

Antwort auf diese spannenden Frage findest Du im folgenden Artikel!

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Wenn Antibiotika nicht mehr helfen – Bakteriophagen

Bakteriophagen – 100 Jahre alte Therapie
erlebt Revival!

Zunehmende Unwirksamkeit der Antibiotika infolge von Resistenz-Bildungen und die Störung des Gleichgewichtes des körpereigenen Mikrobioms (1) stellen Mediziner bei der Behandlung von bakteriell verursachten Entzündungen vor zunehmende Herausforderungen. Kann die in östlichen Ländern seit langem standardmäßig  mit Erfolg angewendete Therapie mit Bakteriophagen auch in Deutschland, wo diese Therapie nach Aufkommen der Antibiotika lange als ,,überholt“ galt, heute als gute Ergänzung oder gar Alternative eingesetzt werden (2)?

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Rücktritt aus dem Vorstand der NATUM – Ein engagiertes Paar nimmt seinen Hut Ein Interview gibt Einsicht in die Hintergründe …

Die beiden  Vorstandsmitglieder Agnes und Steffen Wagner hatten in ihrer Amtsperiode  eine frische Brise durch die NATUM wehen lassen. Gerade hatte man das Gefühl gehabt, dass es rund für die NATUM laufen würde. Erst im letzten Jahr hatte man den renommierten Onkologen Dr. Steffen Wagner als  ersten Vorsitzenden gewinnen können.  Wagner war bereits Mitglied der Leitlinien-Konferenz der DGGG  und schon länger im Vorstand der NATUM, was zur Ergänzung der Kurse um aktuelle onkologische Inhalte geführt hatte und bereits eine Studie unter NATUM-Flagge durchgeführt. Auch seine Frau, die sich vor allem mit der Überprüfung aktuellen Therapien zur Jungerhaltung des Organismus  beschäftigt, hatte sich bald schon mit vielen aktuellen Veröffentlichungen und aktuellen Vorträgen als Glücksfall erwiesen.

So fielen dem guten Beobachter neue Kursinhalte mit gefüllten Sälen, Erweiterungspläne, die Bildung eines  ,,junges Forums“, aktuelle Veröffentlichungen in den wichtigsten Fachzeitschriften, ein neuer, verbesserter Internetauftritt und mehr Mitgliedernähe auf und ließen Außenstehende nicht daran denken, dass die engagierte und mit Elan arbeitende Vorstandsriege auf eine Krise zusteuern würde.

Denn am 04.07.2020 legten, für viele völlig überraschend,  der erste Vorsitzende und die Schriftführerin ihre Posten im Vorstand der aufstrebenden naturheikundlichen Vereinigung ,,NATUM“ bei er letzten offiziellen Mitgliederversammlung nieder…

Dr. Steffen Wagner, Frauenarzt und Onkologe in Saarbrücken sowie erster Vorsitzender der Saarländischen Krebsgesellschaft und seine Ehefrau, Dr. med. Agnes Wagner, aus den Medien als ganzheitlich denkende und aktuelle Medizintheorien überprüfende ,,Dr. Nessy“  bekannte Frauenärztin und Internistin, ließen bei der Mitgliederversammlung  in Leipzig ihr Rücktrittstatut verlesen (s.u.)  Über die Neubelegung der Vorstandsposten ist noch nichts bekannt, aktuell wird der Vorstand von dem verbliebenen  2. Vorsitzenden und dem wissenschaftlichen Beirat kommissarisch geleitet. Doch was war geschehen? Hinweise ergeben sich im Abschiedsschreiben sowie in einem Interview, dem sich Frau Dr. Wagner stellte …

 

Anbei das zur Verlesung gebracht Abschiedsschreiben an die Mitglieder

Liebe Freunde, Liebe NATUM- Mitglieder,

aus persönlichen Gründen treten wir, Dr. Steffen Wagner vom Posten des 1. Vorsitzenden und Dr. Agnes Wagner vom Posten der Schriftführerin zurück.

Wir durften die in den letzten Jahren die Arbeit der NATUM mitgestalten und bedanken uns bei Ihnen herzlich für Ihre vielen positiven Rückmeldungen und Anregungen und die inspirierenden persönlichen Kontakten, die in dieser Zeit entstanden sind.

Uns war es wichtig, dass wir stets auch einen Blick ,,über den Tellerrand“ gewagt zu haben und wir Ihnen, unseren Mitgliedern und Freunden, neue Wege aufzeigen konnten, wie Schulmedizin und Komplementärmedizin zum Wohle unserer Patienten ganzheitlich ineinandergreifen können und wie man sie am besten in den Praxisalltag integrieren kann.

Dabei war es uns ein Anliegen, dass wir stets transparent, ohne kommerzielle Beeinflussung gearbeitet und uns laufend an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert haben.
Die NATUM zu verjüngen und ihr zu einem modernen, offenes Wesen unter Berücksichtigung von Bewährtem zu verhelfen, war unser Wunschtraum gewesen.

Wir würden uns freuen, wenn sich unter Ihnen Menschen finden würden, die in Arbeit mit der NATUM das gleiche Herzblut stecken würden, wie wir beide es getan haben und dieses Ziel weiter verfolgen würden.

Es wäre schön für uns zu wissen, dass auch gerade jüngere Mitglieder zukünftig gehört und in die Planung der Aktivitäten mit einbezogen würden.
Wir wünschen Ihnen und dem künftigen Vorstand alles Gute und werden weiterhin die Ziele der NATUM nach Möglichkeit unterstützen.

Saarbrücken, den 02.07.2020
Dr. Nessy Wagner
Dr. Steffen Wagner

Interview mit Frau Dr. Wagner

Redaktion: Guten Tag Frau Wagner. Der  Rücktritt von Ihnen und Ihrem Mann kam in der Naturheilkunde-Szene für alle überraschend. Wieso haben Sie sich zu diesem Schritt entschlossen?

Wagner: Uns war immer daran gelegen, die positiven Eigenschaften der NATUM zu bewahren und den Leistungen der Vergangenheit Respekt zu zollen. Allerdings schien es, nachdem wir uns einen Überblick über die bestehenden Strukturen verschafft hatten,  an der Zeit, einige alte Zöpfe abzuschneiden.

Redaktion: Was waren das für ,,alte Zöpfe“?

Wagner:  Für eine Organisation ist es wichtig, sich stets an objektivierbare Fakten und am aktuellen Fortschritt zu orientieren.  Das bedeutet auch,  sich flexibel auf Veränderungen einzustellen und Inhalte und Ziele daran anzupassen.

Redaktion: Und das war in der NATUM nicht gegeben?

Wagner: Die NATUM lief über 20 Jahre unter immer fast gleicher Führung, die sicherlich die NATUM auf einen guten Weg gebracht hat. Dabei bilden sich natürlicherweise eingespielte Strukturen, die nur schwer aufzuweichen sind.

Redaktion: Wie war die Situation, als sie der NATUM beitraten?

Wagner: Im Wesentlichen wurden alle relevanten Entscheidungen vom ersten Vorsitzenden getroffen, dazu gab es einen Beirat, eine Schriftführerin und eine Verwaltungskraft.  Als die Schriftführerin ging, wurde mein Mann (Anmerkung der Redaktion: Dr. Steffen Wagner) als Schriftführer eingesetzt, später als erster Vorsitzender. Der Postern der Schriftführerin im Vorstand wurde von mir besetzt. Dabei darf man nicht vergessen, dass wir beide von dieser Führung genau deshalb in den Vorstand geholt und herzlich eingeladen worden waren, um die NATUM mit neuen Ideen weiter nach vorne zu bringen und der aktuellen Mitgliederschaft anzupassen.

Redaktion: Was wird nun, nachdem Sie weg sind, aus der NATUM werden?

Wagner: In der Zeit, in der wir in der NATUM tätig waren, haben wir bereits einiges Neue umgesetzt. Es wäre schön, wenn sich Menschen finden würde, denen es genauso wichtig ist, wie uns, dass ganzheitliche Therapien im Praxis- und Klinikalltag noch  selbstverständlicher angewendet werden, aber auch dass diese Therapien ständig objektiviert werden, sodass sie auch schulmedizinschen Anforderungen Stand halten können.

Redaktion: Welchen Ratschläge möchten Sie der NATUM mit auf den Weg geben?

Wagner: Die NATUM wird auf lange Sicht nur bestehen können, wenn bereits vorhandene Erfahrungen und medizinisches ganzheitliches Wissen fortwährend und firmenunabhängig an den aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst werden. Die Mitgliedern müssen sich darauf verlassen könne, dass ihnen bei den Fortbildungsveranstaltungen optimale ganzheitliche Behandlungsstrategien für ihren Behandlungsalltag an die Hand gegeben werden.

Redaktion: Danke für das Gespräch!