Bemerkenswert

Was passiert bei der hormonellen Behandlung von Transsexuellen?

Meist möchten sie einfach nur „normale“ Menschen sein: Transgender. Die Tatsache, dass sich ihr angeborenes Geschlecht nicht oder nicht ganz oder auch nur nicht alleinig  „richtig“ anfühlt, empfinden sie oft als belastend und erwarten Hilfe, die man ihnen nicht verwehren darf. Im folgenden Artikel habe ich deshalb alles Wissenswerte zum Thema hormonelle Trangendertherapie zusammengetragen! „Was passiert bei der hormonellen Behandlung von Transsexuellen?“ weiterlesen

,,Medizinische Woche „Baden-Baden 2019: Spannendes aus der Naturheilkunde

Mikrobiom / Banerji-Protokolle /Haarausfall /PNP bei Chemo/ Psychookologie/ Homocystein/ Führungswechsel Bernd Ost/ Steffen Wagner

Der Auftakt…

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Der Sitzungsraum 13 im Kongresshaus, zu dem mancher erst nach intensiven Suchen gelangte, war bereits um Punkt neun Uhr am Sonntag des  03.11.2019, zum Beginn der diesjährigen NATUM-Veranstaltung, relativ gut gefüllt, was, wenn man bedenkt, dass bereits der letzte Tag der ,,Medizinschen Wochen Baden-Baden 2019 angebrochen war, längst nicht selbstverständlich war, sollte doch dieses Panel ein ganz besonderes werden …  aber dazu später mehr.
Zunächst begrüßte Dr. med. Bernhard Ost aus Düsseldorf, Vorsitzender der NATUM und seit vielen Jahren in Komplementärmedizin erfahrener Gynäkologe, das Auditorium mit herzlichen Worten, um dann die Moderation an Prof. Dr. med. Harald Meden aus Richterswil (Schweiz) zu übergeben.

Mit dem erste Beitrag,

,,Die Therapie des Ovarialkarzinoms nach den Banerji-Protokollen“

Bildschirmfoto 2019-11-14 um 18.58.12, gehalten von Dr. Miguel Corty Friedrich aus Spanien, El Campello, begab sich dieser dann sogleich auf ein spannendes, bei vielen bis dato unbekanntes Terrain. Diese Protokolle stellten sich nämlich im Wesentlichen nicht als solche, sondern vielmehr als eine homöopathische Vereinfachung der Behandlungen von Tumoren heraus, so auch des Ovarialkarzinomes. Ein indischer Arzt namens Pareshnat Banerji, hatte diese standardisierte Behandlungsmöglichkeit, die auf eine lange Anamnese verzichteten konnte, bereits in den 20er Jahren erfunden, da es zu dieser Zeit in Indien viele Patienten gab, die behandelt werden mußten und zudem die Möglichkeiten in seinem Land sehr begrenzt waren. Da sie auch zusätzlich zu Schulmedizin angewandt werden konnten, schwappte sie in den letzen Jahren auch in die westliche Welt über und werden nun seit einigen Jahren auch in Spanien praktiziert. Obwohl von grandiosen Besserungen der Tumorleiden die Rede ist, wurde bis dato noch keine Erklärung gefunden, wie diese Medikamente tatsächlich wirken sollen, zumal es lediglich drei Anwendungsschemata gibt, die für alle Tumoren gleichermaßen wirken sollen … Eine weitere Evaluierung bleibt abzuwarten, bevor eine Empfehlung in eine Richtung ausgesprochen werden kann.

Weiter ging es, ziemlich genau um 9.30 Uhr mit dem überaus interessanten Vortrag über

,,Vermeidung der Alopezie und Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie (CIPN)“

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von Dr. rer. nat. Trudi Schaper, Düsseldorf. Hierbei wurden die Erfolge, welche sich durch die Anwendung von Kühlkappen bzw. Handschuhen und Kühlschuhen während der Chemotherapie erzielen lassen, eindrucksvoll geschildert. Tatschlich konnten diese Kühlverfahren bereits viele Frauen, die wegen eines malignen Mamma-Tumors Chemotherapie erhielten, bei korrekter Anwendung das Ausfallen der Haare bzw. das Auftreten von Gefühlsstörungen in Händen und Füßen, wie es normalerweise unter Chemotherapie durch Angriff der Nerven in und unter der Haut, bzw. Vergiftung der Haarwurzeln geschieht, verhindert werden.

In der nun folgenden Pause bestand die Möglichkeit des Besuchs der interessanten Ausstellung. Egal, ob ,,intelligentes“ Wasser oder neuartige Massagegeräte, um sich über all die vielfältigen Behandlungsoptionen zu informieren, reichten diese 30 Minuten natürlich nicht aus …

Als nächstes wurde aufgrund des unvorhergesehenen Ausfalls des geplanten Redners Dr. med. Awad Shehata aus Regensburg nicht den geplanten Vortrag über  Glyphosat und dessen Einfluss auf biologische Systeme wie das Mikrobiom gehalten, sondern zwei zusätzlichen Vorträge über das

Mikrobiom

. Zum einen erzählte Dr. Bernd Ost lebendig über eigene Erfahrungen zu diesem Thema, zum anderen berichtete Dr. Steffen Wagner, der übrigens auch Moderator dieser Vorträge war, über die speziellen Zusammenhänge zwischen einer Immun-Therapie bei Mamma Ca und dem Mikrobiom.

Danach ging es mit dem regulären Programm weiter, wobei nun der eigentliche Vortrag  über das Mikrobiom, in dem Neben den Grundlagen über die

,,Auswirkungen des mütterlichen Mikrobioms auf das ungeborene Kind“

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Hier ist ein Auszug aus diesem Vortrag 

von Dr. med. Nessy Wagner aus Saarbrücken folgte. Erst in jüngster Zeit hatte man entdeckt, dass das Mikrobiom bei der Gesund-Erhaltung des menschlichen Körpers tatsächlich eine tragende Rolle spielt und die meisten ,,Keime“ eine positive Funktion haben, während andere dem Organismus Schaden zufügen und bekämpft werden müssen! Was läge da näher, als auch hierzu Mikroorganismen einzusetzen? So würde in Zukunft wohl auch die sogenannte ,,Phagentherapie“ bei der Behandlung von Infektionen, die immer öfters durch Antibiotika -resistente Keime ausgelöst werden, eine immer größere Rolle spielen! Ein weiteres interessantes Novum für viele war, dass es tatsächlich Interaktionen zwischen Mutter und dem Ungeborenen über das Mikrobiom zu geben scheint. Zudem beginnt laut einigen Daten die Besiedlung des Kindes mit Abwehrkeimen bereits im Mutterleib und wahrscheinlich nicht erst mit der Geburt. In diesem Zusammenhang wurde auch das ,,Vaginal Seeding“, des Neugeborenen besprochen.

Da die Zeit wie so oft nicht für alle Fragen des Auditoriums ausreichte, wurde auch die Pause für eifrige Gespräche genutzt – ein Zeichen dafür, wie groß das Bedürfnis nach praxisorientierter, komplementärer  Medizin ist und wie engagierte Ärzte diese Vortragsreihe auch nutzten, um gegebenenfalls Gehörtes in ihrem Arbeitsalltag zu integrieren.

Nachdem sich alle dennoch ein wenig erholt hatten, ergriff nun Dr. med. Bernhard Ost den Vorsitz und kündigte den Vortrag über

,,Homocystein in der ReproduktionsmedizinBildschirmfoto 2019-11-14 um 19.03.29

von Dr. med. Lena Kissing aus Ravensburg an. ,,Tatsächlich ist dieser Parameter und dessen Stoffwechsel von großer Bedeutung und es ist wichtig, den Spiegel unbedingt im Auge zu halten, trägt er doch maßgeblich zu einer gesunden Schwangerschaft bei!“, wie die Referentin betonte.

Im Anschluss dieses interessanten Vortrages wurde dann der letzte Vortrag mit dem Thema

,,Psycho-Onkologie – Wegweiser auf eigene Ressourcen“

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von Dr. med. Hatice Kaya aus Düsseldorf gehalten. Dabei wurde dem Fachpublikum, das in der Praxis oft onkologische Patienten betreut, viele hilfreiche Daten mit auf den Weg gegeben und noch einmal klar herausgestellt, welch große Bedeutung auch die psychische Unterstützung bei diesem Leiden zukommt.

Als letzten Programmpunkt fand die

Ehrung des langjährigen ersten Vorsitzenden Dr. Bernd Ost

statt, der aktuell sein Amt des ersten Vorsitzenden der NATUM an das zweite vorsitzende Mitglied, Dr. Steffen Wagner abgegeben und dessen bisherigen zweiten Vorsitz übernommen hatte

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Witzige Idee: Eine Künstlerin schnitzt Streichholzmenschen … Bernd Ost bekam einen solchen geschenkt. 

Nach einer Laudatio von seinem Nachfolger, die so manchen im Publikum die Tränen in die Augen getrieben hatte, wurde Dr. Bernd Ost mit Geschenken und weiteren warmen Worten von seinem Vorstand und seiner Vorstandsassistentin, Katrin Harling, herzlich aus dem ersten Vorsitz verabschiedet und das Publikum konnte sehen, welch familiäres Verhältnis an der Spitze der NATUM herrschte

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Und damit endete diese Vortragssitzung der NATUM in Essen in diesem Jahr.

Hoffen wir, dass wir uns alle im Jahr 2020 gesund, fröhlich und mit Freude an neuen Erkenntnissen wiedersehen!

 

Neue Erkenntnisse! Mikrobiom-Immunsystem schon im Mutterleib?

Wissenschaftler zweifeln an dem Jahrhundert alten Dogma der Keimfreiheit des ungeborenen Kindes!

Es tut sich was in der Forschung! Denn wenn man den Ergebnissen vieler aktueller Studien Glauben schenken darf, so ist die Gebärmutter keinesfalls so keimfrei, wie man es bisher angenommen hatte. Doch bis vor gar nicht allzu langer Zeit hatte niemand je gewagt, an dem ,,Dogma“ das der französische Kinderarzt Henry Tissier vor etwa 100 Jahren aufgestellt hatte, zu zweifeln. Neue Erkenntnisse bahnen jedoch Wege für neue Therapien und Chancen in der Geburtsmedizin …

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Das Verhütungspflaster – Ein altes Verhütungsmittel im Aufschwung … Vielleicht auch für Dich optimal?

Verhütung ist bei der ,,schönsten Nebensache der Welt“ leider für uns Frauen vom Teenager  bis etwa Mitte 50  ein Thema, mit dem nach sich ständig auseinandersetzen muß, vorausgesetzt, man möchte ,,auf ein bißchen“ oder auch auf ,,ein bißchen mehr“ Spaß nicht verzichten!

Dabei ist selten eine Methode das ganze Leben gleich gut geeignet, denn wir und unser Körper verändern sich schließlich ständig. Komischerweise sind gerade in letzter Zeit wieder vermehrt Frauen in der Praxis, die auch auf sogenannte ,,Außenseiter“ -Verhütungsmethoden zurückgreifen, weil sie doch, genau betrachtet, auch viele Vorteile aufweisen können. So sind sie für die ein oder andere Frau tatsächlich optimal! Ein der Verhütungsmethoden, der in letzter Zeit wieder vermehrt ,,angefragt“ wird, ist das Verhütungspflaster!

Zwar ist das Hormonpflaster bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden durch seine transdermale (,,durch die Haut“) Applikation von manchen Frauen schon seit längerem eine geschätzte Alternative zu Kapseln, Tabletten, Sprays und Gels, allerdings hatte es bei der Verhütung bislang eher wenig Bedeutung. Und das, obwohl die Versagerrate  bei perfekter Anwendung nur  relativ niederige, mit der ,,Pille“ vergleichbare 0,3 bis 1 Prozent, bei typischer Anwendung 2,4 bis 9 Prozent beträgt!

Was sind ,,Wirkstoffpflaster“?

Deshalb vorab eine kurze Erklärung. Schon seit längerer Zeit werden transdermale Systeme in der Medizin angewandt, um den Verdauungskreislauf und den direkten Abbau durch die Leber zu entgehen. Diese Pflaster finden auch in anderen Bereichen, z.B. in der Schmerztherapie eine sinnvolle Anwendung. Die Pflaster sind dabei hautfarben oder durchsichtig, und werden wie ein normales Pflaster einfach auf die Haut geklebt. Durch die spezielle Einarbeitung von Wirkstoffen, in unserem Fall Östrogen und Gestagen, kann eine kontinuierliche, relativ gleichmäßige Abgabe der Medikamente erfolgen, die durch den Kontakt mit der Haut direkt in diese abgegeben werden. Nach einiger Zeit wird das Pflaster entfernt und ein neues aufgeklebt.

Wie wirken sie?

Im Prinzip ist die Wirkung der der Kombinationspille recht ähnlich. Auch das Pflaster wirkt als ,,Ovulationshemmer“, unterdrückt also den Eisprung und wie die Pille verhindert auch das Pflaster die Einnistung des Eis. Zudem kommt es auch zu einer Veränderung des Schleimes, sodaß die Spermien am Eindringen in den Muttermund gehindert werden!

Wann wendet man das Pflaster an?

Dabei ist auch das Einnahmeschema ähnlich dem anderer Verhütungssysteme wie der Pille oder dem Vaginalring. Drei Wochen wird Wirkstoff aufgenommen, wobei alle sieben Tage ein neues Pflaster an einer anderen Hautstelle aufgeklebt wird. Danach wird eine Woche pausiert und dann von vorne begonnen. In dieser Zeit tritt meist die Periode auf.  Auch kann man die Pflaster ,,durchnehmen“, wobei dann meist die Periode für die Dauer der Einnahme ausbleibt (,,Long-Zyklen“).

Der Beginn ist übrigens, wenn man kein anderes Verhütungsmittel eingenommen hatte wie bei der Pille am ersten Tag der Periode. Dann besteht sofort Verhütungsschutz. Klebt man das Pflaster erst am zweiten bis fünften Zyklustag auf, muss man in den folgenden sieben Tagen zusätzlich verhüten, zum Beispiel mit einem Kondom!

Wenn man sich aber sicher ist, nicht schwanger zu sein, kann man auch an jedem anderen Tag mit der Anwendung beginnen. Auch dann ist in den ersten sieben Tagen der Einnahme eine zusätzliche Verhütung notwendig.

Wenn man von einem anderen Verhütungssystem auf das Pflaster umsteigt oder nach einer Geburt,gelten besondere Regeln, die man am besten individuell mit seinem Arzt klärt, da viele Begleitumstände eine Rolle spielen!

Wie funktioniert die Anwendung genau?

fullsizeoutput_1cf7.jpegDas Pflaster kann auf gesunde, trockene, nicht eingecremte Haut an der Außenseite der Oberarme, am Po, am Bauch und am Oberkörper (außer an den Brüsten) aufgeklebt werden. Das Pflaster muss fest angedrückt werden. Besonders in der ersten Zeit ist es wichtig, täglich zu prüfen, ob es noch richtig sitzt. Es hält normalerweise auch im Schwimmbad, in der Sauna oder beim Sport sehr gut.

Was passiert, wenn es sich doch ablöst?

Sollte es sich dennoch teilweise oder ganz lösen, darf es nur dann wieder aufgeklebt werden, wenn es noch sicher haftet. Sonst muss ein neues Pflaster verwendet werden. Der Verhütungsschutz bleibt erhalten, wenn das Pflaster weniger als 24 Stunden abgelöst war. Saß das Pflaster mehr als einen Tag (24 Stunden oder länger) locker oder war vollständig abgelöst, schützt es nicht mehr sicher vor einer Schwangerschaft. In diesem Fall muss ein neues Pflaster aufgeklebt und sieben Tage lang zusätzlich verhütet werden.

Wenn man vergißt, das Pflaster wieder aufzukleben …

besteht der Verhütungsschutz weiter, wenn in der Zwischenzeit weniger als zwei Tage vergangen sind. Bei mehr als zwei Tagen Verspätung muss nach dem Wechsel sieben Tage lang zusätzlich verhütet werden, zum Beispiel mit einem Kondom.

Die Kosten 

sind mit denen einer nicht ganz billigen ,,Pille“ vergleichbar, eher etwas höher. Ein häufig verwendetes Verhütungspflaster kostet besispielsweise als Dreimonatspackung etwa 40 Euro.

Vorteile auf einen Blick

Das Verhütungs-Pflaster ist für Leute gut geeignet, die daran interessiert sind, dass sie ein relativ zuverlässiges Verhütungssystem benutzen, ohne ständig daran denken zu müssen und ohne ihrem Körper so stark wie z.B.  bei der  ,,Pille“ zu belasten und es gibt keine Hormonspitzen, denn der Verdauungstrakt und der Abbau durch die Leber  werden umgangen, es kommt zu einer beinahe kontinuierlichen Abgabe durch die Haut. deshalb können auch Durchfall/Erbrechen der verhütenden Wirkung nichts anhaben …  So ist sie mit anderen nicht-oralen Verhütungsmaßnahmen, wie 3 Monatsspritze, Spirale oder Nova-Ring in eine Reihe zu stellen. Besondere Gründe für die Anwendung des Pflasters können deshalb auch Essstörungen, insbesondere Bulimie, und chronische Darmentzündungen sein.

Nachteile

Auf der anderen Seite hat man irgendwo ein Pflaster kleben, das zwar eigentlich weder beim Duschen, noch beim Baden gehen stört, dennoch von manchen als ,,unangenehm“ empfunden wird. Manche Frauen stört das sichtbare Pflaster. oder es kommt zu leichten Hautreizungen. Vereinzelt hält das Pflaster nicht gut und löst sich immer wieder ab oder es sich außerdem unbemerkt ab, muss man im laufenden Zyklus je nach Dauer zusätzlich verhüten. Auch übergewichtige Menschen sollten unter anderem wegen der verminderten Spiegel auf dieses Verhütungs-System verzichten. Das gleiche gilt für bestimmte Risikogruppen (Raucher,  Menschen mit erhöhtem Thomboserisiko, mit familiärer Disposition zu Brustkrebs…). Wie bei anderen hormonellen Verhütungssystemen auch können bestimmte Arzneimittel – darunter Mittel gegen Epilepsie, gegen Viruserkrankungen  sowie Johanniskraut – die Wirksamkeit des Verhütungspflasters beeinträchtigen.

Sicherheit von Verhütungsmethoden ( Pille, Kupferspirale, Kupferkette, Hormonspirale, alternative Verhütung) aufgrund ärztlicher Erfahrungen

Patientenfrage zur Sicherheit von verschiedenen Verhütungsmethoden :

Mich würde mal aus dem Alltag von Ärzten interessieren, welche Methoden am sichersten und am unsichersten sind? Also bei welchen Methoden kommen wirklich am häufigsten ungewollte Schwangerschaften vor? Die Pille wird ja immer als DAS super sichere Mittel gepriesen, aber letzten Endes hängt die Sicherheit ja von der Einnahme ab und ich habe sogar mal gelesen, dass damit bis zu 6! von 100 Frauen/Jahr schwanger werden. Kannst du as so nachvollziehen? Wie sieht es bei Kupfer/Hormon-Spiralen aus? Und was hältst du von der Kupferkette? Die wird ja im Moment total gehyped!

LG von einer stillen Mitleserin:)

Danke für Deine guten Fragen!

Da dies sicherlich noch mehr Mädels interessiert, habe ich dieser Frage etwas mehr Raum gegeben … Allerdings kann ich natürlich für die Angaben keine statistische Garantien geben – es handelt sich hier um meine persönliche Erinnerungen! Es ist natürlich auch klar, dass Du Dich für die Anwendung an Deinen Frauenarzt wenden musst, der Dich kennt. Hier kann ich leider nur allgemeine Empfehlungen geben, die Dir aber helfen können, Dich zu informieren.

Schwangerschaften unter PilleneinnahmeBildschirmfoto 2019-10-21 um 08.42.52

Ich habe in den mindestens 10  Jahren meiner praktischen Tätigkeit in der Gynäkologie etwa 4 Schwangerschaften unter Pilleneinnahme beobachtet, allesamt bei Mädels unter 17 Jahren, die wahrscheinlich auf Anwendungs-Unzuverlässigkeiten beruht haben. Darunter Mädels, die in jungen Jahren sehr viel Verkehr hatten und /oder gerne auch einmal einen über den Durst getrunken haben und/oder haben oder sich häufig erbrachen! Eine, die ich nicht vergessen habe, kam mit der romantischen Vorstellung, durch ein Kind einen ,,tollen Jungen“ binden zu können… und hat mit der Pille ,,etwas gemogelt“, wie sie augenzwinkernd mitteilte.  Unter zuverlässiger Einnahme habe ich also keine SS unter Pilleneinnahme gesehen. Übrigens auch nicht, wenn die Pille einmal vergessen wurde, was auch öfter vorkam …

Kupfer-Spiralen (IUP)

Kupfer-Spiralen werden häufig bei Frauen mit abgeschlossener Familienplanung benutzt. Für junge Mädels sind sie nicht so gut geeignet, da sie im Extremfall zu Entzündungen führen können, die in noch selteneren Fällen zu Unfruchtbarkeit führen. Dies ist aber nur ein kleiner Teilaspekt. Häufiger kommt es zu relativ starke Blutungen , zum einen durch die lokale Reizung, zum anderen aber auch subjektiv im Vergleich mit der Pille, weil es sich um eine,,normale“ Blutung und nicht um eine ,,Hormonentzugsblutung“, wie unter der Pille handelt. In seltenen Fällen können sie auch verrutschen und dann nicht mehr richtig wirken. Außerdem kann die Kupferspirale  bei nicht ausgewachsenen Uterus eher zu Beschwerden führen, obwohl es mittlerweile auch kleinere Kupferspiralen gibt. Besonders das Einlegen kann bei manchen Frauen schmerzhaft sein und ist wie die Entfernung in Einzelfällen, wenn die Patientin dabei starke Schmerzen verspürt, nur in Vollnarkose möglich. Merken wir das während des Versuches, brechen wir ab und bei manchen planen wir die Einlage/ Entfernung von vorne herein in Narkose, wenn z.B. sowieso eine Ausschabung gemacht werden soll oder die Patientinnen sehr schmerzempfindlich sind und dies wünschen. Die meisten Frauen vertragen sie die Kupferspirale aber sehr gut und haben keinerlei Probleme. Dann ist sie super: Sie greift nicht in den Hormonhaushalt ein und die Frau muß sich keinen Kopf mehr über die Verhütung machen, denn wenn der erste Kontrolltermin nach etwa 4 Wochen, bei dem die Lage überprüft wird, vorbei ist, verrutscht sie nur noch sehr selten.  Komischerweise gibt es tatsächlich Frauen, bei der sie immer wieder rutscht, da sollten andere Intrauterinsysteme herausgesucht werden.

Ich habe etwa 6 Schwangerschaften unter der Kupferspirale gesehen, sowohl bei verrutschten Systemen als auch bei normal liegendem IUP. Dabei kann ich mich an zwei Eileiter-Schwangerschaften erinnern, die in der Frühschwangerschaft operativ beendet werden müssen, da sonst die Gefahr der Eileiterruptur oder Stildrehung besteht!

Hormonspiralen

geben das Hormon Levonorgestrel ab, worunter es nach kurzer Zeit meist zum Sistieren der Regelblutung kommt. Hierunter sahen wir bis heute keine Schwangerschaften! Da es sich um eine Gestagen-Verhütung handelt, ist die hormonelle Belastung weniger hoch wie bei der Pille. Zudem gibt es verschiedene, auch kleine Systeme mit sehr geringen Hormondosen, die auch für jüngere Mädchen geeignet sind. Sie verrutschen nur selten und sind meist problemlos. Für die Einlage/Entfernung gilt das Gleiche wie bei der Kupferspirale.

Erfahrungen mit Kupferketten

Von der Kupferkette waren wir anfangs begeistert. Allerdings stellten wir fest, dass man mit ihr doch häufiger Probleme hat,  trotz erfahrenen Gynäkologen, die Schulungen besucht haben! Das Befestigen klappte zwar meist ganz gut, allerdings wurde sie doch manchmal ausgestoßen und es gab Berichte von Gebärmutterverletzungen, die uns unverhältnismäßig hoch erschienen. Die Gefahr der  Perforationen (Durchstoßen der Gebärmutter) ist erhöht – zum einen beim Legen, zum anderen durch Entzündungen im Bereich des Knotens, die dann durch die Gebärmutterwand wandert, zum dritten durch die Entfernung der Kette. Diese Perforationen müssen zum großen Teil operativ versorgt werden. Deshalb nahmen wir sie aus unserem Empfehlungs-Programm und setzen sie nur noch auf ausdrücklichen Wunsch ein. Schwangerschaften haben wir darunter zwar keine gesehen, aber dafür reichen auch die Zahlen nicht! Dies soll nicht heißen, dass es immer Probleme gibt! Aber Du fragst ja nach Erfahrungen …

Verhütungsball

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Auch wenn er mittlerweile in verschiedenen Größen zu haben ist, hat er sich in unserer Praxis noch nicht wirklich durchgesetzt, sodaß wir damit (noch) zu wenig Erfahrung haben.

Natürliche, mechanische oder alternative Verhütung

Wenn man seinen Körper gut kennt, sich auf das Abenteuer Körper einlassen möchte und auch eine ungewollte Schwangerschaft akzeptieren würde, falls man denn zu den 1-5% gehören würde, bei denen diese (gerechnet auf 100 Anwendungsjahren) statistisch auftritt, ist auch eine natürliche Verhütung nicht von der Hand zu weisen. Viele Frauen sind damit sehr glücklich, obwohl sie etwas Mühe macht! Manche Frauen haben 20 Jahre damit verhütet!

Bei diesen Methoden, unter der ich bei verantwortungsbewußten Frauen übrigens nur eine einzige ungewollte  Schwangerschaft erlebt habe, bei deren Entstehung  das Kondom geplatzt war, ist natürlich die Belastung des Körpers am geringsten!

Einzeln haben diese Methoden allerdings nicht die hohe Sicherheit der Pille  (1-20 Schwangerschaften auf 100 Anwendungsjahre).

Der Trick, sie sicherer zu machen, liegt darin, sie zu kombinieren. Am besten funktionieren sie, wenn man den Körper gut kennt, weiß wie der Zyklus kommt, was ihn beeinflußt und optimalerweise, wann der Eisprung kommt. Dies erkennen manche Frauen am sogenannten ,,Mittelschmerz“ der dabei eintreten kann. Ein anderer Hinweis ist der, dass der Schleim aus der Scheide sich um den Eisprung in Fäden ziehen läßt (sogenannte Spinnbarkeit des Zervixschleimes). Außerdem soll es zu einem Temperaturanstieg kommen, was sich in der Praxis ales relativ unzuverlässig erwiesen hat, denn bei den meisten Temperaturkurven, die ich gesehen habe, war dieser nicht zu erkennen, was nicht zwangsweise auf einen fehlenden Eisprung hinweist, sondern eher auf eine heutzutage oft unregelmäßige Lebensweise. Die Berechnung der fruchtbaren Tage  Sie kombiniert dann die Methoden  und setzt in den fruchtbaren Tagen  ein Diaphragma ein und/ oder benutzt ein Kondom, wahlweise kommt auch eine spermizide Creme/Zäpfchen zum Einsatz.

So, ich hoffe, ich konnte Dir und anderen interessierten Frauen helfen und wünsche Dir alles Gute!

 

 

 

Fakten und Theorien zur Menopause! Ist der Mensch selbst für ihre Entstehung verantwortlich?

Die Lebenserwartung eines in Westeuropa geborenes Mädchen beträgt mittlerweile 84 Jahre, (1) d.h. die Lebenszeit nach der Menopause gewinnt immer mehr an Bedeutung. Also müssen wir die Weichen für eine hohe Lebensqualität im Alter so früh wie möglich stellen, wobei Einblicke in die geschichtlichen und soziologischen Hintergründe dazu beitragen können, die Eigenheiten dieses Lebensabschnittes besser zu verstehen und sie in unsere Vorbereitungen mit einzubeziehen. Aber wieso hören wir Frauen irgendwann auf, unsere Periode zu bekommen und werden unfruchtbar? Ist unser stark veränderter Lebenswandel der letzten 200 Jahre etwa schuld daran? Im Artikel werden diese Fragen beantwortet … „Fakten und Theorien zur Menopause! Ist der Mensch selbst für ihre Entstehung verantwortlich?“ weiterlesen

Leserfrage Einschlafprobleme: Ursachen, praktische Tipps & Tricks

Einschlafstörungen werden in der Zeit von künstlichem Licht,  Handy, Laptop und einem termingesteuerten Alltag immer  häufiger, wobei die Ursachen mannigfaltiger Art sein können. Auch Cindy hat mich wegen diesem Problem, das nicht selten zu lästiger Tagesmüdigkeit führt, angeschrieben. Lest hier meine Antwort, in der ich das Krankheitsbild praxisorientiert geschildert und mögliche Ursachen und Behandlungen aufgezeigt habe.

Liebe Cindy*!

(*Name selbstverständlich geändert).

Bildschirmfoto 2019-09-21 um 15.49.40Du hast mir erzählt, dass Du  schon seit langer Zeit  ein Problem damit hast, nicht richtig einschlafen ,,zu wollen“ und den Punkt, ins Bett zu gehen, immer weiter hinausschiebst bzw. sogar wieder aus dem Bett aufstehst, nachdem Du Dich abends zum Schlafen hingelegt hast! Dies ist leider ein Problem, das Du mit sehr vielen anderen Menschen jeder Altersklasse teilst, weshalb ich es hier allgemein und öffentlich behandeln möchte. Die erste Reaktion des Patienten ist immer ,,Habe ich  wegen irgendwas Stress und bin ich innerlich deshalb so angespannt, dass ich nicht schlafen kann ?“ Leider ist das aber nur eine Möglichkeit von vielen! Oft ist für die Schlafproblematik übrigens nicht nur eine Ursache verantwortlich!

Vielmehr spielen mehrere Variablen eine Rolle, weshalb ich Dir hier die wichtigsten Fakten kurz und knackig zusammengefasst, schildere! Allerdings sind sie allgemeiner Natur und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Deshalb würde ich Dir auf alle Fälle empfehlen, die Sache mit Deinem Doc des Vertrauens, der Deine sonstige  Krankengeschichte kennt, zu besprechen!

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Solche unaufdringlichen Bilder eignen sich gut fürs Schlafzimmer. Kühles Blau beruhigt und entspannt, warmes Gelb gibt ein Gefühl der Geborgenheit, das Natur-Motiv verbreitet eine heitere Stimmung, ohne aufzuregen—-

Ursachen von Einschlafproblemen

1. ,,Laptop-Krankheit“

So könnte es besonders bei Dur als Bloggerin sein, dass die ,,Laptop-Krankheit“ eine Rolle spielt, die noch nicht genau untersucht ist. Verschiedene Aspekte können daran Anteil haben.

1.1. Blaues Licht

Zum Ersten ist Dein Gehirn-Oberkommando durch den Anteil des blauen Lichts irritiert und denkt, es sei Tag. Folglich sagt er zum (vielleicht mittlerweile ein wenig erschöpften) Schlafzentrum: ,,Hey, bleib wach, es ist doch erst Mittag!“ Das Schlafzentrum denkt:,, Wenn es der Chef sagt, mache ich das ´mal besser …

1.2. Das Belohn-Zentrum

Dazu kommt, dass manchen Sachen im Netz Dein Belohnungszentrum befriedigen. Seien es so richtig geile Schuhe, die Du entdeckt hast oder auch ein besonders schönes Bild,  z.B. von einem besonders süßen Hund oder auch einen knackigen Hintern … dass Dein Herz gleich höher hüpfen läßt! Der Ober-Chef im Gehirn denkt: ,,Klasse, jedesmal, wenn sie im Netz ist, wird sie glücklich, folglich will ich natürlich möglichst lange online sein!“

1.3.  Elektrosmog

Und wäre die Zwei Irritanten noch nicht genug, gibt´s noch einen dritten Aspekt, der den sogenannten zirkandianen (tageszeitlichen) Rhythmus durcheinander bringt: Die elektrischen Ströme von außen, die um Dich die ganze Zeit herumfließen, stehen im Ruf, die Zellkommunikation zu stören. Wie das geht? Also … Wenn Du denkst, werden permanent Zellen polarisiert und depolarisiert. Dies geschieht durch sogenannte Botenstoffe, die über den Zellspalt diffundieren und sich in die Synapsen der Zielzelle setzen, Werden genügend besetzt, wird ein elektrischer Impuls ausgelöst. Werden nur ein paar Synapsen besetzt oder dauernd zu viel, dass einige ,,dicht“ machen, wird diese Signalübertragung, die für die Kommunikation im Körper und auch für die Emotionen zuständig ist, gestört … Die Abläufe laufen nicht mehr so ,,rund“ – es ist quasi Sand im Getriebe.

1.4. Energie durch zu viele schnell verwertbare Kohlenhydrate wie Zucker /Insulin-Resistenz

Was auch noch möglich ist, ist ein zu hoher Zucker- bzw. einfache Kohlenhydrate- (zu denen übrigens auch Zucker gehört) Konsum. Auch er gibt ,,schnelle Energie“ frei und macht, dass Du Dich in dem Moment leistungsfähig fühlst. Langfristig hat ein zu hoher einfacher Kohlenhydrat-Konsum eine vermehrte Insulin-Resistenz zur Folge, wodurch viele weitere Dysfunktionen ausgelöst werden.

1.5. Fehlzusammensetzung/ Fehlsteuerung des Mikrobiomsanatomy-160524__340

Damit verknüpft ist auch eine eventuelle Fehlsteuerung des Mikrobioms, das sind alle möglichen guten und schlechten Keime, die ,,auf und im“ Menschen leben (bei http://www.gsundheitsmagazin-online.com genau nachzulesen). Kommt es, z.B. durch Fehlernährung dieses Mikrobioms zu einem zu großen Wachstum einzelner Stämme, was zu einer Verdrängung der anderen führt. Da auch sie maßgeblich für Informationsübertragung und Signalgebung verantwortlich sind, kann eine Fehlwichtung ihrer Masse auch zu Übertragungsfehler führen.

1.6. Psychische Probleme

Auch Überforderung, Stress aber auch Langweile und Unterforderung oder generelle Unlust, können Schlafstörungen verursachen.

Hier können, je nach dem, neben einer Verhaltenstherapie oder/und dem Erlernen von z.B. Entspannungstechniken hilfreich sein.

1.7. Weitere Hormonelle Störungen

,Auch andere Hormon-System können durch eine fehl-Steuerung Schlafstörungen auslösen wie z.B. eine eine S

1.7.1. Schilddrüsen-Dysfunktion (z.B. die nicht seltene Hashimoto-Thyreoditis), die behandelbar ist,  aber auch wie eine Hormonstörung z.B. des

1.7.2. Cortisol-Stoffwechsels oder auch des

1.7.3. ,,weiblichen“ Hormonsystems, wobei man diese meist Erkrankungen, je nach ihrer genauen Ursache, ganz gut in den Griff bekommen kann. Von der Hand zu weisen ist nach meinen Erfahrungen auch nicht der damit zusammenhängende ,,Mondzyklus“ , der alle 28 Tage wechselt und damit auch den weiblichen Zyklus bestimmt. Kreuze auf Deinem Kalender die besonders ,,schlimmen“ Nächte an und schaue, ob Du einen Zusammenhang mit dem Mondzyklus und/oder Deinen Tagen eruieren kannst. Vielleicht falls Dir auch andere Zusammenhänge auf. Eine weitere Möglichkeit, die nicht so selten ist, sind

1.8. Elektroytstörungen,

z.B. auch durch Blutarmut, Schwitzen, Durchfälle oder auch Erbrechen ausgelöst. Durch eine Blutarmut kann beispielsweise das Herz schneller schlagen, was den Körper am Einschlafen hindern …

Natürlich gibt es noch

weitere mögliche Ursachen,

Migräne, Tumoren,  Herzerkrankungen/Rhtythmusstörungen, Schlaganfälle, Gehirnkrankheiten (neurologische Erkrankungen), Fehlbildungen, Parasiten, oder Medikamente. Für sie benötigt der Arzt bei Verdacht eine weiterführende Diagnostik, die meist über eine Laboruntersuchung hinausgeht

2. Behandlungsmöglichkeiten

2.1. Der Arztbesuch

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Deshalb sollte man den Weg zu seinem Doc des Vertrauens nicht scheuen, damit er die nötigen Untersuchungen wie eine genaue Befragung (Anamnese), körperliche Untersuchung, Laboruntersuchung und eventuell eine zusätzliche apparative Diagnostik (Schlaflabor-Untersuchung, Doppler-Ultraschall, CT, Kernspin,… )  veranlassen kann. Am besten ist es, wenn man gut vorbereitet ist und den oben erwähnten ,,Schlafkalender“ mit dem Eintrag der Schlafqualitäten und der möglichen Korrelationen mit Essen, Wetter, Mondphasen bzw. Periode, stressige Ereignisse etc. eingetragen hat.

 

2.2. Mögliche Therapien

Allgemein unterstützenden Maßnahmen wie eine

2.2.1. verbesserte Schlafhygiene

sind relativ einfach umzusetzen und bringen oft schon viel. Dazu gehört

luftige, bequeme Kleidung aus natürlichen Materialien wie Baumwolle, Leinen und Seide. Positiv wirkt sich auch ein

ruhiges, nicht zu warmes  Schlafzimmer, am besten auch

ohne Fernseher und unnötige elektrische Geräte, aus.Das

Licht sollte bereits eine Stunde vor dem Schlafengehen möglichst nicht mehr zu hell sein und sich im warmen Frequenzbereich befinden.

Das Handy und das Laptop sollten nicht direkt neben dem Bett aufgeladen werden! Dazu kann ein

2.2.2. Einschlafritual,

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wie ein paar

Yoga-Entspannungs-Übungen, etwas

entspannende, leise Musik und/oder ein

Tee mit 

  • Baldrian
  • Hopfen
  • Johanniskraut
  • Kamille
  • Lavendel
  • Passionsblume
  • Melisse.

können unterstützend wirken.  Die ,als schlaffördernd bekannte

,,Milch mit Honig“ enthält Tryptophan, was ebenfalls beruhigend und entspannend wirken soll.

Zusätzlich kann dann z.B. eine ,,Unterstützung “ des weiblichen Zyklus durch den pflanzlichen Mönchspfeffer erreichen oder ein niedrig dosiertes hormonelles Präparat eingesetzt werden …

2.2.3. Medikamente

Generell kann auch die (vorrübergehende) Einnahme von

Melatonin, das Schlafhormon, in Kombination mit anderen Stoffen oder auch als Monopräparat hilfreich sein. Ermutigende Einzelergebnisse sind auch mit

CBD (Cannadibiol) beschrieben (siehe auch auf ,,Gesundheitsmagazin-online.com). Als rezeptfreies Schlafmittel werden Rezepturen mit

Diphenhydraminhydrochlorid  angeboten.

Verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Oxazepam) haben meist deutliche Nebenwirkungen und können zum Teil zu Abhängigkeiten führen. Sie müssen streng von einem Arzt überwacht werden und sind schweren und akuten Fällen vorenthalten, die meist ernste Ursachen oder schwere psychische Störungen als Ursachen haben.

Bei allen Medikamenten, auch bei pflanzlichen Produkten, sind stets Nebenwirkungen und Gegenanzeigen zu beachten! Ein längere Einnahme sollte immer mit dem Arzt abgesprochen werden und im Vordergrund sollte immer stehen, wenn möglich, die Ursache möglichst schnell zu beseitigen!

So, Liebe Cindy, ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen! Vielleicht hast Du ja schon eine Idee, welche Ursachen eventuell  bei Dir im Vordergrund stehen! Wichtig ist es, dass Du Dich an den Arzt Deines Vertrauens wendest und diese mit ihm besprichst, damit er mit Dir zusammen die richtigen Schritte für Deine Behandlung einleiten kann!

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Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute, 

DrNessy

A10 Mehr Schlaganfälle bei vegetarischer Ernährung! Wie gesund ist der Verzicht auf Fleisch wirklich?

Ja, es ist wahr! Die jüngst veröffentlichte EPIC-Oxford-Studie bot ein überraschendes Ergebnis: Vegetarier erlitten laut der Auswertung der Studie häufiger Schlaganfälle als die Patienten mit einer ganz normalen Ernährung! Lest hier, was dahinter steckt und was es für die Ernährungsempfehlungen bedeutet „A10 Mehr Schlaganfälle bei vegetarischer Ernährung! Wie gesund ist der Verzicht auf Fleisch wirklich?“ weiterlesen

Eiweißmangel – Schlapp trotz ,,gesunder Ernährung“! Was kann ich tun? Mit Patientenstory

Eiweiß ist einer der wichtigsten Stoffe unseres Lebens und viele von uns haben tatsächlich einen Mangel, ohne es zu merken … Damit sinkt allerdings nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung, denn unser Immunsystem, unser Muskelaufbau und sogar der Denkprozess ist auf eine genügend hohe Eiweißzufuhr mit der Nahrung angewiesen, denn nur ein Teil der sogenannten Aminosäuren (Eiweißbausteine) kann der Körper selbst herstellen …

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Anti-Aging Special: Herzinfarkt und Schlaganfall – sind wir selbst schuld? Was wir vorbeugend tun können und welche neuen Behandlungswege es gibt! Update häufiger Patientenfragen

In diesem Anti-Aging  Special geht es um die Frage, ob Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, die sich in Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall äußern können, aber auch deren Risikofaktoren wie Demenz, Depressionen, Hypertonus, Diabetes oder Hyperlipid­ämie, unvermeidbare Schicksalsschläge sind, oder ob wir deren Auftreten tatsächlich selbst beeinflussen können?  Was müssen wir tun, um unser Risiko zu minimieren? Macht das überhaupt Sinn, wenn man jahrelang ,,ungesund“ gelebt hat? Welche neuen Behandlungsoptionen gibt es? Dieser Artikel gibt Antworten!

Prävention ist möglich!

 

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Tatsächlich hat die Wissenschaft herausgefunden, dass gerade oben beschriebene Erkrankungen in hohem Maße von drei äußeren, beeinflussbaren Faktoren abhängen! Dabei ist eine sogenannte ,,Risikominimierung“ in jedem Alter und in fast jeder Phase der Erkrankung (noch) sinnvoll!

,,Über 80 % aller kardiovaskulären Ereignisse lassen sich durch Lebensstiländerungen verhindern!“, so Professor Dr. Roger S. Blumenthal, Johns Hopkins Medicine, Baltimore, in einer Pressemitteilung des ACC . Sogar unter antihypertensiver oder lipidsenkender Medikation solle man, laut aktuellem Stand der Wissenschaft, entsprechende Maßnahmen fördern.

,,Prävention“, also Vorbeugung, heißt  das neue Zauberwort! Denn wenn wir erst gar nicht krank werden, müssen wir auch nicht geheilt werden! Und damit ist nicht nur dem einzelnen Menschen selbst und dessen Familien gedient, sondern auch den Krankenkassen, ja der ganzen Gesellschaft! Denn wenn die Menschen gesund und glücklich sind, verursachen sie weniger Kosten und arbeiten länger und besser!
Angelehnt an den neuen ,,ACC/AHA-Leitlinie (American College of Cardiology /American Heart Association) zur Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen“ habe ich deshalb im Folgenden zuerst einmal die drei Faktoren hervorgehoben, die es zur Vermeidung bzw. Reduktion zu optimieren gilt (Arnett DK et al. Circulation 2019; online first 
2. Pressemitteilung des ACC vom 22.05.2019)

Die drei Faktoren, die dafür sorgen, dass das Herz-Kreislauf-System fit gehalten und ,,richtig gewartet“ wird!

1. Gesundheitsbewußtsein (innere Einstellung)-> Verhalten

Die Medizin weiß mittlerweile ganz gut, welche Abläufe im Körper dafür verantwortlich sind, dass der Körper vorschnell altert.

Wir wissen, dass die  Ernährung eine übergeordnete Rolle bei der Entwicklung der oben genannten Erkrankungen spielt! Schließlich kann ein Auto auch nur richtig fahren, wenn man Benzin mit der optimalen Zusammensetzung tankt, ansonsten geht es kaputt! Auch beim  Kuchen backen ist die richtige Zusammensetzung der Zutaten elementar! Gibt man z.B. einfach mehr Mehl dazu, wenn man mehr Kuchen backen möchte, wird er zwar größer, schmeckt er ziemlich bescheiden! Auch bei der Ernährung kommt es auf ,,die richtigen Zutaten“ an. Folgende Punkte haben sich dabei als  elementar herauskristallisiert!

 * ,,LOW CARB“ die Reduktion der einfachen Kohlenhydrate und die Aufnahmen genügender Ballaststoffe

– möglichst wenig raffinierte Kohlenhydrate, wie Zucker und Süßes, auch nicht gesüßte Getränke (außer nicht zu süßes Obst), dafür Gemüse,

– möglichst wenig Weißmehlprodukte, dafür mehr Vollkorn und andere ballaststoffreiche Nahrungsmittel, wie Gemüse (v.a. Hülsenfrüchte) und Obst sowie Nüsse!

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Dies ist sogar wichtiger als die einfache Kalorienreduktion, weil der Insulinspiegel möglichst wenig Schwankungen unterworfen sein sollte! Ein weiterer Punkt ist das sogenannte

* ,,Intervallfasten“ ,

was sich positiv auf den Körper auswirken kann, weil es den Zellen eine Pause gönnt und die Insulinspeicher sich wieder füllen können! Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze. Im wesentlichen beruht es darauf, dem Körper lange Schonfristen ohne Mahlzeit zu gönnen, z.B. kein Essen zwischen 17 Uhr und 7 Uhr früh …

* ,,Balance food“,

d.h. ausgewogene Ernährung an sich, wobei hier auch  die ,,richigen“ Öle und Fetteausschlaggebend sind. Verwendet werden sollten ungesättigte statt gesättigter Fettsäuren, keine Transfette (als nicht gehärtet), cholesterin- und salzarmes Essen, oben beschriebene, außerdem

* ,,Enough Protein“

Laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beträgt der Eiweißbedarf jeden Tag mindestens 0,8 Gramm Eiweiß (=Protein) pro Kilogramm Körpergewicht Das sind bei 70 Kilogramm etwa 56 Gramm und bei  60 Kilogramm etwa 48 Gramm Eiweiß am Tag. Nur, wer nierenkrank ist, sollte vorsichtig sein! Dieser Wert wird meistens deutlich unterschritten! Viel Eiweiß ist in Nüssen, Rindfleisch, Fisch, Erdnüssen, Seitan, Soja,.. Hingegen enthält 1 Portion Joghurt hat nur etwa 4,8 Gramm!
* Wichtige ist,  dass auch Familie und Freunde von der Änderung des Lebenswandels erfahren, ggf. mit eingebunden werden, dann können sie sich darauf einstellen, vielleicht sogar mitmachen!

 

Was bedeutet das im Klartext?

Wir müssen uns klar machen, dass wir zu großen Teilen selbst für unsere Gesundheit verantwortlich sind und dafür endlich die Verantwortung tragen! Eigentlich wissen wir doch mittlerweile genau, was wichtig ist, sonst findet Ihr auf ,,gesundheitsmagazin-online.com“.

2.  Reduktion psychosozialer Stressoren

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Es gibt Dinge in unserem Leben, oft Ballast aus früheren Zeiten, die uns nicht (mehr) guttun, uns dauernd Streß oder/und mehr Arbeit verursachen, als sie ,,verdienen“, wie eine zu große Wohnung, die man nur ständig heizen und putzen muss, oder den Volkshochschulkurs in Ikebana, zu dem man längst nicht mehr hingeht …
Aber auch Freunde, die eigentlich keine sind oder der ganze überflüssige Tand in unseren sprichwörtlichen und echten Schubladen fallen in diese Kategorie! Also: Zeit-/Platz- und Energiefresser aus dem leben eliminieren, stattdessen klarmachen, welche Bedürfnisse man wirklich hat und sich dies Wünsche nach Möglichkeit erfüllen!

3. Verbesserung räumlicher, mobiler und finanzieller Strukturen

Bei diesem Punkt, der tatsächlich die Entwicklung  von Krankheiten  reduzieren soll,        musste ich auch erste einmal ein wenig nachdenken, bis er mir klar wurde!
Aber er stimmt, denn oft ist das Problem simpel darin begründet, dass es aufgrund ungünstiger logistischer  Gegebenheiten vieles nicht klappt! Möglichkeiten, problemlos Arztbesuche zu bewerkstelligen, hängen oft davon ab, wo man wohnt, genauso, wie der Zugang etwa zu frischen Lebensmittel ist und wer mehr Geld hat, kann sich alles wesentlich leichter beschaffen.
Nun liegt sicher nicht alles in seiner eigenen Macht. Aber vielleicht ließe sich doch einiges optimieren, wenn man sich ein wenig  damit beschäftigt!
Ein wichtiger Faktor dabei ist: Hilfe von anderen Menschen/Organisationen in Anspruch nehmen, wenn man mit dem Lösen seiner Probleme schlichtweg überfordert ist! Dennoch tragen wir selbst die Verantwortung für unser Leben und unser Lebensmanagement! Und natürlich auch die, uns adäquate Hilfe zu suchen 😉 !

Der RISIKOFAKTOREN-CHECK (RC)

Bei dem individuellen RC sollte ein guter Arzt das Gleichgewicht zwischen dem Aufwandeiner präventiven Maßnahme, den individuellen Kapazitäten, diese umzusetzen, und dem Risiko für das Auftreten z.B. kardiovaskuläre Ereignisse, abschätzen.

Heute weiß man, dass neben ,,falscher“ Ernährung auch Entzündungen im Körper, v.a. auch chronischer Art, das Risiko, insbesondere an Herz-Kreislauferkrankungen zu versterben, erhöhen!
Der RC ist bereits ab dem 20. Lebensjahr sinnvoll, bei allen 40- bis 75-Jährigen wird von Leitlinienautoren zusätzlich ein spezifisches (ärztliches)Online-Tool empfohlen. Liegt dabei das kardiale 10-Jahres-Risiko im grenzwertig niedrigen oder mittleren Bereich (5 % bis < 20 %), ist es sinnvoll, weitere Angaben in die Entscheidung miteinzubeziehen.

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Auch Entzündungen sind ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen!

Der RC umfasst, je nach Umfang

1. Anamnese (Krankengeschichte)

z.B. Fragen nach
– Erkrankungen, z.B. Bluthochdruck, Schlaganfall / Thrombose  / Embolie, schwere sonstige Erkrankungen, körperliche Probleme oder Unfälle
– Rauchstatus,
– körperlicher Aktivität,
– Gewicht,
– Ernährung,
– Hinweise auf Entzündungen oder entzündungsbedingte Erkrankungen , z.B. Schuppenflechte (Psoriasis) .

– familiäre Belastung, um das Risiko vererbbarer Erkrankungen zu evaluieren, z.B. Bluthochdruck, Schlaganfall/Thrombose/Embolie/Bluthochdruck/schwere Erkrankungen, Tumorerkrankungen, …

2. Körperliche Untersuchung mit Zusatzuntersuchungen nach individueller Risikoabschätzung,

Weiterführende Untersuchungen wäre neben dem Basis-Check bei Verdacht auf kardiologischen (das Herz betreffenden) Erkrankungen wie EKG, Belastungs- und Langszeit-EKG sowie Utraschall vom Herzen mit Gefäß (Doppler-) Untersuchungen   auch Kernspin- oder Herzkatheter-Untersuchungen, …z.B. ein Kalzium-Scoring der Koronarien via CT  ,wenn eine Statintherapie erwogen wird.

3.  Laboruntersuchungen

geben Informationen über die Gesundheit durch ein Blutbild,  Untersuchung der Elektrolyte  und /oder der Gerinnung. Auch eine Urin-Untersuchung ist in manchen Fällen sinnvoll.

Ggf. können je nach Alter und Einschränkungen auch Hormone untersucht werden, z.B. beim Mann ab 45 auch PSA-Wert (Hinweis auf Prostata-CA).

Zur Abschätzung insbesondere des kardiovaskulären Risikos ( = Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen) explizit Nierenfunktionsparameter, Entzündungsparameter und Herzparameter (BNP . proBNP, …), und Diabetesmarker (HBA1c) mit einbezogen werden, auch wenn dies ggf. auf eigene Kosten erfolgen muss. Weitere Zusatzuntersuchungen je nach Anamnese / Befunden (auch je nach Ergebnis des  Online-Tools) .

Patienten-Fragen mit Einzelheiten

ASS

FRAGE: Kann ich nicht einfach jeden Tag Acetylsalicylsäure (ASS) einnehmen, das vielen Herzkranken verschrieben wird? Ich habe gelesen, dass es das Blut dünner macht und Entzündungen entgegenwirkt!
ANTWORT: Jüngste Studien wie ARRIVE oder ASCEND sehen keinen klaren Vorteil einer kardiovaskulären Primärprävention mit ASS, weshalb es bei Gesunden nicht routinemäßig verordnet werden sollte, denn die Gefahr einer Blutung ist erhöht! Ein Einsatz kommt nur für 40- bis 70-Jährige mit erhöhtem Atheroskleroserisiko infrage, sofern kein Blutungsrisiko besteht (Risiko-Klasse IIb). Gibt es Anzeichen für eine Hämorrhagiegefahr, überwiegt in allen Altersklassen der Schaden einer dauerhaften ASS-Einnahme.

Sport

FRAGE: Wieviel Sport ist empfehlenswert?

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ANTWORT: Wichtig ist regelmäßiger Sport! Dies sollte individuell festgelegt werden! Ggf. lohnt sich das Hinzuziehen eines Fitness-Coaches, weil er ein individuelles Programm zusammenstellen kann! Wenig Sport ist besser als gar keiner!

Z.B. Programm für eine 30 jährigeFrau, gesunde, mittlere Sportlichkeit: mindestens 150 Minuten pro Woche mit moderater Intensität (flottes Gehen, Schwimmen, Tanzen, Radfahren) oder intensiveres Training über 75 Minuten pro Woche.

Abnehmen, BMI

FRAGE: Wie nehme ich am besten viel ab? Wieviel sollte man eigentlich abnehmen?ANTWORT: Gewichtsänderungen sollten jährlich dokumentiert und beurteilt werden. Als „Screening“ empfiehlt sich die jährliche Messung des BMI und ggf. des Taillenumfangs. Zur Festlegung des optimalen Gewichtes sollte neben dem BMI aber auch die individuelle Gewichtsentwicklung, der  Fett- und Muskelanteil, der Körperbau und der Gesundheitszustand hinzugezogen werden! Wichtiger als mit einer Diät,,viel“ abzunehmen, ist, sich langfristig eine gesunde Ernährung anzueignen und regelmäßige körperliche Bewegung. Zu Anfang einer Diät kann man allerdings sinnvoller Weise (unter fachlicher Beobachtung) mit einer relativ strikten Low-Carb-Diät die meist vorhandene  verminderte ,,Insulin-Resistenz“ (siehe auf http://www.gesundheitsmagazin-online.com) wieder normalisieren!

Maßnahmen zur Beeinflussung des Blutdrucks 

FRAGE: Wie sind die Auswirkungen nicht-pharmakologischer Maßnahmen auf den Blutdruck
 bei Hypertonikern (H) und bei Normotensiven
 (N)?

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ANWORT: Hypertoniker profitieren immer von nicht-pharmakologischen Maßnahmen (s. Tabelle). Den Zielblutdruck unter antihypertensiver Medikation soll gemäß Leitlinie der aktuellen US-Empfehlungen bei < 130/80 mmHg liegen!

  • Gewichtsreduktion bei Hypertonikern -5 mmHg , bei Normotensiven -2 bis -3 mmHg
  • gesunde Ernährung gemäß DASH* -11 mmHg, -3 mmHg
  • Salzrestriktion (mind. 1 g/d weniger) -5 bis -6 mmHg , -2 bis -3 mmHg
  • kaliumhaltige Ernährung (3,5–5 g/d) -4 bis -5 mmHg, -2 mmHg
  • Sport -4 bis -8 mmHg, -2 bis -4 mmHg
  • Alkoholrestriktion -4 mmHg,  -3 mmHg
* (Dietary Approaches to Stop Hypertension)
  • Statingabe ohne einen begleitenden Diabetes: Statingabe sollte vom 10-Jahres-Risiko und vom LDL-Spiegel abhängen. Z.B. startet die primärpräventive Behandlung ab einem LDL ≥ 190 mg/dl bzw. nach individueller Abwägung bei intermediärem Risiko (≥ 7,5 % bis < 20 %).

 

Mit dem Rauchen aufhören (NIKOTINVERZICHT)

FRAGE: Was kann ich tun, wenn ich schon lange rauche und den Ausstieg nicht schaffe?

ANTWORT: In so einem Fall tut es gut, wenn man sich professionelle Hilfe holt! Wenn die Hauruck-Methode nicht klappt, sollte man langfristig eine Verhaltensänderung anstreben, in dem man peu a peu  seien Gewohnheiten ändert! 
Regelmäßig sollte auch der Zigaretten-Konsum dokumentiert werden (inkl. E-Zigaretten),  mit dem Arzt einfachste Methoden (Nikotinpflaster, -Kaugummi, ,,Ersatznuckeln“, Übergang mit E-Zigaretten wird kontrovers diskutiert,…) besprechen, bei Rückschlägen einfach mit dem Aufhörprogramm weitermachen und sich dadurch nicht entmutigen lassen!  Auch kleine Erfolge sind besser als keine Erfolge!

DIABETES Typ II und Herzkrankheit

FRAGE: Was gibt es Neues, wenn ich trotz einer ,,guten“ Ernährung  und ,,Lifesstyle-Modififikation“ meinen Zucker nicht in den Griff bekomme und immer wieder zu hohe Werte auftreten?Bildschirmfoto 2019-07-31 um 14.52.52

ANTWORT: Mittlerweile gibt es orale Antidia­betika (GLT2-Inhibitor oder GLP1-Agonisten ), die auch für eine bessere Herzfunktion sorgen. Allerdings wird durch sie Glucose ausgeschieden, was Pilzerkrankungen verursachen kann. Deshalb sollten sie (neben Metformin),  nur verabreicht werden, wenn dies nicht ausreicht. Zudem sollen auch sogenannte Statine  im Alter von 40–75 Jahre gegeben werden.

Die Grundlagen über Herz-Kreislauferkrankungen, Insulinresistenz und Diabetes findet Ihr in der Suchfunktion von http://www.gesundheitsmedizin-online.com.

Ich hoffe, ich konnte Euch wieder ein paar neue Erkenntnisse für Eure Gesundheit vermitteln! In diesem Sinne wünsche ich Euch ein gesundes, glückliches Leben! Es liegt, wie Ihr nun wisst, doch zum großen Teil auch in Eurer Hand, was Ihr daraus macht! Also, nutzt Eure Chancen!

 

 

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