Corona-Update: Schutz-Masken – aktuelle Fakten, Studien, Insider-Wissen

Immer öfter werde ich gefragt, ob ich Schutz-Masken tragen generell empfehlen würde. Unten habe ich Euch die wissenswerten Fakten und den Forschungsstand, teilweise mit Original-Arbeiten zusammengestellt und die offiziellen Meinungen  durch meine eigene Einschätzungen  ergänzt.

Zunächst möchte ich Euch dazu schreiben, was der bevorzugt zitierte Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité dazu zu sagen hat.

Ansteckungs-Schutz durch Masken laut Virologe vor allem dann,  wenn sie der Infizierte trägt!

Christian Drosten rät zu dem Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit. Allerdings schützte man seiner Meinung nach dadurch vor allem die anderen und weniger sich selbst. Dies ist auch wichtig für den Fall, dass man selbst infiziert ist, aber dies (noch) nicht weiß, dennoch bereits ansteckend ist.

Vor Ansteckung schützt die Maske seiner Meinung nach nicht! Die Begründung ist folgende: Der Husten eines Corona-Patienten wird in einiger Entfernung zu einem feinen Aerosol, welches dann von dem Gegenüber, der sich mit einer Maske vor diesem Aerosol eigentlich schützen möchte, seitlich in die Maske eingesogen würde.  Je näher die Maske an der Viren-Quelle sei, desto besser. Deswegen sollte die Maske möglichst nah an der Quelle (also dem Infizierten) sein und nicht am Empfänger.  Damit die Ansteckung verhindert wird,  soll ein Mundschutz allerdings eng anliegend getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden, wie das RKI meldet.

Hilft der Mund-Schutz vor Ansteckung?

Nun muss man als mündiger Bürger bedenken, dass Masken immer noch ein knappes Gut sind. Insbesondere FFP3 Masken, die als einzige offiziell einen ausreichenden Schutz vor Viren bieten könnten, sind kaum zu bekommen. Mit einer Empfehlung dafür würde also die Unmut der Bevölkerung geschürt werden! Die Masken, die an medizinisches Personal in Praxen verteilt werden, das sich damit vor Ansteckung schützen soll, sind übrigens meist  auch ,,nur“ FFP2, zumindest, was ich aus eigener Erfahrung sagen kann!

Der Frettchen-Versuch aus Süd-Korea

In den Käfig der gesunden Tiere wurde die Umgebungsluft der infizierten Tiere eingeleitet. Symptome entwickelten sich in diesem Fall bei den gesunden Frettchen nicht. Es wurde vier Tage lang Virus-RNS, also virale Erbsubstanz, in der Nasenschleimhaut und dem Kot der gesunden Frettchen nachgewiesen, bei einem Tier fanden sich Antikörper gegen Sars-CoV-2.

Folgerung: Die Frettchen wiesen zwar keine Symptome auf, allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Virus  doch durch die Luft übertragen lässt!

Forschergruppe um den NAS-Infektiologe Harvey Fineberg und seine Kollegen:

Fineberg schreibt in einem Brief, dass die aktuelle Forschung – obwohl sie derzeit nur begrenzte Aussagen erlaube – die Möglichkeit stütze, „dass Sars-CoV-2 direkt durch Aerosole verbreitete werden könnte, die beim Ausatmen infizierter Personen entstehen“.

Was also tun?

  1. Offiziell schützen vor Viren nur FFP3 Masken, die idealerweise eine Volldichtlippe haben (rundum ein aufliegender Schutz, damit keine Luft durchkommt).
  2. FFP2 Masken sind dafür nicht zugelassen, werden aber dafür auch verwendet. Der Hase auf dem Titel trägt übrigens eine FFP2 Maske, die so natürlich nicht abschließt!

Gute Selbstgenähte Mundtücher (z.B. mit Vlies-Einlage) und ähnliches können, wenn man Studien mit chirurgischen Mundschutzen (siehe Literatur) vielleicht vor eine Ausbreitung des Virus, wenn man selbst infiziert sein sollte, schützen. Dabei geht es nicht nur um Corona-Viren, den auch andere Infektionen können, in Verbindung mit dem SARS-CoV2 potentiell gefährlich sein, insbesondere bei älteren oder immungeschwächten Menschen. Ob sie den Träger selbst, zumindest zum Teil, vor Ansteckung schützen können, wird seitens der Forscher eher verneint. Allerdings gibt es hier wahrscheinlich Unterschiede, wie gut die Masken genäht sind. So gibt es solche, die aus einfachem T-Shirt-Stoff genäht sind und kompaktere Modelle, teilweise mit Vliestüchern oder Staubsaugerbeutelausschnitten, die auch seitlich ganz gut abschließen. Für den medizinischen Bereich und im Umgang mit Corona-Kranken sind sie jedoch auf keinen Fall geeignet.

Was ist FFP-Schutzklasseneinteilung?

FFP ist die englische Abkürzung für Filtering Face Piece  (Atemschutzmaske, Feinstaubmaske). Es gibt drei Schutzklassen, Je höher die Schutzstufen, umso effektiver ist der Filter. FFP3 ist also die sicherste.

FFP-Masken schützen vor partikelförmigen Schadstoffen wie Staub, Rauch und Aerosole (feinste Feuchtigkeitsnebel, wie sie beim Ausatmen frei.gesetzt werden). Sie sind nach EN 149:2001+A1:2009 europaweit normiert.

FFP1 Masken

dürfen bei Schadstoffkonzentrationen bis zum 4-fachen des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW) eingesetzt werden, z.B. Lebensmittelindustrie.

Schützen gegen ungiftige Partikel auf Wasser- und Ölbasis.

Die Undichtigkeit beträgt maximal 22%, mindestens 80% der Schadstoffe werden aus der Luft gefiltert.

Einsatz gegen Krankheitserreger: Wenn sie infizierte Personen tragen, kann die Gefahr für die anderen Personen, sich durch die Luft anzustecken, verringert werden (siehe Literatur unten)

FFP2 Masken

dürfen bei Schadstoffkonzentrationen bis zum 10-fachen des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW) eingesetzt werden, z.B. im Krankenhaus und auf dem Bau.

Sie schützen gegen gesundheitsschädliche Partikel auf Wasser- und Ölbasis, die kleiner als bei FFP1 sein können und  z.T. gegen Erreger, die durch die Luft übertragen werden.

Die Undichtigkeit beträgt maximal 8%, mindestens 94% der Schadstoffe werden aus der Luft gefiltert.

Einsatz gegen Krankheitserreger: Wenn sie infizierte Personen tragen, kann die Gefahr für die anderen Personen, sich durch die Luft anzustecken, verringert werden (siehe Literatur unten). Zusätzlich kann sich für  gesunde Personen das Risiko verringern, sich anzustecken, wenn sie die Maske tragen. Wichtig: Die Luft darf nicht durch die Seiten eingesogen werden (also relativ gut abschließen) und die Maske muss trocken sein!

FFP3 Masken

dürfen bei Schadstoffkonzentrationen bis zum 30-fachen des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW) eingesetzt werden.

Sie schützen gegen gesundheitsschädliche und krebserzeugende Partikel auf Wasser- und Ölbasis sowie gegen radioaktive Partikel, luftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe 2+3 und Enzyme und gegen durch die Luft übertragbare Infektionserreger.

Die Undichtigkeit beträgt maximal 2%, mindestens 99% der Schadstoffe werden aus der Luft gefiltert.

Einsatz gegen Krankheitserreger: Siehe FFP2, schützen sicherer gegen Krankheitserregern aus der Luft, wie Viren, Bakterien und Pilzsporen.

Verwendetete und weiterführende Literatur (verlinkt – einfach anklicken)

Orginalliteratur Frettchenversuch

Focus-Bericht 9.4.2020: Experten raten zu Mund-Nasen-SchutzCorona-Infektion über Luft? Frettchen-Experiment in Südkorea liefert neue Erkenntnisse

Update 10.04. 2020 Mundschutzmaske für alle? So stuft Virologe Drosten diese Forderung ein

Coronavirus-Update: Masken können andere schützen (Orgina-Interview mit Christian Droaten, Virologe von der Berliner Charité vom 23.03.2020)

,,chirurgische Gesichtsmasken halten Coronaviren zurück“ , Deutsches Ärzteblatt, 6. April 2020