Gesundheit: Das neue Coronavirus – Wie gefährlich ist es wirklich und wie kann man sich schützen?

Man liest es in allen Zeitungen und Journalen – ein gefährliches Coronavirus hat auch unser Land erfaßt und niemand weiß nix Genaues! In Deutschland wurden bereits sechs Fälle des neu aufgetretenen Virus aus der Klasse der Coronaviren gemeldet.
Weltweit sind aktuell 9.800 Fälle bekannt, von diesen sind 213 Menschen bereits verstorben. (Stand: 31.01.2020). Heute kam die Nachricht, dass das erste Kind erkrankt sei …

Wieder einmal haben wir eine potentielle ,,Seuche“ mit den ersten Erkrankten in Deutschland und wieder einmal steht überall verschiedenste Wischi-Waschi-Informationen, dabei interessiert uns doch vor allem …

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Anti Aging: Altern durch Zombie-Zellen – können Knoblauch & Co helfen?

Wenn unsere Zellen plötzlich keine Lust mehr haben, zu arbeiten …

Es gibt in unserem Körper Zellen, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt ein ganz normales Leben geführt und brav ihre Arbeit getan haben. Aber ganz plötzlich – durch Krankheiten, Noxen oder auch ,,Störung“ durch die Nachbarzellen –  legen sie eine Null-Bock Mentalität an den Tag, wie ein beleidigter Teenager. Ihre normalen Aufgaben erfüllen sie nicht mehr und der eigene ,,Müll“ (Zytokine, Wachstumsfaktoren, Proteasen,..) wird einfach auf die anderen Zellen abgeladen, wodurch nun auch diese nicht selten dazu gebracht werden, sich zu entzünden und auch nicht mehr richtig zu arbeiten. Allerdings kommt es bei ihnen, im Gegensatz zu unseren Rowdy-Zellen, häufig vor, dass sie dabei kränkeln und eingehen. Unsere Aussteiger-Zellen jedoch frönen einem fidelen Leben und auch mit Nachwuchs, sprich, der Zellteilung, haben die Freunde des Müßigganges nichts mehr am Hut. Also teilen sie sich selbst nicht mehr, wobei dies die Definition von ,,Leben“ ist! Deshalb werden sie auch ,,Zombiezellen“ genannt …

Seneszente Zellen lassen uns altern …bacteria-156868__340

Wissenschaftlich werden sie allerdings als ,,seneszente“ Zellen bezeichnet. (Seneszenz: Alterung auf Zellebene). Man hat sie vor ein paar Jahren an der Mayo-Klinik in Rochester, Minnesota, entdeckt und bereits an Mäusen erforscht.

Sie sind ein weiterer Faktor für Alterungsprozesse allgemein, aber insbesondere auch durch Blockierung der Nachbarzellen und Bildung von Ablagerungen in verschiedenen Geweben so auch im Gehirn. (James Kirkland, von Deursen, Dean Warren).

Bei Mäusen mit Alzheimer-ähnlichen Symptomen fand man diese Zellen in vermehrter Anzahl, zudem kam es zu körperlichen Einschränkungen durch Applikation dieser Zellen in jungen Jahren, während sie im Alter eine Verkürzung der Lebenszeit bewirkten, wie in der Zeitschrift »Nature Medicine« berichtet wurde (DOI: 10.1038/s41591-018-0092-9) 

Man vermutet, dass diese Zellen im Rahmen der Regenation entstehen, so Manuel Serrano, quasi ein Hilferuf an Nachbarzellen: ,,Hey, mir geht´s heute gar nicht gut!“ Aber wenn das Immunsystem zu viele solcher Hilferufe hört, dann stumpft es mit der Zeit ab! Und dann kommt es zu krankhaften Veränderungen wie einer chronischen Entzündung der Gelenke (Arthrose(, oder auch Veränderungen in den Gefäßen, die zum Beispiel zu Engstellen führen können.

,,Wenn man diese kleinen Killer aus dem Orgamismus entfernen würde, könnte man die Bildung von neuem Gewebe stimulieren und die Reperaturmechanismen greifen wieder“, postulierte auch Jennifer Elisseeff von der Johns Hopkins University in Baltimore.

Herausgefunden hat man aber auch noch etwas anderes: Auch Krebszellen können sich in seneszente Zellen verwandeln! Problematisch ist das deshalb weil sie so viele Stoffe aussenden, die die anderen Zellen schädigen. Dies könnte eventuell dazu führen , dass bei anderen Tumorzellen die Teilung angeregt würde! (Literatur: 2018, 96 | NATURE | VOL 553 | 4 JANUARY 2018, doi:10.1038/nature25167Senescence-associated reprogramming promotes cancer stemnessMaja Milanovic et al.)

Tatsächlich gibt es aber auch seneszente Zellen, die sich nach einer gewissen Zeit wieder teilen. Hayley McDaid, Pharmakologin am Albert Einstein College of Medicine in New York City, brachte mit dieser Aussage einen weiteren Aspekt ins Spiel . So dauert es nach einer Chemotherapie bis zu zwei Wochen, bis die Zellen über das Seneszenzstadium hinwegkommen, um dann eventuell wieder zu Krebszellen zu werden. Würde man also, zum Beispiel bei Haut- und Brustkrebs, die Zombiezellen entfernen, könnte vielleicht die Krebserkrabkung besser gestoppt werden! 

Drei Stoffe zur Bekämpfung der seneszenten Zellen entdeckt

Vor kurzem kamen dann erste Pressemeldungen, dass man nun zwei Stoffe entdeckt habe, dessen Kombination zu einer Verminderung dieser Zombizellen führen würde. Sie hätten sich bei Mäusen als sehr gut wirksam gegen Gehirn-Erkrankungen, die im Alter auftreten (Alzheimer und Parkinson) erwiesen.
Beide Stoffe sind in der Medizin keine Unbekannte. So verfügt man bereits über Erfahrungen mit ihnen, die für den Einsatz gegen seneszente Zellen hilfreich sind!

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Dasatinib und Quercetin

Zum einen handelt es sich um das Leukämie-Medikament Dasatinib. Das ist ein Tyrosinkinaseinhibitor mit vielen Nebenwirkungen wie Kopfschmerz, Durchfall und Übelkeit … also eher wenig geeignet, um auf Dauer sein Leben langfristig zu verlängern!
Der andere Stoff ist interessanterweise reichlich in Knoblauch enthalten … ist doch etwa ein wahrer Kern in den alten Vampir-Sagen?
Es handelt sich um den Pflanzenwirkstoff Quercetin aus der Gruppe der Flavonoide – der bereits früher mit vielen positiven Eigenschaften aufgefallen ist!
So ist er für seine wachstumshemmenden Eigenschaften von entarteten Zellen (Tumorzellen), wahrscheinlich durch seine starke antioxidative Wirkung, bekannt. Zudem vermutet man, dass er auch einen positiven Einfluss auf verschiedene Prozesse innerhalb der Zellen ausübt! (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24377461).
Die gute Nachricht – Quercetin ist in einer Reihe von Lebensmitteln vorhanden … Natürlich wurden die Erfolge bei der Bekämpfung des senezenten Zellen bei Studien in der Kombination mit Dasatinib erzielt. Dennoch ist es ja nicht falsch, wenn wir bei unserer Ernährung die neuesten Erkenntnisse einfließen lassen, zumal man dies relativ einfach umsetzen kann!

Lieferanten und Tipps für die Zufuhr von Quercetin

Hervorragende Lieferanten für Quercetin sind, neben dem Knoblauch, die Zwiebeln (284–486 mg/kg), wobei besonders die äußeren Hüllen viel Quercetin enthalten. Also sollte man beim Zwiebelschälen versuchen, diese nicht der Einfachheit halber einfach wegzulassen, wie das eilige Köchinnen und Köche gerne tun, sondern nutzt auch die Ringe direkt unter der ausgetrockneten Schicht. Noch ein Tipp: Zwiebelkuchen läßt sich lecker mit Kümmel aufwerten. Positiver Nebeneffekt: Das Bäuchlein verdaut leiser …
Auch Heidelbeeren (kultiviert 74 mg/kg, wild 146–158 mg/kg) haben viel davon. Dennoch bringt es nicht soviel, sich zu viert ein 100 Gramm Schälchen zu teilen, jeder sollte mindestens 250 Gramm davon essen, zumal wir auch meistens auf kultivierte zurückgreifen müssen!
Ein weiterer Lieferant ist Grünkohl (60–110 mg/kg). Zwar ist er ein wenig aufwändig zu händeln, kann er aber sehr lecker zubereitet werden. Tipp: Auf tiefgekühltes Gemüse zurückgreifen, dieses ist bereits geputzt!
An Apple a day keeps the doctor away … Mit 21–440 mg/kg ist auch der Apfel ein guter Lieferant! Tipp: Wer viele Äpfel isst, sollte, obwohl unter der Schale das meiste Quercetin sitzt, den Apfel so dünn wie möglich abschälen, damit sich die Fruchtwachse nicht in der Leber anhäufen und zudem die faulen Stellen akribisch entfernen, denn sie sind krebserregend.
Schnittlauch (245 mg/kg) hat sehr viele positiven Eigenschaften. Drei Krümel auf der Kartoffel bewirken allerdings nicht soo viel. Besser ist, es ruhig ein wenig spendabler einzusetzen, z.B. in Quark.
Zitrusfrüchte, grüne Gemüse wie Blattgemüse und Brokkoli, alle Arten von Beeren, aber auch Kapern sind gute Lieferanten. Auffällig ist, dass wild gewachsene Früchte wie Wild-Beeren, oft ein Vielfaches an Quercetin aufweisen!
Es zeigt sich immer wieder, wie unsere ,,kultivierte“ Ernährung durch intensive Bodennutzung und einseitige Düngung, das Fehlen von unterstützenden, verschiedenen Beipflanzen (die die Bodenqualität verbessern) tatsächlich an notwendigen Stoffen verarmt und im Gegenteil, zusätzlich Schadstoffe enthält!
So zeigte eine 2007 durchgeführte Studie, dass Tomaten aus biologischem Anbau 79 % mehr Quercetin enthielten als bei konventionellem Anbau (A. E. Mitchell u. a.: Ten-year comparison of the influence of organic and conventional crop management practices on the content of flavonoids in tomatoes (Journal of agricultural and food chemistry. 55, Nr. 15, 2007, S. 6154–6159, PMID 17590007).

Die Forschung geht weiter – auch andere Substanzen sind  erfolgreiche ,,Zombiejäger“ …

Mittlerweile wird erfolgreich an allen Fronten an er Entdeckung weiterer Substanzen gearbeitet, die bei der Bekämpfung seneszenter Zellen in Frage kommen könnten:

Der eigentlich zur Bekämpfung von Krebs entwickelte Hemmstoff des Immunmodulators Transforming Growth Factor-β1 (TGF-β1). Eine Gruppe um Dr. Thomas Bird von der Universität Edinburgh hat dieses Medikament jetzt im Tierversuch bei akuter Leberintoxikation mit Paracetamol, welche auch zu einer Seneszenz der Zellen führt, erfolgreich getestet (DOI: 10.1126/scitranslmed.aan1230).

2016 entdeckte Daohong Zhou von der University of Arkansas for Medical Sciences in Little Rock das sogenannte  ,,Navitoclax“ , das zwei Proteine der Bcl‑2-Familie hemmt. Letztere fördern eigentlich die eigentlich das Überleben Zellen, aber eben anscheinend auch von Zombiezellen …

Zum jetzigen Zeitpunkt (Januar 2020, sind wohl mindestens 14 senolytische Substanzen beschrieben worden,  die seneszente Zellen den Gar ausmachen können! Und wenn Mäuse wieder ein glänzendes fell und wache Äuglein bekommen -wieso auch nicht wir Mesnchen?

Sind wir der ewigen Jugend wieder ein Stückchen näher?

Ob sich aus diesen Erkenntnissen tatsächlich in echte Altersmedikamente entwickeln lassen, ist heute noch nicht hinreichend geklärt. Die angekündigten Studien an Menschen sind nach meinen Kenntnissen noch nicht veröffentlicht worden. Von ihnen wird es letztendlich abhängig sein, ob die im Tiermodell gezeigten Erfolge auch für uns Menschen gelten. Und da wären noch so viele Kleinigkeiten, die noch geklärt werden müssen wie Dosisfindung, Cofaktoren, Kontraindikationen und auch die Frage, ob eine Vorbeugung und ein langes Leben -eine ,,echte Alterspille“ sozusagen, überhaupt für die Gesellschaft gewollt sind?
Sind wir ehrlich, für den einzelnen ist das fast egal, denn jeder möchte so lange so gut wie möglich leben! Fangen wir also einfach einmal mit dem gelegentlichem Essen von Zwiebeln und Knoblauch mit ihrem hohen Gehalt an Quercetin an. Ob sie natürlich auch ohne die Gabe von Dasatinid ihre Wirkung auf die seneszenten Zellen entfalten, wissen wir nicht. Allerdings wissen wir ehrlich gestanden, vieles nicht, was immer wieder großmundig versprochen wird – und Quercetin soll viele positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus haben …

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Haben wir irgendwann den Kampf gegen das Altern gewonnen?

 

 

 

 

A10 Mehr Schlaganfälle bei vegetarischer Ernährung! Wie gesund ist der Verzicht auf Fleisch wirklich?

Ja, es ist wahr! Die jüngst veröffentlichte EPIC-Oxford-Studie bot ein überraschendes Ergebnis: Vegetarier erlitten laut der Auswertung der Studie häufiger Schlaganfälle als die Patienten mit einer ganz normalen Ernährung! Lest hier, was dahinter steckt und was es für die Ernährungsempfehlungen bedeutet „A10 Mehr Schlaganfälle bei vegetarischer Ernährung! Wie gesund ist der Verzicht auf Fleisch wirklich?“ weiterlesen

Eiweißmangel – Schlapp trotz ,,gesunder Ernährung“! Was kann ich tun? Mit Patientenstory

Eiweiß ist einer der wichtigsten Stoffe unseres Lebens und viele von uns haben tatsächlich einen Mangel, ohne es zu merken … Damit sinkt allerdings nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung, denn unser Immunsystem, unser Muskelaufbau und sogar der Denkprozess ist auf eine genügend hohe Eiweißzufuhr mit der Nahrung angewiesen, denn nur ein Teil der sogenannten Aminosäuren (Eiweißbausteine) kann der Körper selbst herstellen …

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Sterben die meisten von uns an zuviel Zucker? Neues zur Insulinresistenz bzw. Diabetes mellitus

Für ärztliche Kollegen! Stellungnahme zur Publikation der Marie-Studie: Können Antioxidantien die Wirksamkeit der Brustkrebstherapie vermindern?

In der  Marie – Studie wurde die Frage untersucht, ob sogenannte Antioxidantien (Vitamine etc.). die Wirksamkeit einer Chemotherapie beeinflussen oder nicht. Es kam heraus, dass die Patienten, die diese  Zusätze während ihrer Chemotherapie einnahmen,  früher wieder an Krebs erkrankten. Warum dieses Ergebnis nicht die ganze Wahrheit widerspiegelt, kann man im folgenden Artikel lesen … „Für ärztliche Kollegen! Stellungnahme zur Publikation der Marie-Studie: Können Antioxidantien die Wirksamkeit der Brustkrebstherapie vermindern?“ weiterlesen

HNO: Schnarchen – Fakten & aktuelle Therapien / Nastent

Schnarchen ist oft nicht nur für den Bettnachbarn, sondern auch für den Schnarcher selbst sehr unangenehm und wirkt sich in vielen Fällen gesundheitsschädlich und lebensverkürzend aus. In diesem Artikel geht es um Ursachen, Folgen und aktuelle Therapien des Schnarchens. Die nicht operative Therapie Nastent kann mehrere Probleme gleichzeitig lösen und ist für Betroffene mit mittlerem bis hohen Leidensdruck eine echte Alternative zu Nasenpflaster, Operationen  & Co.

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Einfache Erste-Hilfe Maßnahmen – Worauf es wirklich ankommt! Herzinfarkt – auf dem Fußballplatz …

Notfälle passieren nicht selten vor unseren Augen! Doch was tun? Heute geht es um die Geschichte des Fußballers Karl, der auf dem Spielfeld einen Herzinfarkt erlitt! Anhand seiner Geschichte seht Ihr den möglichen Ablauf eines Herzinfaktes, die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen und Möglichkeiten der Akut-Behandlung … Lasst Euch überraschen!Bildschirmfoto 2018-10-14 um 20.14.13.pngDie Geschichte, die Maßnahmen und Abläufe sind nach meiner langjährigen Erfahrung als Notärztin beschrieben worden. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass ich keine Verantwortung für die Anwendung übernehme und ich bei jeder Erkrankung das Hinzuziehen eines Arztes empfehle. Zudem empfehle ich jedem, einen erste Hilfe Kurs zu absolvieren, in dem die richtigen Handgriffe erlernt werden können, auch wenn es besser ist, überhaupt zu agieren anstatt nur tatenlos zuzusehen, aus der Angst heraus, etwas falsch zu machen!

Notsituation! Infarkte sind meist

plötzliche, potentiell lebensbedrohliche Ereignisse …Herz, Herzschlag, Medizin, Frequenz

,, Wir gingen spazieren, auf einmal hatte er heftigste Schmerzen in der Brust…“,  ,, … ich glaubte, ersticken zu müssen…“, ,, … wurde er plötzlich und unerwartet aus unserer Mitte gerissen …“, ,,die Oma hat einfach morgens tot im Bett gelegen …“

Es ist erschreckend, was Erkrankungen, bei denen ein Pfropf irgendwo in unserem Gefäßsystem plötzlich die weitere Blut – und damit Sauerstoffzufuhr abschnürt, für Folgen haben können. Trifft es das Versorgungssystem des Herzens, der Lunge oder des Gehirnes, kann ein solcher Gefäßverschluss leicht tödlich enden. Deshalb steht dieses Thema auch an zweiter Stelle meiner Anti Aging Serie, ist es doch für ein langes und gesundes Leben eines der wichtigsten Dinge, diese Gefäßerkrankungen zu verstehen und soweit möglich zu vermeiden bzw. richtig zu behandeln!

Thrombose und Embolie …

Dabei ist ein sogenannter Thrombus ein Blutgerinnsel im Gefäß, welches sich ggf. umbaut und das Gefäß verengt oder gar verschließt.

Auch bei einer sogenannten Embolie kommt es zu einem Gefäßverschluss, der dem nachfolgende Organ die Sauerstoffzufuhr abschnürt. Allerdings wird hier das Verstopfungsmaterial von anderswo eingeschwemmt und entsteht nicht an der Verstopfungsstelle. Oft handelt es sich um einen Thrombus, der sich an anderer Stelle gelöst hat oder aber um Luftbläschen, welches zum Beispiel bei einer medizinischen Maßnahme oder auch bei einer Geburt in das Gefäßsystem eingebracht wurden.

Das Problem, dass sich im Lauf unseres Lebens ergibt, ist, dass  sich alles in und an unserem Körper mehr oder weniger abnutzt. Bei manchen Strukturen ist das nicht weiter tragisch – schließlich können wir uns zum gewissen Grad regenerieren. Schlimm ist es jedoch bei den Gefäßen, den  ,,Straßen“ in unserem Körper, auf denen Sauerstoff, Nähr-, Signal-, Abwehr- und Botenstoffe transportiert werden. Verstopfen die ,,Hauptverkehrsstraßen“, die unseren Herzmuskel versorgen, kann es unter Umständen kritisch, ja, lebensbedrohlich werden.

Fallbeispiel

Karl ist ein leidenschaftlicher Fußballspieler. 27 Jahre ist er jung und steht kurz vor dem Aufstieg in die Nationalelf. Mama Grete ist mächtig stolz auf ihn, obwohl sie eigentlich gar nichts von Fußball versteht. Aber der Trainer hat ihr erzählt , wie talentiert ihr Sohn ist. Welche Mutter hört das nicht gerne! Heute jedoch  hat sie ein komisches Gefühl und möchte ihn irgendwie gar nicht aus dem Haus lassen.  ,,Mama, stell dich nicht so an, es ist doch nur ein Freundschaftsspiel!“, lacht Karl noch beim Weggehen… ,,Hätte er mal besser auf mich gehört“ – so wird Grete später schmerzlich an diesen Moment zurückdenken.

Die gegnerische Mannschaft ist eher schwach aufgestellt. Karl trippelt los. Kaum Widerstand von der gegnerischen Mannschaft. Da entdeckt er sein Kumpel Ole der rechts vor dem Tor steht! Nicht einer der gegnerischen Mannschaft steht im Weg … Klar. dass Karl die Situation blitzschnell erfasst und  den Moment nutzt, ihm den Ball zuzuspielen – er visiert Ole an, schießt … und dann passiert es!  In dem Moment, in dem er den Ball trifft, schießt es wie ein Stromschlag durch seinen Körper. Er fällt sofort zu Boden. Der Schmerz ist unmenschlich, so stark, dass ihm buchstäblich die Luft zum Schreien wegbleibt. ,,Das wars dann!“ schießt ihm noch durch den Kopf, dann wird er ohnmächtig…

 

Ein akuter Herzinfakt!

Der Arzt, der zufällig direkt am Spielrand steht, hat seinen Blick in diesem Moment bei Ole, als er den Ball souverän ins Tor schießt. Die  Ole sieht sich nach Karl um, der ihm den Ball so grandios zugespielt hat. Da entdeckt er ihn – am Boden liegend! Ole schreit laut, doch die Jubelschreie sind ohrenbetäubend…Verzweifelt rennt er zu ihm – und findet ihn – schreit ihn an, doch Ole reagiert nicht …

Ole erinnert sich an seinen  Rettungskurs beim Führerschein! Oh Gott! Was soll er tun! Er ruft noch einmal laut nach dem Doc, aber dann verschwimmt alle um ih herum und wie in Trance gibt es nur noch ihn … und Karl

Er beugt sich über Karl und überlegt, wie er das gelernt hat …Wie war das noch einmal, wenn man eine leblose Person vorfindet? Wie ein Film läuft alles, was er in dem Führerschein-Kurs vor kurzem gelernt hat, vor seinem inneren Auge ab … Nie hätte er gedacht, dass es tatsächlich einmal nur von ihm abhängt, ob ein Mensch überlebt…

ERSTE HILFE-MAßNAHMEN

1. Person aus möglicher Gefahrenzone  bringen, sich aber nicht selbst in Gefahr begeben. Dabei so schonend wie möglich bewegen, aber dennoch zügig arbeiten

2. Ansprechbarkeit überprüfen, dabei evtl. sanft schütteln, wenn Verletzungen in dem Bereich unwahrscheinlich.

3. Überprüfung der Atmung. Dabei Bewegungen Brustkorb beobachten, über Gesicht beugen und hören, ob man Atemgeräusche wahrnehmen kann oder den Luftzug an der eigenen Wange spüren kann …

3b. Wenn Person bewußtlos ist und er atmet,   erfolgt die Lagerung in stabiler Seitenlage. Dabei wird der Kopf  leicht überstreckt und der Mund bildet den                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             tiefsten Punkt des Körpers, damit Erbrochenes nicht die Atemwege verlegt. Außerdem sollte auf den Brustkorb kein Druck lasten, der die Atmung beeinträchtigt.

Die Atemwege freimachen. Der Kopf wird dazu ganz vorsichtig etwas nach  hinten gestreckt und der Kiefer leicht nach oben  geschoben, wenn er nach unten abgeknickt ist, damit die Luft möglichst gut zirkulieren kann.

4. auch, wenn man diesen Schritt laut neueren Richtlinien übergehen sollte, auf alle Fälle dafür aber kaum Zeit aufwenden sollte, so kann man doch kurz schauen, ob man einen Puls findet, etwa, indem man auf einer Seite des Halses unterhalb des Kieferwinkels zwei Finger positioniert …

5. Wenn möglich, Hilfe rufen lasse, detaillierte Angaben machen, wo, wer wie,… dabei dann unverzüglich mit der

6. Beatmung und Herzdruckmassage beginnen, dazu Oberkörper  freimachen, eine Hand auf etwa die Mittes des Brustbeins legen , die andere Hand kreuzförmig darüber. Nun wird etwa 100x in der Minute gedrückt und zwar mit dem ganzen Gewicht und bis die Arme ganz durchgedrückt sind (etwa 5 cm tief). nach jedem Druck muß sich der Brustkorb wieder ganz ausdehnen.

7. Nach etwa 30 Drücken kann man 2x  beatmen. Man muss dies aber nicht unbedingt, wenn man sich das nicht zutraut. Dazu zieht man das Kinn mit einer Hand nach oben hält mit dem Daumen den Mund offen. Mit der anderen Hand hält man mit Daumen und Zeigefinger die Nase zu und beatmet dann mit dem Mund 2x. Während man die Luft einbläst, sollte sich der Brustkorb heben.Krankenschwester, Krankenpflege, Schmerz

Wie  Die Rettung für Karl gerade noch rechtzeitig kommt!

Schon während Ole die Punkte vor seinem geistigen Auge durchgegangen hat, hat er mit der Herzdruckmassage begonnen. Auch, wenn er sich nicht ganz sicher war… Er hatte genau 23 x gedrückt, als der Arzt und die Sanitäter bei ihm waren.

Nun schaut er gebannt zu, wie die Fachleute agieren.  Immer noch nicht kann er fassen, was ihm da gerade passiert ist… Gott sei Dank war der Arzt gleich da … Aber was wäre gewesen, wenn niemand gekommen wäre?

Die Antwort darauf hatte man in seinem Kurs nämlich nicht gegeben… Aber wie lange muß man eigentlich dieses Vorgehen weiter durchführen, wenn eben keine Hilfe naht und sich nichts am Zustand des Patienten ändert …?

Die Frage muss schon deshalb unbeantwortet bleiben, weil es dafür eben keine festen Regeln gibt … Aber : Länger als maximal etwa eine Stunde hält man dieses Vorgehen in der Regel nicht durch und mit jeder Minute schwinden die Chancen, dass der/diejenige wieder zum Leben erweckt werden kann, was natürlich auch von der Ursache des Zustandes abhängt… Nur eine Ausnahme gibt es: Wenn jemand in sehr kalter Umgebung war, steigt die Chance bei Erwärmung, dass er wiederbelebt werden kann. Deshalb lernt jeder Medizinstudent: ,,No one is dead, until he´s warm and dead …“

Wenn der Puls einsetzt, aber die Atmung ausbleibt, muss natürlich auch weiter beatmet werden … Meist setzt aber mit dem Puls auch die Atmung wieder ein. Dies kann unter Umständen anders sein, wenn zum Beispiel Medikamente oder Drogen mit beteiligt sind.

Kommen wir zurück zur Reanimation und lasst mich noch einmal kurz wiederholen, worauf es ankommt …

NOTFALL LEBLOSE PERSON (Kurzfassung)

  1. Ansprechbarkeit überprüfen
  2. Überprüfung Atmung/Atemwege freimachen
  3. heute nicht mehr im offiziellen Algorithmus: Puls da? Auf keinen Fall dadurch viel Zeit verlieren und wenn Puls tastbar, sicher sein, dass es nicht der eigenen ist!
  4. Info Rettungsdienst, ggf. durch Zweitperson
  5. Dann unverzüglich Beginn Herzdruck-Massage 30 x Drücken, dann 2x Mund- zu Mund Beatmung, jedoch ist die Druckmassage am Anfang wichtiger, da der Sauerstoff im Blut noch wenige Minuten für die Versorgung ausreicht!

Die Zeit verrinnt unendlich langsam. Kostbare Zeit. Die restliche Mannschaft bekommt erst nach und nach den Ernst der Lage mit und einer nach dem anderen verstummt. Ole sieht, wie auf dem EKG, das die Sanitäter angeschlossen haben, feine Flimmerwellen zu sehen sind und wie der Notarzt dann den Defibrillator einsetzt… Nach dem ersten Versuch ändert sich nichts. Doch der Notarzt gibt nicht auf und nach dem zweiten Schock sieht man tatsächlich ein regelmäßiges Muster auf dem EKG, worauf die Fachleute erleichtert sind…

Gott sei Dank ist der Notarzt ist ein alter Fuchs. Denn  als er das EKG sieht, ist ihm die Sache klar… Karl hat ein sogenanntes ,,Erstickungs-T“ , das ein Hinweis auf eine  Minderdurchblutung des Herzens ist. Irgend etwas hat die Sauerstoff-Zufuhr der Gefäße, die das Herz mit Blut versorgen, unterbrochen…  Solange das Gefäß nicht wieder durchgängig ist, ist zumindest dieses Spiel noch nicht gewonnen!

Der Patient ist nicht zu stabilisieren!

Da der Spieler immer wieder instabil wird,  ist, muß das Gefäß dringend wieder eröffnet werden, sonst besteht die Gefahr. dass Karl den Transport ins Krankenhaus nicht übersteht. Deshalb überlegt  der Mediziner,  noch vor Ort eine sogenannte Lyse durchzuführen, auch wenn er weiß, dass das er damit bei  manchen seiner Kollegen auf Widerstand stößt. Dabei löst ein Medikament das Blutgerinnsel  wieder auf, dass wahrscheinlich in einem der drei  Herzkranzgefäße die Blutzufuhr zum Herz unterbricht. Dann  könnte das Blut wieder fließen  und das nachfolgende Organ, in diesem Falle das Herz, wieder mit Sauerstoff versorgen. Nur dann kann es seine Arbeit wieder ordentlich verrichten und seinerseits das sauerstoffreiche Blut der Lunge in den Körper pumpen.

Ist eine sogenannte Lyse, die das Herz wieder mit Sauerstoff versorgen kann, zu gefährlich?

Das Problem ist aber, dass das Blut so flüssig wird, dass die Gefahr einer Blutung deutlich erhöht ist, besonders dann, wenn der Blutdruck des Patienten relativ hoch ist,  er unter einem Magengeschwür leidet, ein Gefäßschäden bestehen  oder bestimmte Medikamente eingenommen werden, die die Blutverdünnung dienen …

Aber er weiß auch, dass Karl wahrscheinlich keine andere Chance hat. Zu viele Infarktpatienten hat der Medicus  schon unter seinen Händen sterben sehen. Er spürt genau, wann es kritisch um einen Menschen stehtRettungswagen, Asb, Notruf, Krankenwagen

Die Lyse bessert Karls Zustand tatsächlich. Die EKG-Veränderungen verschwinden noch im Krankenwagen. Ja, es war ein Infarkt.

Er hatte keine akute Herzschwäche durch etwa eine Herzmuskelentzündung oder eine angeborenen Erregungsleitungs-Störung, wie sie für  junge Menschen in so einer Situation eigentlich typischer wären…Aber auch  die Laborveränderungen später im Krankenhaus bestätigen die Diagnose …

Man denkt immer, junge Menschen träfe es nicht, aber auch sie können betroffen sein!

Karl hat großes Glück gehabt. Entscheidend war, das Ole gleich mit der Reanimation begonnen hat und ein erfahrener Notarzt sofort zur Stelle war!

Wieso soll ich mich schon als (relativ) junger Mensch mit diesem ,,Kram“ auseinandersetzen?

Nein, häufig ist es natürlich nicht, in jungen Jahren einen  Herzinfarkt zu bekommen. Aber durchaus möglich.  An der Universität  Laval in Zusammenarbeit mit dem kardiologischen Institut in Québec  wurde eine Studie mit 168 junge Männer und Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren, die keine Risikofaktoren für Herz-Erkrankungen hatten, durchgeführt.  Familiäre Krankengeschichte, Body-Mass-Index (BMI) , Bauchumfang,  Fettablagerungen rund um die Organe im Brust- und Bauchbereich und Zustand der Halsschlagader wurden überprüft. Die Ergebnisse verwunderten den Leiter, Dr. Eric Larose, dann doch:,, Vor allem junge Menschen, die aussehen wie das blühende Leben, zeigten ein bedenkliches Maß an Arteriosklerose!“

Natürlich dauert es in der Regel Jahre, bis die Gefäße ihre Schädigungen nicht mehr kompensieren können, deshalb möchte ich hier keine Horrorszenarien an die Wand malen. Fest steht aber, dass in jungen Jahren die Weichen für viele Erkrankungen, die sich dann im Alter manifestieren, gelegt werden!