Medizinische Woche Baden-Baden, Teil 1: Vorträge und Preisverleihung Wissenschaftspreis der NATUM

Hallo Ihr Lieben!

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Als Moderatorin sollte man 1-2 gute Fragen stellen oder eine ,,spontane“ auflockernde Bemerkung auf den Lippen haben. Also lausche ich konzentriert den Vorträgen …

Am Wochenende habe ich mich, wie alle Jahre wieder, aufgemacht, um den größten und spannendsten komplementär-medizinschen und naturheilkundlichen Kongress in Europa, die ,,Medizinische Woche“ in Baden-Baden zu besuchen. Klar, dass ich Euch meine neuen Erkenntnisse nicht vorenthalten möchte! Insgesamt wurde etwa 200 Vorträge gehalten. Exemplarisch berichte ich Euch heute über eine interessante Vortragsreihe, an der ich mitgewirkt habe. Nächste Woche veröffentliche ich dann den zweiten Teil mit einigen neuen ,,Highlights“ der Ausstellung!

Aber nun spanne ich Euch nicht weiter auf die Folter! Viel Spaß und auch Euch viele neue Erkenntnisse …

Auf der ,,Medizinischen Woche Baden-Baden“ eröffnete Dr. Bernhard Ost vor gut gefüllten Reihen den NATUM-Tag Baden-Baden 2018 mit einer hochkarätigen Vortragsreihe und der Verleihung des Forschungspreises Komplementärmedizin 2018 an Professor Dr. Andreas Michalsen und seinem Team für die Arbeit über ,,Effekte von Kurzfasten auf die Lebensqualität und Verträglichkeit einer Chemotherapie bei Patientinnen mit Brust- und Ovarialkarzinom“.

 Jodmangel und Brustgesundheit mit praxisrelevanten Tipps von Professor Ingrid Gerhard (Heidelberg)

fullsizeoutput_42df.jpegUnter dem Vorsitz von Dr. Bernhard Ost (Düsseldorf, erster Vorsitzende der NATUM,  Arbeitsgemeinschaft für Naturheilkunde, Akupunktur, Umwelt- und Komplementärmedizin in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) stellte im Anschluss Prof. Dr. Ingrid Gerhard aus Heidelberg im ersten Vortrag neue praxisrelevante Daten über den Zusammenhang von Jod und Brustgesundheit vor.

Enger Zusammenhang zwischen Brust- und Schilddrüsenkrebs entdeckt

Zwischen der Schilddrüse und der Gesundheit der Brust bzw. deren malignen Entartung bestünde ein enger Zusammenhang. So sei das Risiko an einem Mammakarzinom zu erkranken, um 21-89% erhöht, wenn vorher an einem Schilddrüsenkarzinom bestanden hätte. Umgekehrt bestehe ein Risiko ähnlichen Ausmaßes (31-73%), dass sich ein Schilddrüsenkarzinom nach einem Mammakarzinom entwickele.

Weit verbreiteter Jodmangel und mangelnde Substitution

Dabei wies sie darauf hin, wie weit verbreitet ein Jodmangel sei. So würden in Großbritannien 75 % der Schulmädchen und 65% der Frauen unter einer Mangelversorgung leiden. Zur Substitution würde jedoch Jod aus dem Salzstreuer keinesfalls ausreichen, zudem könne der Organismus nur anorganisches molekulares Jod direkt weiterverarbeiten, wobei sie zur Substitution in Zuchtfarmen hergestellte Algentabletten favorisierte.

Test auf Jodmangel

Um einen Jodmangel zu verifizieren, schlug sie einen Test mit 1% anorganischer Lugol´schen Lösung vor, welches man auf die Haut auftrage solle. Würde die braune Farbe bereits innerhalb 3-4 Stunden verschwinden, läge ein Jodmangel vor. Zudem empfahl sie zur Behandlung von Mastopathien (Brustspannen) Braun-Algenstreifen, die man bei Beschwerden auf die Haut auflegen solle.

Alternative Behandlung des Lichen sclerosus (entzündliche Hauterkrankung der Vulva)

Im Anschluss folgte ein Vortrag von Dr. Christa Goecke, niedergelassene Frauenärztin aus Bremen, über die alternative Behandlung des Lichen sclerosus. Bei Patienten, die eine Kortison Behandlung, wie in den S3- Leitlinien empfohlen, ablehnten, würde sie stattdessen mit einer Mischung aus Sandelholz-, Mandel- und Lavendelöl lokal behandeln.

Behandlung mit einer Öl-Mischung, einem Fitness-Trank UND Vitamin D Substitution

IMG_4087.JPGDabei zeigte sie eindrucksvolle Vorher-Nachher-Bilder. Außerdem wies sie darauf hin, dass in der Nahrung oft der Omega-3 Anteil zu gering sei. Zur Konstitutionsstärkung empfahl sie daher einen speziellen Trank mit einem hohen Anteil an Omega3-Fettsäuren (1Glas Traubensaft mit 1/2 Tl. Curcuma und 3 Eßl. Leinöl) täglich zu genießen. Zu der oft notwendigen Vitamin D Substitution bei Mangel merkte die Ärztin an, dass sie täglich niedere Dosen bevorzuge, damit unphysiologische Spitzenwerte, wie bei der üblichen Gabe von wöchentlich 20000 IE, vermieden würden.

Integrative Schmerztherapie

Nach einer kurzen Pause ging es, unter dem Vorsitz von Dr. Agnes Wagner, mit einen Beitrag über ,,Integrative Schmerztherapie“ von Dr. Eva-Marie Braun von der Universitätsklinik Homburg/Saar weiter, wobei diese zusammen mit einer Psychologin und einem Anästhesisten eine integrative komplementäre Schmerzsprechstunde anbietet.

Schriftliche Verlaufskontrollen und die Mit-Einbeziehung der Patienten sind für den Erfolg ausschlaggebend

IMG_4092.JPGDabei wird mit einem Schmerzfragebogen gearbeitet, der den Patienten vor jeder Behandlung vorgelegt würde. Dadurch wisse der Arzt sofort, wo die aktuelle Hauptdomäne des Schmerzes (z.B. Angst, Depressionen, Erschöpfung und Schlafstörungen) lokalisiert sei. Aber auch geeignete Behandlungen nach den Neigungen der Patienten und die Zusammenarbeit mit lokalen Anbietern wurden angesprochen. Als Hautempfehlung gab Dr. Braun dem Auditorium mit, das man als Schmerzarzt seinen Patienten glauben solle, denn nur so könne man sein Vertrauen gewinnen und ihm wirklich helfen.

Neue Entwicklungen von Methadon als Schmerzmedikament

fullsizeoutput_42a0.jpegIm Anschluss stellte Dr. Steffen Wagner, Gynäko-Onkologe aus Saarbrücken, die neuesten Forschungsdaten über das ursprüngliche bei Schmerzen eingesetzte Methadon im Kampf gegen maligne Erkrankungen vor. Bereits im Vorjahr war Dr. Claudia Friesen, die entdeckt hatte, dass Methadon auch gegen die Tumorzellen wirken kann, für ihre Verdienste mit dem Forschungspreis der NATUM ausgezeichnet worden. Mittlerweile war sie dabei, Fälle zu sammeln, bei denen es unter Einsatz von Methadon, welches vor allem in Kombination mit der Chemotherapie verbessernd wirken kann, zu einem erfolgreichen Verlauf von Krebserkrankungen gekommen war.

Mittlerweile 400 Fälle dokumentiert

Etwa 400 solcher Fälle seien bis jetzt dokumentiert, allerdings fehle es an Studien. Eine Studie sei von Prof. Hübner durchgeführt worden, allerdings habe er Zellen ohne M-Rezeptoren benutzt, die aber an der Tumorzelle vorhanden seien und für die Wirkungsweise von Methadon Voraussetzung wären.  Ansonsten war es ihr gelungen, eine Petition an den Bundestag zur Erlangung von Fördergeldern für Studien zu stellen. Die Anhörung, bei der die Sympathien der Parteien für Dr. Friesen zum Ausdruck gekommen sind, hat übrigens am 5. November stattgefunden.

Fluch und Segen der Medien für die Medizin

IMG_4103Nach der Mittagspause, mit Möglichkeit des Besuches der Industrieausstellung, ging es unter dem Vorsitz von Dr. Steffen Wagner mit einem Vortrag vom Dr. Bernhard Ost weiter. Dieser referierte über Nutzen, Risiken und ernsthaften Gefahren der Medien in Bezug auf die Verbreitung von Therapien und Heilsversprechen. Am Beispiel von vier Persönlichkeiten zeigte er, wie einfach millionenschwere ,,Propheten“ (Dr. Ryke Geerd Hamer, Adrian Jones, Jim Humble und Dr. Benjamin Coldwell) wissenschaftlich keinesfalls bewiesene Therapie an schwerkranke und hilfesuchende Menschen verkaufen können und woran man sie erkennt. Insbesondere auch durch das Internet bestünde die Gefahr einer oft unreflektierten Ästimieren und raschen Verbreitung solcher Lehren. Als Fazit nannte er die Notwendigkeit, Patienten darüber aufzuklären.

Entwicklung der NATUM in 25 Jahren

Als vorletzten Punkt zeigte Dr. Bernhard Ost, welche Entwicklung die NATUM in 25 Jahren gemacht hat, angefangen von der Gründung durch Prof. Ingrid Gerhard bis hin zu einer etablierten, anerkannten Organisation, die mit Optimismus in die Zukunft blickt.

Verleihung des Forschungspreises Komplementärmedizin 2018

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Als Höhepunkt des Tages wurde nun der Forschungspreis Komplementärmedizin 2018 an Herrn Professor Dr. med. Andreas Michalsen und sein Team verliehen. Stellvertretend war Stephan Bauersfeld (Abteilung Naturheilkunde, Immanuel-Krankenhaus Berlin) nach Baden-Baden gekommen, um über die ,,Effekte von Kurzfasten auf die Lebensqualität und Verträglichkeit einer Chemotherapie bei Patientinnen mit Brust- und Ovarialkarzinom“ zu berichten und den Wissenschaftspreis stellvertretend für seine Abteilung entgegenzunehmen. Die Laudatio wurde von Dr. Steffen Wagner gehalten, danach stellte Stefan Bauersfeld seine Forschungsergebnisse vor, wobei sich in präklinschen Studien ein besserer Outcome des Chemotherapie Managements bei Fastenperioden vor und während der Therapien zeigte. Bedenken bezüglich der Compliance konnten in dieser ersten präklinischen Phase tatsächlich zerstreut werden, da sich die Patientinnen schnell an das Fasten gewöhnten und sich sogar wohler als die in der Kontrollgruppe fühlten.

Ausklang …

Zum Ausklang der Vortragsreihe konnten Referenten und Gäste es bei Apéro und Häppchen noch einmal in anregenden Gesprächen über neugewonnene Erkenntnisse reflektieren.

Ausblick

Nächste Woche veröffentliche ich den zweiten Teil zur  medizinischen Woche in Baden Baden. Dabei geht es hauptsächlich um einige neue ,,Highlights“ auf der Ausstellung! Ihr dürft also gespannt sein!

Danach geht es für die Medizin-Interessierten auf ,,Gesundheitsmedizin-online“ mit neuen Teilen der bereits begonnenen Anti-Aging Reihe weiter mit dem Thema  ,,Neue Konzepte der Ernährungsmedizin“. Dabei geht es um Neues, das in letzter Zeit durch die Medien gegeistert ist, wie Low Carb, Intervallfasten,…  und dessen medizinischer Nutzen! Ihr seht, es bleibt spannend!

Natürlich habe ich für den Lifestyle-Blog ,,Salutary Style“ schon in zwei Tagen einen neuen Beitrag für Euch vorbereitet. Dabei geht es um eine wahren Geschichte eines Erlebnisses, auf das ich eher verzichtet hätte…         

Bleibt mir, Euch nicht zu graue, erlebnisreiche und/oder entspannende Novembertage zu wünschen, wir lesen uns … Dr.Nessy

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Auf Wiedersehen Baden-Baden bis zum nächsten Jahr …

Ein Kommentar zu „Medizinische Woche Baden-Baden, Teil 1: Vorträge und Preisverleihung Wissenschaftspreis der NATUM

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